Elektronikmesse CES Superscharf ist nicht genug

Erst schärfer, jetzt knalliger: Die TV-Hersteller wollen mit dem HDR-Verfahren den Fernseher leuchten lassen wie ein indisches Fest der Farben. Der Effekt ist beeindruckend, doch die CES zeigt: Es mangelt noch an Pulver.
Mit Vorführvideos werben die Hersteller in Las Vegas für eine neue Technologie: HDR. Quelle: AFP
TV-Technik auf der CES

Mit Vorführvideos werben die Hersteller in Las Vegas für eine neue Technologie: HDR.

(Foto: AFP)

Las VegasOb auf unseren Fernsehern ein Schleier liegt, ohne dass wir es bemerken? Der die Welt weniger leuchten lässt, als sie es eigentlich tut? Diesen Eindruck kann man bekommen, wenn man durch die Hallen der Elektronikmesse CES läuft. An den Ständen von Samsung, LG, Hisense und Panasonic leuchten die Farben nur so. Der Abendhimmel ist in ein kitschiges Rosarot getaucht, das Graffiti an der Wand leuchtet wie eine Malerpalette und das Chrom am Motorrad gleißt hell vor der dunklen Hallenwand.

Mit ihren Vorführvideos werben die Hersteller für eine neue Technologie: HDR, kurz für High Dynamic Range. Das Verfahren soll für einen hohen Dynamikumfang sorgen, also für mehr Farben, mehr Zwischentöne, mehr Kontrast. Es ermöglicht nach Überzeugung von Experten tatsächlich einen beachtlichen Qualitätssprung. Kinofans sollten sich die Investition aber trotzdem gut überlegen – Eile ist nicht angebracht.

Highlights der Gadget-Messe
Fitbit Blaze: Die Reaktion auf die Apple Watch
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Fitbit ist mit Fitness-Trackern bekannt geworden. Doch weil Computeruhren wie die Apple Watch ebenfalls als Personal Trainer dienen, bietet das Unternehmen nun eine eigene Sportuhr an: Fitbit Blaze zeigt außer der Uhrzeit verschiedene Fitnessübungen. Das Display zeigt zwar nur vier Farben an, dafür hält das Gerät bis zu fünf Tage durch.

Zwei in einem: Acer Aspire Switch 12 S
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Microsoft macht es vor: 2-1-Computer wie das Surface sind derzeit gefragte Geräte. Acer mischt in dieser Kategorie mit dem Aspire Switch 12 S mit. Das zeitgemäß ausgestattete Tablet lässt sich mit einer Anklicktastatur aufrüsten, auch ein Eingabestift ist im Angebot. Die Realsense-Kamera von Intel ermöglicht es, sich in Windows 10 mit Gesichtserkennung anzumelden. Preis: ab 1200 Euro. (Foto: pr)

Samsung Galaxy TabPro S
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Auch Samsung hat Tablet und Notebook gekreuzt. An den Zwölf-Zoll-Bildschirm mit Amoled-Technologie lässt sich die Tastatur magnetisch befestigen. Sie dient gleichzeitig als Hülle. Das Paket wiegt zusammen nur rund ein Kilo. Auch auf diesem Gerät läuft Windows 10.

Neue Smartphone-Serie von LG
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Mit den Smartphones der in Las Vegas erstmals vorgestellten K-Serie will LG vor allem junge Nutzer ansprechen. Tasten und Regler an den Seiten des Geräts sucht man vergeblich, sie fielen dem neuen "Glossy-Pebble-Design" von LG zum Opfer.

Huawei Mate 8 kommt nach Europa
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Huawei bringt sein Smartphone-Flaggschiff Mate 8 nun auch nach Europa. Ab Ende Januar soll es in Deutschland zu haben sein.

Faraday Future Zero1
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Das Auto der Zukunft hat einen Pilotensitz, 1000 PS und sieht aus wie eine Mischung aus Batmobil und dem Porsche 918. So zumindest stellt sich das Faraday Future (FF) vor: Der geheimnisvolle Hersteller aus dem Silicon Valley hat sein erstes Konzept enthüllt, einen Elektrosportwagen namens FF Zero1. Und dabei gleich der gesamten Branche den Kampf angesagt.

Möge die Macht...
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Das "Force Band" von Sphero verleiht seinem Träger die Macht, den kleinen BB-8 per Handgesten zu steuern. Mehr Jedi geht kaum.

In der Fernsehbranche herrscht ein ewiger Wettbewerb um bessere Bilder. Die Hersteller führen im Jahresrhythmus neue Technologien samt knackigen Bezeichnungen ein, um ihre Geräte zu verkaufen. Nach Ultra-HD – also einer deutlich höheren Auflösung – will die Branche mit HDR nun den nächsten Trend setzen. Dabei handelt es sich um mehr als nur einen Marketingbegriff: „Es gibt viele Technologien zur Verbesserung der Bildqualität, aber HDR erzielt eine große Wirkung“, sagt Paul Gagnon, Analyst beim Marktforscher IHS Technology.

Dieses Verfahren setzt an den zwei wichtigsten Faktoren für eine lebensechte Darstellung an: Kontrast und Farbtreue. HDR verbessert beides. Die TV-Panels produzieren mehr Licht und stellen eine größere Farbpalette dar – das ist für die Hersteller kein großes technisches Problem. Zudem sind die Filme so produziert, dass sie die Möglichkeiten auch ausnutzen. Anders als bei Fotos werden übrigens nicht mehrere Bilder übereinandergelegt.

Nachdem im vergangenen Jahr auf der CES in Las Vegas nur Samsung einen kompatiblen Fernseher zeigte, setzen in diesem Jahr fast alle Hersteller darauf. HDR ist der neue Hype. Und sie tun einiges dafür, um ihn Wirklichkeit werden zu lassen. „Um den Markt zu erschaffen, müssen wir mit den Partnern in der Branche zusammenarbeiten“, sagt Won-Jin Lee, Manager beim Marktführer Samsung. „Je mehr Geräte wir verkaufen, desto größer ist auch der Anreiz für die Inhalte-Produzenten.“

Dazu soll auch ein neuer Standard beitragen, den das Konsortium UHD Alliance beschlossen hat. „Premium Ultra HD“ gibt nicht nur technische Vorgaben für Ultra-HD vor, sondern auch für HDR. „Das ist bedeutsam, weil die Inhalte-Produzenten nun die Sicherheit haben, dass sich die Produktion lohnt“, betont IHS-Analyst Gagnon. Denn diese wird teurer, weil beispielsweise Spezialkameras nötig sind.

Hollywood-Studios wollen in HDR produzieren
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