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Energiesparen durch Mikroelektronik Halbleiter steuern Energiefluss

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„Der Staat muss für den Einsatz von Mikroelektronik in energieeffizienten Produkten und Anlagen mehr Anreize schaffen.“ Denn das Potenzial sei enorm. So bestehe allein bei über zwei Drittel der Pumpensysteme Optimierungsbedarf, den die Mikroelektronik leisten kann. Mit dieser Einschätzung ist Wolfgang Schröppel nicht allein: Fast 70 Prozent der im Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) organisierten Unternehmen erwarten von der Mikroelektronik „signifikante Leitinnovationen“ im Bereich der Energieeffizienz. Stärken des Standortes Deutschland sehen die VDE-Mitglieder vor allem in der mittelständischen Unternehmens-Infrastruktur, im hohen Ausbildungsstand und in der engen Kooperation von Hochschulen und Wirtschaft.

Ein Beispiele für innovative Mikroelektronik-Produkte sind die ultradünnen Transponder der Mühlbauer AG in Roding. In den so genannt „Smart Labels“ sorgt hochkomplexe Mikroelektronik für einen „intelligenten“ Energiefluss. Ein Großhändler hatte bei dem mittelständischen Maschinenbauer neuartige Transponder bestellt. Die sollten nicht nur die Rückverfolgung von Lebensmitteltransporten möglich machen, sondern zusätzlich auch eine regelmäßige Temperaturabfrage der Ware. „Das Smart Label ist mit einem Temperatursensor ausgestattet und soll zudem möglichst lange halten. Daher ist eine Batterie eingebaut“, sagt Britt Werner, Projektleiterin in der Forschung und Entwicklung bei Mühlbauer.

Der Chip ziehe die Energie aber nicht permanent aus der Batterie, sondern nur dann, wenn er sie braucht. „Unser „Low-Power-Chip“ ist eine einmalige Entwicklung und war nur mit Mikroelektronik denkbar“, sagt Werner. Der Chip habe großes Potenzial, vor allem in der Lebensmittel- und Arzneimittelindustrie käme der neuartige Chip zum Einsatz. Als Hersteller von Komplettlösungen zur Produktion von ID-Karten, elektronischen Reisepässen und Smart Labels hat die Mühlbauer AG im vergangenen Jahr mit 1.900 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 170 Mio. Euro erwirtschaftet und ihn damit um mehr als 8 Prozent gesteigert. Mit Prognosen für das laufende Jahr und auch mit Aussagen zu den Auswirkungen der Krise hält sich die Unternehmensführung dennoch bedeckt.

Schröppel von der Universität Karlruhe ist optimistisch: „Was Mikroelektronik und Energieeffizienz betrifft, sind wir als Technologie-Standort weltweit führend.“ Zudem habe die Bundesregierung rechtzeitig auf Programme zur Ermittlung von Einsparpotenzialen gesetzt. „Wir müssen alle den Energieverbrauch reduzieren, und davon wird letztlich die deutsche Mikroelektronik-Branche profitieren.“

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