Europäische Raumfahrt trauert Beagle 2 schweigt wohl für immer

Die Aussichten auf eine Kontaktaufnahme mit dem europäischen Mars-Landegerät „Beagle 2“ werden immer geringer. Der Roboter bleibt verschollen und die Europäische Raumfahrt trauert.

HB DARMSTADT. Auch bei einem Flug über die Abwurfstelle in rund 300 Kilometern Höhe hat die Sonde „Mars-Express“ am Mittwoch keine Signale empfangen. „Wir müssen davon ausgehen, dass es zerstört worden ist oder in einem Krater liegt“, sagte Projektleiter Mike McKay in der Raumfahrtkontrollstation ESOC in Darmstadt. Die Lande- Einheit war am ersten Weihnachtsfeiertag auf dem roten Planeten niedergegangen. Seitdem scheiterten alle Versuche zur Kontaktaufnahme.

„Ich habe eine traurige Nachricht“, begann der wissenschaftliche Leiter der Europäischen Weltraumagentur ESA, David Southwood, seine kurzen Ausführungen. In dem Datenmaterial, das die Sonde vom Mars aufgenommen habe, hätten keine Signale von „Beagle 2“ herausgefiltert werden können. „Aber wir geben noch nicht auf“, sagte Southwood. Es gebe in den kommenden Tagen noch einige Möglichkeiten, ihn aufzuspüren. „Wir werden außerdem unsere Such-Strategien ändern.“

Der englische Wissenschaftler Colin Pillinger, der als „Vater des Beagle“ gilt, war sichtlich erschüttert über die schlechten Nachrichten. Er zupfe sich nervös an den Hemdärmeln während er dem Team für seien Einsatz dankte: „Wir wollen den Kopf noch nicht hängen lassen. Nächsten Montag gibt es noch eine gute Chance, Beagle zu finden.“

Die europäische Mars-Mission sei trotz des Verlustes ein Erfolg, erläuterte Southwood. „Wir haben von Beginn an gesagt, dass Beagle nur das Sahnehäubchen auf dem Kuchen ist.“ Es gebe einen „bitter- süßen Beigeschmack“, dass die Sonde erstklassig funktioniere. In diesen Tagen seien die ersten der sieben Instrumente an Bord des „Mars-Express“ eingeschaltet worden. Bereits in der kommenden Woche könnten erste Bilder der dreidimensionalen Kamera erwartet werden.

Der wissenschaftliche Beitrag von „Beagle 2“ an der Mission wird mit etwa 20 % angegeben. Das Landegerät sollte sechs Monate lang Panorama-Bilder von der Marsoberfläche liefern sowie mit einem Bohrer etwa einen Meter in die Marsoberfläche eindringen und die Bodenproben analysieren. Ähnliche Ergebnisse können allerdings auch die beiden US-Landgeräte liefern, von denen der erste, „Spirit“, vor wenigen Tagen erfolgreich auf dem Mars gelandet ist. Der zweite wird Ende des Monats erwartet.

Die Mission der Sonde „Mars-Express“ dauert zwei Jahre. Ihr Hauptinstrument ist ein Radar, das den Boden bis in eine Tiefe von fünf Kilometer durchdringt. Dort könnte er flüssiges Wasser aufspüren - die Grundvoraussetzung für Leben.

Die Erforschung des Mars sei eine der größten Herausforderungen der Menschheit, weil der Planet der Erde am meisten ähnele, sagte Southwood. Die ESA werde auch weiterhin an der Untersuchung teilnehmen. Bereits vor einer Woche hatte die englische Regierung im Falle des Scheiterns von „Beagle 2“ eine neue Mars-Mission in Aussicht gestellt.

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