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Erfolgreicher Jungfernflug Der „Drache“ ist wieder zu Hause

Die erste private Raumkapsel SpaceX ist wieder gelandet. Der unbemannte Weltraumtransporter „Dragon“ ist wie geplant im Pazifik gelandet. Damit hat eine neue Ära im Raumflug begonnen.
Update: 31.05.2012 - 21:31 Uhr 2 Kommentare
Die unbemannte Raumkapsel Dragon der Firma SpaceX treibt im Pazifischen Ozean vor der kalifornischen Küste. Quelle: Reuters

Die unbemannte Raumkapsel Dragon der Firma SpaceX treibt im Pazifischen Ozean vor der kalifornischen Küste.

(Foto: Reuters)

Washington Der erste Flug eines privaten Weltraumtransporters zur Internationalen Raumstation (ISS) ist rundum geglückt. Der unbemannte Weltraumtransporter „Dragon“ landete am Donnerstag wie geplant im Pazifik südwestlich der kalifornischen Küste, teilte das US-Unternehmen SpaceX mit. Die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa sprach von einem „wunderbaren Tag“, auf den sie lang gewartet habe.

Das von der US-Firma entwickelte wiederverwendbare Gefährt ging um 17.42 deutscher Zeit nieder und wurde dabei von drei riesigen Fallschirmen abgebremst. „Platsch. Landung erfolgreich!“, twitterte SpaceX-Chef Elon Musk. „Das hätte nicht besser laufen können“, sagte er später bei einer Pressekonferenz. Es hätte eine Menge schiefgehen können, gestand er erleichtert. Die letzten zehn Jahre Arbeit hätten sich ausgezahlt. Lediglich bis zum Start war technisch nicht alles rund gelaufen und es hatte mehrere längere Verzögerungen gegeben.

Das Andock-Manöver in Bildern
SpaceX capsule Dragon arrives at International Space Station
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Um 15.56 Uhr war es so weit. Der Greifarm der Raumstation ISS hatte die Frachkapsel „Dragon“ erfasst. Ein Meilenstein in der Raumfahrtgeschichte. Es ist die erste privatwirtschaftliche Belieferung der ISS - beauftragt von der US-Weltraumbehörde Nasa.

(Foto: dpa)
The International Space Station (ISS) passes in front of the Sun
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Eine Spezialkamera macht den Vorbeiflug der Raumstation ISS an der Sonne sichtbar. Das Bild stammt vom 24. Mai 2012, einen Tag später ...

(Foto: dpa)
The SpaceX Dragon commercial cargo craft holds position 350 meters from the International Space Station
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... nähert sich die von der Firma SpaceX konzipierte Raumkapstel Dragon. Sie hielt 350 Meter Abstand, bevor letzte Testes für das Andockmanöver ausgeführt wurden.

(Foto: Reuters)
The SpaceX Dragon commercial cargo craft is seen with the International Space Station's Canadarm2 in the foreground.
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Ein Greifarm der ISS reichte dann wenig später nach der Kapsel, die sich bis auf 30 Meter genähert hatte. Bei dem Manöver hatte es einige Stunden Verzögerung gegeben.

(Foto: Reuters)
The SpaceX Dragon commercial cargo craft is moved into position for docking with the International Space Station
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Um 15.56 Uhr deutscher Zeit hatte der Greifarm schließlich das Objekt der Begierde gefasst, was bei der NASA, aber vor allem auch der Firma SpaceX bejubelt wurde. In den Stunden danach begann dann das Heranziehen des Raumtransporters an die Station.

(Foto: Reuters)
The SpaceX Dragon commercial cargo craft is moved into position for docking with the International Space Station.
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Behutsam nähert sich das Gefährt dem Zielort. Es hat über 500 Kilogramm Fracht an Bord, die vor allem der Versorgung der Astronauten an Bord der ISS dienen.

(Foto: Reuters)
A birthing camera view shows the SpaceX Dragon commercial cargo craft as it is being moved into position for docking with the International Space Station.
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Der Blick aus der Andockbucht der ISS zeigt während des riskanten Manövers, dass sich die Kapsel ihrem Ziel treffsicher nähert. Die Raumstation bewegt sich durchschnittlich 350 Kilometer über der Erde und benötigt etwa 90 Minuten für eine Erdumrundung.

