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Flugpionier Otto Lilienthal Als der Mensch zum Vogel wurde – und abstürzte

Otto Lilienthal beschrieb als erster die physikalischen Grundlagen des Fliegens. Seine Theorien überprüfte er in selbstgebauten Gleitfliegern selbst. Vor 120 Jahren startete er zu seinem letzten, verhängnisvollen Flug.
09.08.2016 - 13:01 Uhr
Die undatierte Aufnahme zeigt den Ingenieur und Flugzeugpionier vor dem Start zu einem seiner Gleitversuche. Quelle: dpa
Otto Lilienthal

Die undatierte Aufnahme zeigt den Ingenieur und Flugzeugpionier vor dem Start zu einem seiner Gleitversuche.

(Foto: dpa)

Anklam/Stölln Er stellte sich gegen die Schwerkraft, kopierte die Flugeigenschaften der Störche und schwang sich einem Vogel gleich in die Luft: Der Ingenieur Otto Lilienthal (1848-1896) gilt als Entdecker der Prinzipien der modernen Luftfahrt. Er war penibler Wissenschaftler, der seine Zuhörer mit einer schlüssigen Theorie begeistern konnte, und er war ein Abenteurer, der an die Grenzen ging.

Bei einem Selbstversuch mit seinem Flugapparat kam Lilienthal vor 120 Jahren ums Leben. Am Gollenberg bei Stölln nordwestlich von Berlin stürzte Lilienthal am 9. August 1896 aus 15 Meter Höhe ab. Einen Tag später starb der schwer verletzte Bruchpilot im Alter von 48 Jahren in der Bergmannschen Klinik in Berlin.

Die Faszination für den Flugpionier, der Theorien im Selbsttest überprüfte, ist bis heute geblieben. Erst vor wenigen Wochen haben Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Windkanal nach den physikalischen Ursachen für den Absturz gesucht. Sein tödlicher Absturz gehe nicht auf einen Konstruktionsfehler, sondern wahrscheinlich auf einen Pilotenfehler zurück, erklärte Andreas Dillmann, Leiter des DLR-Instituts für Aerodynamik und Strömungstechnik, nach den Tests.

Sein Flugapparat galt als robust. Wie die Forscher im Windkanal herausfanden, handelte es sich bei dem Lilienthal-Flieger um „eine aerodynamisch absolut saubere Konstruktion.“ Das Gerät hielt Windgeschwindigkeiten von 36 km/h stand.

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    Lilienthal wurde 1848 in der vorpommerschen Kleinstadt Anklam geboren. Gemeinsam mit seinem ein Jahr jüngeren Bruder Gustav studierte er bereits dort den Flug der Störche, die über die Felder der pommerschen Landschaft glitten, und führte erste Flugexperimente durch. 1889, mittlerweile in Berlin lebend, veröffentlichte Lilienthal sein Hauptwerk „Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst“, in der er den Flügel eines Vogels als gewölbte Tragfläche beschrieb, deren Auftrieb höher als der von ebenen Tragflächen ist.

    Die Grundsätze zur Beschaffenheit von Tragflächen und Luftwiderstand gelten noch immer, sagte Peer Wittig, stellvertretender Direktor des Otto-Lilienthal-Museums in Anklam. Seine theoretischen Abhandlungen hat Lilienthal mit Experimenten belegt.

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