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Europäischer Erfinderpreis Häuptling Silberscheibe

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Mehr als 1000 Patente tragen Imminks Namen
Von seinem Haus in der Nähe des Rheins in Rotterdam pendelte Immink bis zu seiner kürzlichen Emeritierung auch an die Universität Duisburg-Essen und gab Vorlesungen am Institut für Experimentelle Mathematik.
Einer, der gern Grenzen überschreitet

Von seinem Haus in der Nähe des Rheins in Rotterdam pendelte Immink bis zu seiner kürzlichen Emeritierung auch an die Universität Duisburg-Essen und gab Vorlesungen am Institut für Experimentelle Mathematik.

Der makellose Klang der CD und auch die bestechende Bildqualität der späteren DVDs und Blue Ray Discs mussten von Immink und seinen Forscherkollegen in den Philips-Labors in Eindhoven hart erarbeitet werden. Statt einer Nadel, die die Rillen der Schallplatte abtastet, liest der Laser auf der Oberfläche der CD die auf engem Raum als Binärcode gespeicherten Musikinformationen aus. Da die Lasertechnik damals noch nicht weit fortgeschritten war, konnten schon etwas Staub, Fingerabdrücke oder leichte Kratzer dafür sorgen, dass etwa eine Eins fälschlicherweise als Null interpretiert wurde und der Fehler sich beim weiteren Auslesen der CD fortpflanzte. Ruckeln und Ausfälle beim Musikhören waren die Folge.

„Es ging darum, eine Fehlerkorrektur einzubauen“, erläutert Immink. Um diese Aufgabe zu lösen, griff der gelernte Elektro-Ingenieur auf die sogenannten Reed-Solomon-Codes zurück, die schon in den siebziger Jahren im Voyager-Raumfahrtprogramm eingesetzt wurden, um eine verständliche Funkübertragung zwischen den Raumsonden und der Erde sicherzustellen. Zusätzliche Kontrollbits prüfen dabei die Kohärenz der übertragenen Informationen und korrigieren sie gegebenenfalls.

„Um die Theorie zu verstehen, musste ich mit ziemlich vielen Mathematikern sprechen und sie mir sozusagen im Vorbeigehen aneignen“, erinnert sich Immink, eigentlich gelernter Elektroingenieur. Und dann galt es auch noch, die Theorie mit den technischen und physikalischen Anforderungen der CD-Herstellung in Einklang zu bringen. „Ich musste zwischen den Disziplinen vermitteln“, sagt Immink heute mit Blick auf die Ablehnung vieler Ingenieure gegenüber der Mathematik. „Aber genau das hat mir ja auch Spaß gemacht.“

Nach mehreren gescheiterten Versuchen hatte Immink schließlich in einer der zahlreichen Diskussionen mit Kollegen von Philips und Sony die entscheidende Idee: Er entwickelte die sogenannte Eight-to-Forteen-Modulation, kurz EFM genannt. Dabei werden nach bestimmten Regeln acht Bits – eine Reihe von acht Einsen und Nullen – in ein Muster von 14 Bits übersetzt. Der binäre Code wird in kürzere Blocks unterteilt, die vom Laser einfacher und exakter auszulesen sind.

Zusätzlich baute Immink eine Komponente ein, die sicherstellte, dass der Scanner immer seine genaue Position auf dem Medium erkennt. Dadurch konnten Musikhörer auf der CD von Stück zu Stück springen, eine erhebliche Verbesserung im Vergleich zu Kassetten- oder Plattenaufnahmen.

In den folgenden Jahren verfeinerte der Niederländer die Technik. Sie steckt in den noch speicherstärkeren DVDs, die Mitte der neunziger Jahre die analogen Videokassetten ablösten, und auch in den Blu-Ray-Discs, die seit 2006 verkauft werden. Auf mehr als 1000 Patenten weltweit steht heute Imminks Name. Auch erkannte er als einer der Ersten, dass CD und DVD auch als Speichermedien jenseits von Musik und Film dienen könnten: Bereits 1984 forschte er an einer wieder beschreibbaren Silberscheibe.

Eine halbe Billion Silberscheiben
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