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Europäischer Erfinderpreis Geht's nicht auch ein bisschen kleiner?

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Ein Pionier und Abenteurer
Mit seiner Vita könnte es Andreas Manz auch ruhig angehen lassen, aber für ein Leben als Käfersammler im heimischen Biotop fühlt er sich einfach noch zu jung.
Zu jung fürs Altenteil

Mit seiner Vita könnte es Andreas Manz auch ruhig angehen lassen, aber für ein Leben als Käfersammler im heimischen Biotop fühlt er sich einfach noch zu jung.

Experten gehen davon aus, dass das Potenzial der Technik noch lange nicht ausgeschöpft ist. Besonders in der Vor-Ort-Überwachung und –Diagnostik erwarten sie in den kommenden Jahren große Fortschritte: In abgelegenen Gebieten könnten kostengünstige und schnelle Tests bei der Eindämmung von Epidemien und Pandemien helfen. Forscher arbeiten an Diagnosemethoden für HIV und Malaria sowie für Denguefieber, genetische Erkrankungen und verschiedene Krebsarten.

Ein lukrativer Markt: Laut einem Bericht des US-amerikanischen Marktforschungsinstituts BCC Research aus dem Jahr 2011 wird der Markt für Biochips, zu denen auch die miniaturisierten Labore  gehören, von 2,8 Mrd. Euro (3,5 Mrd. US-Dollar) im Jahr 2010 bis 2016 auf ein Volumen von 7,8 Mrd. Euro (9,6 Mrd. US-Dollar) wachsen. Ein Bericht aus dem Jahr 2014 geht für den Zeitraum zwischen 2014 und 2019 von einem Marktwachstum von 18 Prozent aus.

„Im Moment ist das heißeste Ding die klinische Diagnostik“, sagt Manz. Und die Entwicklung von künstlichen Organen, das Tissue Engineering. „Ich denke, in nicht allzu ferner Zukunft werden wir außerhalb von unserem Körper ein Organ künstlich herstellen können.“ Manz betreut am KIST ein Projekt, das helfen soll, menschliche Organe wie Leber oder Niere im Labor zu imitieren. Gelingt das, könnten Tierversuche irgendwann unnötig werden.

Manz ist ein Abenteurer und Pionier, das sagt er auch von sich selbst. Und das liest sich auch in seinem Lebenslauf, in seinen zahlreichen Stationen in der Schweiz, England, Deutschland, den Niederlanden, den USA, Korea und Japan – überall dort hat er an Universitäten und Instituten gearbeitet hat, in Unternehmen und als Berater und Teilhaber von Start-Ups. Nebenher gründete er noch eine Zeitschrift für sein Fachgebiet Lab-on-a-Chip und zog nach der Trennung von seiner ersten Frau drei Kinder alleine groß.

So erfolgreich die Technik heute ist – am Anfang interessierte sich kaum einer für verkleinerte und schnellere Anwendungen. Bis die Technik einen festen Platz in der Forschungsgemeinde einnehmen konnte, mussten sich die Pioniere durchbeißen.

Daher schloss sich Manz mit seinen Mitstreitern auf Konferenzen und Kongressen zusammen. „Ich wollte mehr mit reinziehen“, sagt er. „Erst war es nur ein kleiner Club, heute gehören dem Club 10.000 Leute an, die Chipforschung machen.“

Pläne für die Zukunft? Ein neues Start-Up will er dann doch nicht mehr gründen. Für seine Verhältnisse ist er sesshaft geworden und hat mit seiner zweiten Frau ein Designerhaus im Saarland gebaut, auch wenn er seinen Wohnsitz in England auf dem Papier noch hat. Er hat sich sogar das landestypische Grillgerät in den Garten gestellt – einen Schwenker. Aber für berufliche Veränderungen ist er noch immer offen. Mit seiner Vita könnte er es auch ruhig angehen lassen, aber für ein Leben als Käfersammler im heimischen Biotop fühlt er sich einfach noch zu jung.

Das Europäische Patentamt verleiht alljährlich den Europäischen Erfinderpreis. In fünf Kategorien werden Erfinder für ihren Beitrag zur europäischen Wirtschaft und zur Weiterentwicklung der Gesellschaft geehrt. Bis zur diesjährigen Preisverleihung am 11.Juni in Paris stellt Handelsblatt Online alle 15 Nominierten und ihre innovativen Ideen vor.

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