Ferne Welten Uraltes Planetensystem entdeckt

Forscher haben den ältesten Stern mit erdähnlichen Planeten entdeckt. Der Fund des Planetensystems lässt vermuten, dass lebensfreundliche Welten schon deutlich früher existiert haben könnten als bislang vermutet.
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Die Illustration zeigt das Sonnensystem Kepler-444. Fünf Planeten umkreisen hier einen mehr als 11 Milliarden Jahre alten Stern. Quelle: ap

Die Illustration zeigt das Sonnensystem Kepler-444. Fünf Planeten umkreisen hier einen mehr als 11 Milliarden Jahre alten Stern.

(Foto: ap)

BerlinLebensfreundliche Welten haben im Universum womöglich schon früher existiert als bisher angenommen. Dies legt die Entdeckung des bislang ältesten bekannten Sonnensystems mit Planeten von erdähnlicher Größe nahe, die einem Forscherteam unter Leitung der Universität Birmingham gelungen ist.

Mit Messdaten des Weltraumteleskops Kepler fanden Forscher fünf vergleichsweise kleine Planeten bei dem Stern Kepler-444, dessen Geburtsstunde etwa 11,2 Milliarden Jahre zurückliegt. Damit ist dieses Planetensystem fast zweieinhalb Mal so alt wie unser Sonnensystem, berichtet das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen. Bisher ist kein anderes System vergleichbaren Alters bekannt, das Planeten von erdähnlicher Größe besitzt.

Neu entdeckte Planeten sind Kandidaten für Leben im All
Sieben erdähnliche Planeten entdeckt
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Astronomen haben sieben erdähnliche Planeten bei einem Roten Zwergstern in unserer kosmischen Nachbarschaft aufgespürt. Sechs dieser Exoplaneten liegen in einer Temperaturzone, in der Wasser flüssig sein kann – eine Voraussetzung für Leben, wie wir es kennen.

Planetensystem Trappist-1
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Drei der Planeten könnten sogar Ozeane auf ihrer Oberfläche besitzen, sofern sie erdähnliche Atmosphären haben, schreiben die Forscher um Michaël Gillon von der Universität Liège (Lüttich) im britischen Fachblatt „Nature“. Damit gehört das Sonnensystem des Roten Zwergs namens Trappist-1 zu den aussichtsreichsten Orten für die Suche nach außerirdischem Leben. Hinweise darauf haben die Forscher aber nicht.

40 Lichtjahre entfernt
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Das Zwergsternsystem liegt knapp 40 Lichtjahre entfernt und damit nach kosmischen Maßstäben praktisch vor unserer Haustür. Trotzdem würden irdische Raumsonden für eine Reise dorthin Jahrtausende benötigen.

Umlaufbahnen der Planeten von Trappist-1
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Drei der Exoplaneten hatte dasselbe Team bereits 2016 beschrieben. Es war der erste Fund von Exoplaneten bei einem Roten Zwergstern, einem der häufigsten Sterntypen in unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße. Weitere vier Planeten dieses Sterns haben die Forscher nun durch sorgfältige Nachbeobachtung entdeckt. Alle sieben sind ungefähr so groß wie die Erde und wahrscheinlich Gesteinsplaneten. (Foto: IoA/Amanda Smith)

Vergleich Trappist-1 mit den Gesteinsplaneten des Sonnensystems
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Der Zwergstern, den diese Planeten umkreisen, hat lediglich acht Prozent der Masse unserer Sonne. Er ist nicht einmal halb so heiß, wodurch auf seinen Planeten trotz ihrer engen Umlaufbahnen gemäßigte Temperaturen herrschen. Die inneren sechs Trabanten umrunden ihren Stern in 1,5 bis 12 Tagen, die Umlaufzeit des äußersten Planeten ließ sich noch nicht genau bestimmen. (Foto: NASA/JPL-Caltech)

Exoplanet Kepler-1647b
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Bislang haben Astronomen über 3500 Exoplaneten - also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems - registriert. Einer der interessantesten ist Kepler-1647b (als schwarzer Punkt im Zentrum des Bildes vor seinen beiden Sternen dargestellt), der bislang größte Exoplanet, der gleich zwei Sterne umkreist. Ihn entdeckten Wissenschaftler vor einiger Zeit mit Hilfe des Weltraumteleskops Kepler. Kepler-1647b hat ungefähr die Größe von Jupiter, einer seiner beiden Sterne ist etwas größer, der andere etwas kleiner als unsere Sonne.

Exoplanet Kepler-1647b (künstlerische Darstellung)
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Planeten, die ein Doppelsternsystem umkreisen, werden auch als „Tatooine“ bezeichnet, in Anlehnung an den Namen des fiktiven Heimatplaneten von Luke Skywalker aus der Star-Wars-Saga, der ebenfalls um ein Sonnenpaar kreist. Kepler-1647b ist rund 3700 Lichtjahre von der Erde entfernt. Für einen kompletten Umlauf um seine beiden Sterne benötigt er 1107 Erdentagen.

Tatsächlich mutet das System Kepler-444 wie eine weit entfernte Ausgabe unseres eigenen inneren Sonnensystems an – mit den Planeten Merkur, Venus, Erde und Mars. Zwar kreisen dort im Sternbild Leier nicht vier, sondern fünf kleine Planeten um ihr Zentralgestirn; ihre Größen liegen jedoch alle zwischen denen von Merkur und Venus. Die fünf Exoplaneten umrunden den Stern in weniger als zehn Tagen und dementsprechend in einem Abstand von weniger als einem Zehntel der Entfernung zwischen Erde und Sonne.

Für seine Untersuchung nutzte das Team Methoden der sogenannten Asteroseismologie: Das Weltraumteleskop Kepler beobachtete dazu die natürlichen Resonanzen des Sterns. Diese werden von Schallwellen erzeugt, die im Stern gefangen sind und ihn zum Schwingen bringen. „Die Schwingungen verursachen winzige Helligkeitsschwankungen im Licht, das der Stern ins All strahlt“, sagt Saskia Hekker vom MPS. „Ihnen können wir Durchmesser, Masse und Alter des Sterns entnehmen.“

Das Bild des Universums ändert sich
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