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Erfolg aber keine wissenschaftliche Überraschung Quantensprung für die Klon-Forschung

Südkoreanische Forscher haben den Durchbruch geschafft. Sie haben erstmals einen menschlichen Embryo geklont und daraus Stammzellen für die Herstellung von neuem Gewebe gewonnen. Diese könnten nun zum universellen Ersatzteillager werden - eine ethisch umstrittene Zukunftsperspektive.
Die Aufnahme des Wissenschaftsmagazin

Die Aufnahme des Wissenschaftsmagazin "Science" zeigt die Übertragung der Körperzelle von einer Frau in eine entkernte Eizelle derselben Spenderin. Daraus habe sich ein Embryo entwickelt, dem auf einer frühen Entwicklungsstufe Stammzellen entnommen worden seien, die sich zu allen Zelltypen eines Körpers bilden können. Foto: dpa

HB WASHINGTON/SEOUL. Stammzellen sollen künftig schwere Krankheiten wie Parkinson und Alzheimer heilen oder zerstörtes Herzmuskelgewebe ersetzen. Aus einem der 30 geklonten Embryonen gingen sogar schon Vorstufen von Nerven, Muskeln, Bindegewebe und Knorpel hervor. Die Wissenschaftler aus Südkorea und den USA stellen ihre Arbeit in der Onlineausgabe des US- Fachjournals „Science“ vom Freitag vor.

Die Methode öffne eine Tür, um diese speziellen Zellen in der Transplantationsmedizin zu nutzen, sagte der Tiermediziner Woo Suk Hwang von der Seouler Nationaluniversität. Durch dieses so genannte therapeutische Klonen hoffen Forscher, Gewebe mit passenden Erbmerkmalen zu gewinnen, das nicht vom Patienten abgestoßen wird. Laut Hwang ist es im Zuge der Arbeit überhaupt zum ersten Mal gelungen, menschliche Stammzellen zu Nervenzellen werden zu lassen.

Auch nach diesen neuen Erfolgen für die Stammzellforschung schloss Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) jedoch eine Gesetzesänderung klar aus. „Das therapeutische Klonen ist in Deutschland verboten und wird auch verboten bleiben“, sagte Bulmahn der „Berliner Zeitung“ (Freitag).

Befürworter der Embryonenforschung forderten dagegen Lockerungen, zumindest wenn mit diesen Methoden einmal Kranke geheilt werden könnten. „Wenn die Forschung Therapiechancen für kranke Menschen eröffnet, müssen wir diese auch nutzen“, sagte die Vorsitzende des Forschungsausschusses im Bundestag, Ulrike Flach (FDP). In den USA und Großbritannien ist das therapeutische Klonen erlaubt.

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