Flug MH370 Ende in unkontrolliertem Sturzflug

Australische Experten haben Ergebnisse ihrer Untersuchung von Trümmerteilen einer verschwundenen Boeing der Malaysia-Airlines veröffentlicht. Was an Bord von Flug MH370 geschah, bleibt aber weiter rätselhaft.
Update: 02.11.2016 - 11:05 Uhr
Ein Pilot der Royal Australian Air Force bei der Suche nach Flug MH 370. Die Maschine verschwand im März 2014 von den Radarschirmen. Quelle: dpa
Suche nach MH370

Ein Pilot der Royal Australian Air Force bei der Suche nach Flug MH 370. Die Maschine verschwand im März 2014 von den Radarschirmen.

(Foto: dpa)

BerlinMehr als zwei Jahre nach dem Verschwinden einer Boeing der Malaysia-Airlines gibt es neue Erkenntnisse über das mögliche Ende der Maschine. Demnach ist die Boeing mit der Flugnummer MH 370 wahrscheinlich nach einem unkontrollierten Sturzflug im Meer versunken. Dieses Ergebnis legten Experten der australischen Behörde für Transportsicherheit (ATSB) am Mittwoch vor. Sie hatten aufgefundene Wrackteile analysisert und die Satellitenkommunikation des Fluges ausgewertet.

Flug MH370 der Fluggesellschaft Malaysia Airlines war am 8. März 2014 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Menschen an Bord von den Radarschirmen verschwunden. Das Wrack wird im Indischen Ozean westlich von Australien vermutet. Trotz intensiver Suche in einem 120.000 Quadratkilometer großen Gebiet wurde die Boeing 777 aber bis heute nicht gefunden. Nur einige Trümmerteil konnten entdeckt werden.

Das Wettrennen gegen die Zeit
Boeing 777 Malaysian Airlines Flight MH370 with the registration number 9M-MRO flies over Poland
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8. März: Die Boeing 777 mit 239 Menschen an Bord startet um 00.41 Uhr in Kuala Lumpur mit dem Ziel Peking. Um 01.30 Uhr verschwindet sie von den Radarschirmen. Vietnam startet eine Suchaktion im Südchinesischen Meer. Flugzeuge entdecken Ölspuren - ein erster falscher Alarm. Es gibt Spekulationen über einen möglichen Terroranschlag, weil zwei Passagiere mit gestohlenen Pässen in dem Flugzeug saßen. Später stellt sich jedoch heraus, dass sie offenbar in EU-Ländern Asyl beantragen wollten und die Pässe von Schleusern bekamen.

huGO-BildID: 35836918 Chinese police stand beside the arrival board showing the flight MH370 (top-red) at the Beijing Airport after news of the Malay
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9. März: Von der Maschine fehlt weiter jede Spur. Es gebe Anzeichen dafür, dass das Flugzeug vor dem Verschwinden umgekehrt sei, sagen Ermittler. Vor der Küste Vietnams werden mögliche Wrackteile entdeckt - wieder falscher Alarm.

huGO-BildID: 35848793 A Thai policeman shows a copy of Italian Luigi Maraldiís stolen passport as he visits the Six Stars Travel for questioning in P
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10. März: Experten identifizieren einen der verdächtigen Passagiere. Es gebe keine Anzeichen für einen Anschlag, heißt es. Bei der Suche nach einer angeblichen Rettungsinsel wird nur Treibgut gefunden.

huGO-BildID: 35858925 A journalist (bottom C) points at a photograph of Iranian passenger Pouria Noor Mohammad Mehrdad (pictured L) as a Malaysian po
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11. März: Die verdächtigen Passagiere sind Ermittlern zufolge Iraner, die mit gestohlenen Pässen nach Europa gelangen wollten. Der Krisenstab weitet das Suchgebiet auf die Meerenge von Malakka vor der Westküste Malaysias aus. Die Gegend liegt fernab der eigentlichen Route.

Search underway for Malaysia Airlines jet
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12. März: Auch die indonesische Airforce beteiligt sich an der Suche. Unterdessen entdeckt das malaysische Militär vor der Westküste kurz nach dem Verschwinden der Maschine ein Flugzeug auf dem Radar. Ob es sich um die vermisste Boeing handelte, bleibt unklar. Die Suche wird auf die Straße von Malakka und die Andamanensee ausgedehnt.

Hishamuddin Hussein
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13. März: Das „Wall Street Journal“ meldet unter Berufung auf Experten, die Maschine sei noch Stunden nach dem letzten Kontakt weitergeflogen. Malaysias Verkehrsminister Hishamuddin Hussein dementiert den Bericht. Auf chinesischen Satellitenbildern werden erneut mögliche Trümmer entdeckt - eine weitere falsche Spur.

Philippine Navy crew members onboard Barko ng Republika ng Pilipinas Apolinario Mabini scour West Philippine Sea, as they search for missing Malaysia Airline MH370 plane
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14. März: Auch Boote und Schiffe sind unlängst im Einsatz. Die Suche konzentriert sich nun stärker auf den Indischen Ozean - Hunderte Kilometer westlich der ursprünglichen Flugroute.

Insgesamt wurden 20 Trümmerteile gefunden, die Flug MH 370 zugerechnet werden. Ihre neuen Schlüsse zogen die Experten unter anderem aus dem Zustand einer Landeklappe der Boeing, die in Tansania in Ostafrika angespült worden war. Sie sei wahrscheinlich nicht ausgefahren gewesen, teilten die Experten mit. Piloten fahren die Klappe bei Landungen aus, um die Geschwindigkeit zu reduzieren.

„Dies bedeutet, dass die Maschine nicht auf eine kontrollierte Landung ausgerichtet war“, sagte ATSB-Experte Peter Foley in Canberra. Zuvor hatte es Spekulationen gegeben, die Maschine sei möglicherweise entführt und an einem unbekannten Ort zur Landung gezwungen worden. „Jeder kann seine eigenen Schlüsse daraus ziehen, ob jemand das Flugzeug am Ende unter Kontrolle hatte“, so Foley.

Niemand weiß, was sich an Bord der Maschine abgespielt hat. Spekuliert wurde auch, ob einer der Piloten versuchte, die Maschine auf dem Meer zu landen. Warum die Maschine aber vom Kurs abwich, ist völlig ungeklärt.

Der australische Verkehrsminister Darren Chester eröffnete am Mittwoch in Canberra eine dreitägige Expertentagung, auf der über das weitere Vorgehen bei der Suche nach der Maschine beraten werden soll. Vor wenigen Wochen hatte Australien angekündigt, die Suche nach der seit über zweieinhalb Jahren vermissten Maschine zu verlängern. Ursprünglich sollte die Suche Ende des Jahres abgeschlossen sein.

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  • dpa
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