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Fliegende Antennen statt Basisstationen Luftschiffe helfen künftig beim Ausbau des Mobilfunks

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Das Team um den Luftfahrtingenieur und Chef der Schweizer Firma Stratxx, Kamal Alavi, ist da weiter. Es entwickelt ebenfalls eine fliegende Antenne: Zusammen mit Forschern, unter anderem von der ETH Zürich und der Eidgenössischen Materialprüfungsanstalt (EMPA), hat Alavi kürzlich einen ersten Testballon auf 21 Kilometer Höhe gebracht, von wo aus Daten mit der Funktechnik Wimax mit bis zu 40 Megabytes pro Sekunde übertragen werden sollen. Die so genannte X-Station ist ein extrem leichter, heliumgefüllter, 70 Meter langer Zeppelin, der über eine Mobilfunkstation mit Sendeantenne verfügt. Kurskorrekturen übernimmt ein zusammen mit der ETH entwickelter GPS-gestützter Autopilot. Durch Propeller wird das solargetriebene Gefährt in der Spur gehalten.

„Später soll die X-Station in der Stratosphäre positioniert werden und von da aus eine Fläche von 1 000 Kilometern abdecken“, sagt Alavi. Später, das ist nach seiner Einschätzung 2009, wenn das System auf den Markt kommen soll. Der Preis: 20 bis 25 Millionen Euro. „Um Europa abzudecken bräuchte man etwa 20 Luftschiffe“, schätzt der Stratxx-Chef. Neben der Telefonie und Internetverbindungen sollen über die fliegende Antenne auch digitale Radio- und Fernsehensendungen übertragen und Landstriche überwacht werden, etwa waldbrandgefährdete Gebiete.

Insgesamt wird weltweit in 20 bis 30 Projekten an ähnlichen Übertragungstechniken gearbeitet, schätzt DLR-Entwickler Horwarth. Das wahrscheinlich größte läuft beim US-Rüstungskonzern Lockheed Martin, wo das Verteidigungsministerium 30 Mill. Euro in die Entwicklung eines Luftschiffes investiert, das teure Spionage-Satelliten ersetzen soll. Aber auch in Japan, Korea und Europa gibt es vergleichbare Ideen. „Wer zuerst ein marktreifes System vorstellt, wird keine Probleme haben, es zu verkaufen“, ist sich Horwarth sicher. Allein China bekunde großes Interesse, weil weite Teile des Landes noch nicht mit Kommunikationstechnik versorgt sind und ein Netz mit Antennen sehr teuer würde.

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