Experiment auf Hawaii Ein Jahr in Isolation - Nasa simuliert Mars-Bedingungen

Drei Teilnehmer eines Experiments der US-Raumfahrtbehörde Nasa lassen sich unter einer Kuppel im US-Bundesstaat Hawaii einschließen, wo sie ein Jahr abgeschieden von der Außenwelt die Bedingungen einer Mars-Mission simulieren sollen.
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In der Nachbildung einer Raumstation werden drei Männer und drei Frauen für ein Jahr in einer Art Wohngemeinschaft leben und zugleich wissenschaftliche Untersuchungen anstellen. Quelle: dpa
Simulierte Marsstation

In der Nachbildung einer Raumstation werden drei Männer und drei Frauen für ein Jahr in einer Art Wohngemeinschaft leben und zugleich wissenschaftliche Untersuchungen anstellen.

(Foto: dpa)

MiamiEin Jahr lang Wohnen auf engem Raum, wenig Kontakt zur Außenwelt und Dosenessen - dafür haben sich sechs Menschen aus den USA, Deutschland und Frankreich zur Vorbereitung einer bemannten Mars-Mission entschlossen. Die Teilnehmer eines Experiments der US-Raumfahrtbehörde Nasa, drei Männer und drei Frauen, ließen sich am Freitag um 15.00 Uhr Ortszeit (Samstag 03.00 Uhr MESZ) unter einer Kuppel im US-Bundesstaat Hawaii einschließen, wo sie ein Jahr abgeschieden von der Außenwelt die Bedingungen einer Mars-Mission simulieren sollen.

Leben im All
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Die dauerhafte Präsenz des Menschen auf dem Mond ist ein Thema, das nicht erst seit den Tagen der ersten Mondlandung die Phantasie vieler Menschen beschäftigt. Hier ein paar Visionen, wie das Leben auf dem Erdtrabanten aussehen könnte.

Foto: Nasa

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Dieser ältere Entwurf von Experten der US-Weltraumbehörde Nasa ähnelt in seinem modularen Aufbau der Raumstation ISS. Die einzelnen Elemente der Station bestehen aus standardisierten Bauteilen, die nach und nach zur endgültigen Raumstation zusammengesetzt werden.

Foto. Nasa

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Mit dem Lunarmobil zum Außenposten - so sieht es ein moderner Entwurf der Nasa vor.

Foto: Nasa

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Als Standort kämen die südliche Polregion des Erdtrabanten infrage, eine Region, die ausreichend Sonnenenergie erhält, um die Stromversorgung der Station zu gewährleisten.

Foto: Nasa

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Für den Unterhalt der Station müssten mittelfristig Bodenschätze vor Ort gefördert werden. Gerade hier sehen Kritiker einer dauerhaften Mondstation eines der größten Probleme.

Foto: Nasa

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Fernziel der Nasa-Vordenker: der Mars. Eine permanente Mondstation böte gute Voraussetzung für die Vorbereitung eines Flugs zum Roten Planeten.

Foto: Nasa

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Als Ergänzung zu einer festen Station beschäftigen sich Raumfahrtingenieure auch mit Modellen für Mobilität auf dem Mond. Dieses Modell eines Mondrovers böte Platz für vier Personen und genügend Ressourcen für eine bis zu zweiwöchige Mission.

Foto: Nasa

Das neue Zuhause der sechs Weltraum-Enthusiasten ist sechs Meter hoch und hat einen Durchmesser von elf Metern. Jeder hat ein kleines eigenes Zimmer mit Bett und Schreibtisch. Auf dem Speiseplan der Sechs werden in den kommenden Monaten etwa Thunfisch aus der Dose sowie Käsepulver und andere gefriergetrocknete Lebensmittel stehen. Das Außengelände ihrer Unterkunft dürfen sie nur in Raumanzügen betreten. Zum Internet haben die Experiment-Teilnehmer nur begrenzten Zugang.

Auch die deutsche Physikerin Christiane Heinicke nimmt an dem Experiment teil. Die 1985 geborene Absolventin der Technischen Universität Ilmenau schilderte ihre Motivation vorab in ihrem Blog: „Wir wollen dabei mithelfen, die ersten Menschen auf den Mars zu bringen. Während jedem sofort einleuchtet, dass man dafür Raumfähren entwickeln muss und Marsstationen und Raumanzüge, unterschätzen viele, dass der wichtigste Faktor der Mensch ist.“

Um auch hierfür die richtigen Vorkehrungen zu treffen, wolle sie ein Jahr lang isoliert „irgendwo auf einem abgeschiedenen Berghang des Mauna Loa leben, einem der größten Vulkane der Erde“, schrieb Heinicke.

Die Nasa ist bislang nur zu unbemannten Mars-Missionen in der Lage. Eine Mars-Sonde an ihr Ziel zu bringen, dauert etwa acht Monate. Bei einer bemannten Mars-Mission, die die Nasa für die 2030er Jahre anvisiert, könnte sich die Reisedauer allerdings auf ein bis drei Jahre verlängern. Die Astronauten hätten in all dieser Zeit keinen Zugang zu frischer Luft, frischen Lebensmitteln und müssten außerdem weitgehend auf eine Privatsphäre verzichten. Um auf diese schwierige Situation vorbereitet zu sein, testet die Nasa immer wieder mit Probanden das Leben in Isolation.

  • afp
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