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Elektro-Flugtaxi Lilium startet Tests mit 300 km/h Höchstgeschwindigkeit

Der Flugtaxi-Hersteller meldet Fortschritte bei der Erprobung. Ab 2025 sollen in einer neuen Fabrik Hunderte vollelektrische Jets pro Jahr gebaut werden.
Update: 22.10.2019 - 17:17 Uhr Kommentieren
Flugtaxi: Lilium startet Tests mit 300 km/h Höchstgeschwindigkeit Quelle: dpa
Elektro-Flugtaxi Lilium

Das fünfsitzige Flugzeug hat seine erste Testphase mit Geschwindigkeiten von 100 Stundenkilometern erfolgreich absolviert und beginnt jetzt Tests bis zur Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Lange galten fliegende Elektro-Taxis als unrealistische Träumerei – mittlerweile übertreffen sich Hersteller gegenseitig mit neuen Erfolgsmeldungen.

Nachdem das deutsche Start-up Volocopter vor wenigen Tagen zum ersten Mal einen bemannten Testflug in der Öffentlichkeit absolviert hat, teilt das Münchner Unternehmen Lilium am Dienstag mit, seine erste Testphase mit Geschwindigkeiten von 100 Stundenkilometern erfolgreich abgeschlossen zu haben.

„Das ist für uns technisch ein großer Meilenstein, mit dem wir zeigen können, dass das, was wir immer gesagt haben, auch wirklich funktioniert“, sagt Lilium-Chef Daniel Wiegand dem Handelsblatt. Mehr als 100 Tests am Boden und in der Luft haben die Münchner in den vergangenen fünf Monaten auf einem Testgelände im Süden Bayerns durchgeführt. Probleme gab es laut Wiegand dabei keine. Auch deswegen liege man genau im Zeitplan.

In der nächsten Testphase soll der elektrisch betriebene Mini-Jet jetzt bis zu 300 Kilometer pro Stunde schaffen. 2025 sollen die ersten Drohnen im Passagierbetrieb fliegen. Außerdem kündigt Wiegand neben der gerade erst fertiggestellten Produktion, gleich eine zweite Fabrik in Weßling bei München an. Dort sollen ab 2025 mehrere Hundert vollelektrische, senkrecht startende Jets im Jahr produziert werden und 500 neue Jobs entstehen. Aktuell hat Lilium 350 Mitarbeiter.

Angesichts der steigenden Überlastung des Straßenverkehrs sehen Start-ups und Investoren in den grünen Flugtaxis ein potenzielles Geschäftsfeld für die Zukunft. Die meist autonom fliegenden Passagierdrohnen werden von Lithium-Ionen-Batterien angetrieben und sollen so künftig auch eine Alternative zum CO2-lastigen Verkehr von heute darstellen. Immer mehr Unternehmen steigen in das Geschäft mit den fliegenden Elektro-Taxis ein.

Erst vor wenigen Tagen haben der US-Flugzeugbauer Boeing und der deutsche Sportwagenhersteller Porsche bekannt gegeben, gemeinsam einen elektrischen Senkrechtstarter entwickeln zu wollen. Ob die unbemannten E-Drohnen aber tatsächlich als Beförderungsmittel für die Massen dienen, bezweifeln mittlerweile einige Experten. Die Investmentbank Morgan Stanley beispielsweise sieht darin eher einen Trend für VIPs und wohlhabende Menschen.

Flugtaxis so günstig wie ICEs

Dem widerspricht Lilium-CEO Wiegand vehement. „Wir haben diese Firma ja nur unter der Annahme gegründet, dass es eben ein Flugtaxi für Jedermann wird“, sagt er. Und genau das erlaube ihm das Business-Modell von Lilium auch. „Wir können zehnmal weiter und zweimal schneller fliegen als die meisten unserer Konkurrenten. Das heißt wir können in derselben Zeit erheblich mehr Passagier-Kilometer umsetzen, das senkt die Kosten“, erklärt der studierte Raumfahrttechniker.

Sein E-Jet biete Platz für vier Personen, so ließen sich die Kosten auf mehr Sitze umlegen, wodurch man wieder niedrigere Preise anbieten könne. „Ich bin mir sicher, dass wir mittelfristig ein Preisniveau vergleichbar mit dem von ICEs oder Taxis erreichen können. Das ist unser Ziel“, betont Wiegand.

Bis Flugtaxis aber überhaupt tatsächlich Passagiere transportieren, könnte es noch eine Weile dauern. Das Start-up Volocopter aus dem badischen Bruchsal hat seinen einminütigen Testflug über Singapur zwar erfolgreich absolviert, an Bord war allerdings nur ein Pilot und noch kein Passagier. 2021 soll die ersten Passagierdrohnen über der südostasiatischen Metropole ihre Runden drehen – allerdings hat im Volocopter zunächst nur eine Person Platz. Künftig sollen damit dann aber auch fünf oder sechs Passagiere fliegen können, ähnlich wie im Lilium-Jet.

Auch der Automobilkonzern Audi hatte sich, gemeinsam mit dem Flugzeughersteller Airbus, in dem zukunftsträchtigen Geschäftsfeld versucht. Mittlerweile wurde das Projekt aber schon wieder eingestellt.

Mehr: Das deutsche Start-up Volocopter wirbt mit einem bemannten Testflug in Singapur. Experten sind skeptisch, ob Passagierdrohnen je massentauglich werden.

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