Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Forschungsprojekt Munin Moderne Geisterschiffe brauchen keinen Steuermann

Seite 5 von 5:
Unbemannte Schiffe sind kein Geschäft für Piraten

Die Küste Westafrikas, vor Somalia, die Straße von Malakka: Wer mit seinem Schiff auf diesen Routen unterwegs ist, muss sich vor Piraten in Acht nehmen. Sie entführen Schiffe, verschleppen die Mannschaften und erpressen Lösegelder in immenser Höhe.

Dieses Geschäftsmodell funktioniert nicht mit autonomen Schiffen. Keine Crew heißt eben auch: kein Lösegeld. Zwar könnten die Piraten immer noch das Schiff entern. Die Frage ist, was sie damit anfangen können. Wenig, sagt Burmeister: "Man kann ein Schiff technisch so weit absichern dass die Piraten, wenn sie an Bord kommen, nicht einfach die Kontrolle übernehmen können."

Gefahr durch Cyberpiraten

Gefahr droht - wie bei allen Computer-gesteuerten Systemen - aus der virtuellen Welt. Schiff und Landkontrollstation stehen per Satellit in Verbindung. Cyberpiraten könnten versuchen, darüber die Kontrolle über die Schiffe zu übernehmen. Diese Gefahr bestehe durchaus und werde auch berücksichtigt, sagt Burmeister. Allerdings wollen sich die Munin-Beteiligten darum nicht selbst darum kümmern, sondern überlassen das der Sicherheitsindustrie.

Stören lassen sich die Schiffe hingegen kaum: Die Schiffe werden zwar von den Landkontrollstationen aus überwacht. Wenn aber die Verbindung abbricht, kann das Schiff eigenständig weiter agieren.

US-Marine testet unbemannte Boote

Bleibt eine Frage: Wann ist es soweit? "Technisch möglich ist das größtenteils", sagt Burmeister. Es werden schon erste Tests auf See durchgeführt: Die US-Marine etwa probt den Einsatz unbemannter Patrouillenboote.

Die Technik ist allerdings nur ein Aspekt. Schifffahrt spielt sich zum Großteil in internationalen Gewässern ab. Es müssen deshalb internationale Regeln her - nationale Alleingänge, wie sie etwa der US-Bundesstaat Nevada für autonome Autos gemacht hat, sind nicht sinnvoll.

Solas wird überarbeitet

Wie lange die IMO dafür braucht, ist aber nicht abzuschätzen. Mitte der 2020er-Jahre steht eine Revision des Internationalen Übereinkommens zum Schutz des menschlichen Lebens auf See (International Convention for the Safety of Life at Sea, Solas) an. Bei diesem Anlass könnten Regelungen für unbemannte Schiffe definiert werden.

Wann es tatsächlich soweit ist, darüber mag Burmeister nicht spekulieren. Das könne zehn Jahre dauern. Es könnte aber auch noch länger dauern, bis die Schiffe wie von Geisterhand gesteuert auf hoher See unterwegs sein werden.

Startseite
Seite 12345Alles auf einer Seite anzeigen

0 Kommentare zu "Forschungsprojekt Munin: Moderne Geisterschiffe brauchen keinen Steuermann"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote