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Europäischer Erfinderpreis Häuptling Silberscheibe

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Eine halbe Billion Silberscheiben
Seinem eigentlichen Metier ist Immink, den seine Freunde „Kees“ nennen, bis heute treu: Mit seinem Unternehmen Turing Machines tüftelt er weiter an Kodierungsverfahren.
Unermüdlicher Tüftler

Seinem eigentlichen Metier ist Immink, den seine Freunde „Kees“ nennen, bis heute treu: Mit seinem Unternehmen Turing Machines tüftelt er weiter an Kodierungsverfahren.

Als „Meilenstein auf dem Weg zur Digitalisierung“ lobte jüngst der Präsident des Europäischen Patentamts (EPA), Benoît Battistelli, die Arbeit Imminks, der nun auch in der Kategorie „Lebenswerk“ für den diesjährigen Europäischen Erfinderpreis nominiert ist. Auch wenn im vergangenen Jahr Downloads und Streams aus dem Internet erstmals mehr Einnahmen erwirtschafteten, bleibt die CD für die Musikindustrie nach Angaben der Internationalen Vereinigung der Phono-Industrie (IFPI) mit Einnahmen von umgerechnet fast sieben Milliarden Euro im Jahr 2014 ein Verkaufsschlager.

Ihr Rekordjahr erlebte die Musik-CD 2000 mit fast 2,5 Milliarden verkauften Scheiben. Zählt man wieder beschreibbare Varianten mit, ging seit den frühen Achtzigern die enorme Zahl von einer halben Billion Silberscheiben über die Ladentische.

Immink ist trotz zahlreicher Ehrungen bodenständig geblieben. Unter anderem schlug ihn im Jahr 2000 die niederländische Königin Beatrix zum Ritter des Oranien-Nassau-Ordens, 2003 bekam er sogar den renommierten US-Fernsehpreis Emmy. 1998 trennte er sich nach fast drei Jahrzehnten von seinem Arbeitgeber, aus Ärger über die sich verändernde Unternehmenskultur. „Das war ein bisschen wie eine Scheidung, ich habe damals überlegt, ob ich nicht was ganz anderes machen soll, klassisches Griechisch zum Beispiel“, erinnert er sich heute

Zeitweise unterrichtete Immink Studenten in Singapur – und entdeckte seine Leidenschaft für eine etwas andere Form der Kodierung: für die chinesische Schrift und Sprache, die er seit drei Jahren studiert. „Faszinierend, aber kompliziert“, fasst er seine Erfahrungen zusammen.

Seinem eigentlichen Metier ist Immink, den seine Freunde „Kees“ nennen, bis heute treu: Mit seinem Unternehmen Turing Machines tüftelt er weiter an Kodierungsverfahren und verkaufte einige Patente äußerst gewinnbringend, unter anderem an den koreanischen Konzern LG. Von seinem Haus in der Nähe des Rheins in Rotterdam pendelte er bis zu seiner kürzlichen Emeritierung auch an die Universität Duisburg-Essen und gab Vorlesungen am Institut für Experimentelle Mathematik. „Es ist schön zu sehen, dass unsere für die Anwendung entwickelten Konzepte heute in der Forschung zur Informationstheorie eine Rolle spielen.“

Das Europäische Patentamt verleiht alljährlich den Europäischen Erfinderpreis. In fünf Kategorien werden Erfinder für ihren Beitrag zur europäischen Wirtschaft und zur Weiterentwicklung der Gesellschaft geehrt. Bis zur diesjährigen Preisverleihung am 11.Juni in Paris stellt Handelsblatt Online alle 15 Nominierten und ihre innovativen Ideen vor.

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