(Foto: Reuters)

Für die US-Raumfahrt ist der erfolgreiche Jungfernflug ein historischer Durchbruch: „Dragon“ (Drache) hatte während der gut einwöchigen Mission Material für die ISS-Besatzung geliefert. Seit einem Jahr verfügt die Raumfahrtbehörde über keine Shuttles mehr. Zwar können US-Astronauten in den engen russischen „Sojus“-Kapseln mitfliegen. Doch für größere Transporte ist „Sojus“ zu klein. „Wir sind heute zu einem Kunden geworden“, sagte Nasa-Manager Alan Lindenmoyer. Die Behörde sei kurz davor, SpaceX für regelmäßige Nachschublieferungen zur ISS einsetzen zu können.

Der genaue Landepunkt von „Dragon“ (Drache) habe rund 900 Kilometer westlich von Baja California gelegen - genau im vorgesehenen Zielgebiet, hieß es. Die Kapsel wasserte zwei Minuten vor dem errechneten Niedergang. Vier Schiffe eilten zum Landungsort, Taucher sicherten die Kapsel, die darauf wie ein riesiger Fisch mit einer Angel in eines der Boote gehievt wurde.

Das Vehikel brachte mehr als 600 Kilogramm Ladung von der ISS auf die Erde, darunter ausrangierte Gerätschaften und die Resultate wissenschaftlicher Experimente. Das Hitzeschild der Kapsel war darauf ausgelegt, beim Wiedereintritt in die Atmosphäre mehr als 1600 Grad Celsius aushalten. Der Transporter hatte lediglich sechs Stunden vor der Landung von der ISS abgedockt.

Raumfähre „Dragon“ im Anflug

Der Transport schwerer und größerer Materialien ist entscheidend für die ISS. Nach derzeitiger Planung soll SpaceX im Auftrag der US-Raumfahrtbehörde Nasa mit einer Serie von zwölf Gütertransport-Flügen zur Raumstation beginnen. Dafür hat die Behörde mit dem Unternehmen einen 1,6 Milliarden Dollar (1,25 Milliarden Euro) schweren Vertrag abgeschlossen.

Als der Drache ins All flog
SpaceX NASA launch
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Aufbruch zu einer historischen Mission: Pünktlich um 09.44 Uhr MESZ am 22. Mai 2012 hob die unbemannte Kapsel Dragon des US-Unternehmens SpaceX vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral ab. Als erste private Raumkapsel beförderte sie Versorgungsgüter zur Internationalen Raumstation ISS.

(Foto: dpa)
Dragon
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Zehn Minuten nach dem Start erreichte die Kapsel die Erdumlaufbahn, wo sie sich von der Rakete trennte und Kurs auf die ISS nahm.

(Foto: Nasa)
Dragon
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Auf ihrer Mission transportierte die Kapsel rund 520 Kilogramm Fracht, vor allem Lebensmittel für die Astronauten auf der Raumstation.

(Foto: Nasa)
Dragon
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Bei Erreichen der Raumstation musste die Dragon von der Stationscrew mit dem Roboterarm der ISS eingefangen und in ihre endgültige Parkposition gebracht werden.

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Bei ihrer Rückkehr transportierte die Raumkapsel 660 Kilogramm Abfälle zur Erde.

(Foto: Nasa)
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Die Dragon-Kapsel vor ihrer Endmontage. Die Raumkapsel hat eine Länge von 4,4 Metern, ihr Durchmesser beträgt 3,6 Meter.

(Foto: Nasa)
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In dem drucklosen Laderaum der Kapsel können insgesamt gut drei Tonnen Fracht transportiert werden.

(Foto: Nasa)
  • dpa
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2 Kommentare zu "Erfolgreicher Jungfernflug: Der „Drache“ ist wieder zu Hause"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Was für ein Blödsinn. Die Flüge mit dem Abteilung, sowie dem japanischen HVT und der progress aus russland wird es weiterhin geben. Und die landefähigkeit wird zwar gebraucht, aber sicher nicht immer. Oder wer braucht das gebrauchte klopapier der iss Bewohner?

  • Nun können die Europäer mit ihrem umweltverschmutzenden (da keine Landung, sondern nur Verglühen bei Wiedereintritt in die Atmosphäre vorgesehen) ATV endgültig einpacken. Die vielen hundert Millionen EUROs wurden zum Fenster hinaus geworfen. Und die von EADS und Konsorten auf Kosten europäischer, überwiegend deutscher Raumfahrtprogramme bereits auf Halde produzierten ATVs können endgültig verschrottet werden. Der Steuerzahler weiß ja nichts davon.

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