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Fischfang Fette Beute

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Die Zuchttiere haben keine einheitliche genetische Ausstattung: Lachs ist nicht gleich Lachs, die Fische wachsen deshalb beispielsweise unterschiedlich schnell. Wegen der unterschiedlichen Wachstumsgeschwindigkeit müssen die Tiere in den Becken immer wieder neu nach Größen sortiert werden.

Fische sind früh geschlechtsreif. Dann ist das Fleisch der Tiere kaum noch genießbar.Deshalb werden Fischfarmen meist in Küstennähe angelegt. Denn leben sie in Ufernähe, können die Fische bequem gefüttert, beobachtet und auch gefangen werden. "Die Züchter können direkt sehen, ob es ihren Fischen gut geht", bringt es Aquakultur-Spezialist Hilge auf den Punkt. Doch die Nachteile dieser Haltung wiegen schwer: Schlecht geführte Fischfarmen können mit Kot, Futter- und Arzneimittelresten das Wasser an den Küsten so verderben, dass rings um das Netzgehege regelrechte Todeszonen entstehen, in denen das natürliche Meeresleben komplett abstirbt.

Durch die Flucht aufs offene Meer versuchen die Fischfarmer diesen Problemen aus dem Weg zu gehen. Denn in tiefem Wasser lassen sich viel größere Gehege installieren. Und die Strömung verteilt Futterreste und Exkremente großflächig über das Meer. In den USA dürfen solche Aquakulturen nach einem Beschluss der Regierung Bush aus dem Jahre 2006 inzwischen nicht nur in der Drei-Meilen-Zone, sondern auch noch in einer Entfernung von bis zu 200 Meilen vor den heimischen Küsten angelegt werden. Das Ziel ist klar: Der Anteil der Aquakulturen an der Fischproduktion des Landes soll kräftig wachsen. Derzeit rangieren die USA als Fischproduzent weit hinter China, Vietnam, Chile oder der Europäischen Union auf einem hinteren Platz.

Riesige Käfige, die bis zu 100 000 Tonnen Fisch Platz bieten und zehn Tonnen wiegen, sollen den Weltmarktanteil der Amerikaner kräftig erhöhen. Die Konstruktionen, die mit Unterstützung der Universität von Hawaii entwickelt wurden, lassen sich mit einem ausgeklügelten System, das denen von U-Booten gleicht, in wenigen Minuten senken oder heben. Die ferngesteuerten Anlagen mit ihrer wertvollen Fracht können so Stürmen oder Schiffen ausweichen.

Noch befinden sich die Anlagen im Pazifik vor Hawaii im Versuchsstadium, noch sind nicht alle Probleme gelöst. "Wie füttere ich die Fische, wenn ich für 1 000 Tonnen Lachs jeden Tag 15 Tonnen Futter herankarren muss? Wie überwache ich die Gesundheit der Fische und verhindere, dass die Tiere durch defekte Netze ins offene Meer entfliehen", fragt sich nicht nur der deutsche Fischerei-Experte Hilge.

Doch trotz der Probleme basteln die Amerikaner unbeirrt weiter an der Zukunft des Fischens: Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) zeigte jüngst neue Pläne für riesige automatisierte Fischkäfige, die vor der Küste Floridas ins Wasser gelassen werden sollen, bestückt mit fingergroßen Jungfischen. Gehalten wird der Käfig von einer zentralen Boje, die von Satelliten überwacht wird und den Tieren automatisch Futter spendet. Die Fischfarm soll von Florida aus mit dem warmen Golfstrom langsam in Richtung Europa treiben, um nach neun Monaten mit der erntereifen Fracht vor der Küste Portugals zu landen.

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