Erfolgreicher Außeneinsatz Kosmonauten montieren Icarus-Antenne an Raumstation

Sieben Stunden Arbeit im All: Zwei Kosmonauten haben bei einem Weltraumspaziergang die Antenne des Forschungsprojekts Icarus an der Raumstation ISS montiert.
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Der russische Kosmonaut Sergej Prokopjew bei der Arbeit an der Raumstation ISS. Quelle: dpa
Einsatz im All

Der russische Kosmonaut Sergej Prokopjew bei der Arbeit an der Raumstation ISS.

(Foto: dpa)

BaikonurMit der erfolgreichen Montage einer Antenne an der Internationalen Raumstationen ISS haben zwei russische Kosmonauten in der Nacht zum Donnerstag ein deutsch-russisches Forschungsprojekt entscheidend vorangebracht. Bei dem mehr als siebenstündigen Einsatz montierten die Raumfahrer Oleg Artemjew und Sergej Prokopjew eine Antenne an der Außenhülle der ISS. Sie ist entscheidend für das sogenannte Icarus-Projekt – ein wissenschaftliches Mammutvorhaben, mit dem die Forscher das Leben auf der Erde ganz neu verstehen wollen.

Ziel dieses Projektes ist es, Bewegungen von Tieren auf der Erde besser zu erfassen. Forscher wollen die Tiere mit daumennagelgroßen Mini-Sendern ausstatten und mit Hilfe der ISS beobachten. Davon erhoffen sie sich Aufschluss etwa über Wanderungen von Zugvögeln, was zum Artenschutz beitragen soll. Zudem soll Icarus in der Zukunft als Frühwarnsystem etwa für Naturkatastrophen wie Erdbeben und Vulkanausbrüche dienen.

Das Projekt könnte die These stützen, dass Tiere etwa vor dem Ausbruch von Naturkatastrophen unruhig werden oder ihr Verhalten ändern. Auch Schädlingsplagen könnten wirksamer bekämpft werden. Störche rasten auf ihrem Zug nach Süden etwa in der Nähe von großen Heuschreckenschwärmen – mit Hilfe von Icarus sollen diese lokalisiert werden, erklärte der wissenschaftliche Leiter des Icarus-Projektes, Martin Wikelski vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell.

Die Erde als Kunstwerk
Gletscher-Beobachtung in Echtzeit
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Nasa-Forscher sehen Gletschern beinahe in Echtzeit beim Fließen zu. Grundlage dafür sind Bilderdaten des Satelliten Landsat 8. Eine neue Software erkennt in diesen Bildern Oberflächenstrukturen. Werden Bilder von aufeinanderfolgenden Zeitpunkten des gleichen Ortes analysiert, lässt sich die Bewegung und Geschwindigkeit des Eises berechnen – und damit wichtige Informationen etwa zum Klimawandel gewinnen.

Hier nun weitere Schnappschüsse von Satelliten des Landsat-Programms.

Insel Gotland
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Wie mit dem Pinsel Van Goghs gemalt erscheint die See um die schwedische Insel Gotland auf diesem Satellitenbild. Die grünlichen Wirbel markieren große Ansammlungen von Phytoplankton. Die Mikroorganismen im Meer treten immer dann massenhaft auf, wenn Tiefenströmungen nährstoffreiches Wasser an die Oberfläche befördern.

Mississippi-Schleifen
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Südlich von Memphis, an der Grenze der US-Bundesstaaten Arkansas und Mississippi, erstreckt sich diese Landschaft, die von den Schleifen und Nebenarmen des größten Flusses Nordamerikas geprägt ist.

Yukon-Delta in Alaska
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Hoch im Norden des amerikanischen Kontinents schiebt ein anderer Fluss mit großem Namen seine Wassermassen in den Ozean. Der Yukon bildet im Südwesten Alaskas eines der größten Flussdeltas der Welt, das auf dieser Landsat-Aufnahme besonders gut zu erkennen ist - Platz 2.

Lake Eyre
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In dieser Form ist der Lake Eyre nur selten zu sehen. Denn der größte See Australiens ist nicht immer so gut gefüllt wie auf dieser Aufnahme: Im Schnitt nur vier Mal pro Jahrhundert erreicht der See seine größte Ausdehnung von knapp 10.000 Quadratkilometern.

Sahara-Dünen
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Dünenkämme bilden ein bizarres Strichmuster in diesem als Erg Iguidi bekannten Teil der Sahara.

Dallas
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Keine Landsat-Galerie wäre vollständig ohne dieses Foto: Am 25. Juli 1972 aufgenommen, war diese Aufnahme des Großraums Dallas das erste veröffentlichte Foto der Satellitenmission.

„Wir erhoffen uns Klarheit darüber, welchen Zugweg die heimischen Vögel wählen, damit wir unsere Schutzbemühungen an den Rastplätzen gezielt ausrichten und wissenschaftlich abgesicherte Vogelschutzforderungen an die EU-Kommission stellen können“, sagte Leif Miller, Bundesgeschäftsführer des Naturschutzbundes Nabu. Die Naturschützer haben gemeinsam mit einem maltesischen Partnerverband Turteltauben mit Sendern ausgerüstet, die mit der Antenne auf der ISS interagieren sollen.

Der Nabu erhofft sich ferner, etwa Auswirkungen des Klimawandels auf Zugtiere beobachten zu können und Erkenntnisse etwa zur Übertragung von Krankheiten zu gewinnen. Neben Vögeln sollen auch Fledermäuse, Meeressäuger, Fische und Schmetterlinge beobachtet werden.

Das eigentliche Projekt soll Anfang 2019 starten. Die Vorbereitungen dafür dauerten fast zwei Jahrzehnte. Beteiligt sind neben der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos vor allem die Max-Planck-Gesellschaft, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Universität Konstanz. Die deutschen Partner finanzieren die Entwicklung der Technik, die Russen kümmern sich um den Transport und die Installation im All.

Es ist der erste Außeneinsatz für den Bordingenieur Prokopjew. Der Kosmonaut war gemeinsam mit dem deutschen Astronauten Alexander Gerst im Juni am Außenposten der Menschheit rund 400 Kilometer über der Erde angekommen. Gerst überwachte den Außeneinsatz seiner russischen Kollegen vom Inneren der Raumstation.

  • dpa
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