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Flugzeugbau Weltgrößter Forschungsdruckbehälter in Deutschland eröffnet

Im niedersächsischen Stade ist der weltgrößte Forschungsdruckbehälter in Betrieb gegangen. Wissenschaftler wollen damit neue Erkenntnisse für den Bau superleichter Flugzeugteile gewinnen.
22.08.2012 - 17:18 Uhr Kommentieren
Komplette Flügel oder Seitenleitwerke finden in dem riesigen Druckbehälter Platz. Quelle: dpa

Komplette Flügel oder Seitenleitwerke finden in dem riesigen Druckbehälter Platz.

(Foto: dpa)

Stade Der weltgrößte Forschungsdruckbehälter ist am Mittwoch in Niedersachsen in Betrieb gegangen. 20 Meter lang ist der in Stade gebaute Kessel, hat sechs Meter Durchmesser und ist mit massivem Stahl ummantelt. Wissenschaftler vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) wollen damit neue Erkenntnisse für den Bau superleichter Flugzeugteile aus kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen (CFK) gewinnen. Komplette Flügel oder Seitenleitwerke finden in dem riesigen Druckbehälter Platz.

Im Flugzeugbau wird CFK in beheizbaren Druckbehältern ausgehärtet. Dadurch könne weniger Harz eingesetzt und so das Gewicht des Fasergemischs weiter reduziert werden, erläuterte der Direktor des DLR-Instituts für Faserverbundleichtbau und Adaptronik, Martin Wiedemann. Solche Mega-Backöfen kommen schon seit Jahrzehnten zum Einsatz.

Der Stader Druckbehälter verfügt über Fenster und Öffnungen, durch die die Vorgänge im Inneren beobachtet und mit Sensoren gemessen werden können. Mit einem Computermodell soll berechnet werden, unter welchen Bedingungen Bauteile früher aushärten oder von zu geringer Qualität wären. „Das spart Zeit und Energie“, sagte Wiedemann. Erste Ergebnisse, die für die Industrie interessant sein könnten, werden seiner Einschätzung nach in drei bis vier Jahren vorliegen.

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