Gefährdete Raubtiere Nichts los ohne Löwe

Überall auf der Welt kämpfen große Raubtiere ums Überleben. Nur langsam setzt sich die Erkenntnis durch, wie stark Ökosysteme durch den Verlust der Fleischfresser gefährdet sind. Eine aktuelle Studie zeigt die Folgen.
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Gefährdete Art: Der Naturschutzbund WWF zählt den afrikanischen Löwen zu den Verlierern des Jahres 2013. Quelle: dpa

Gefährdete Art: Der Naturschutzbund WWF zählt den afrikanischen Löwen zu den Verlierern des Jahres 2013.

(Foto: dpa)

WashingtonDer Rückgang der großen Raubtiere hat weit größere Auswirkungen auf Ökosysteme als bislang bekannt. Der Schwund dieser Tiere gefährde den Artenreichtum von Vögeln, Säugetieren und Wirbellosen und habe auch Folgen für Vegetation, Landwirtschaft und sogar für den Klimawandel,  berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt „Science“.

61 Prozent der 31 größten Raubtiere sind in der Roten Liste der bedrohten Arten als gefährdet eingestuft, schreiben die Forscher um William Ripple von der Oregon State University (Corvallis/US-Staat Oregon). Die Populationen von 75 Prozent dieser Arten schrumpften, ebenso wie ihre Lebensräume.

Um die Situation konkret zu erfassen, konzentrierten sich die Forscher auf sieben Großräuber: Löwe, Dingo, Puma, Leopard, Luchs, Wolf und Seeotter. Aus verfügbaren Daten ermittelten sie, wie sich ein Verschwinden der Tiere auf ihre jeweiligen Ökosysteme auswirkt.

Meist seien die Folgen weithin spür- und sichtbar, berichten sie. So seien in Westafrika mit dem Rückgang von Löwen und Leoparden die Bestände der Anubispaviane stark angewachsen. Daraufhin schrumpften die Populationen kleiner Paarhufer und Primaten, die von Pavianen gefressen werden.

Außerdem bedrohten Pavian-Horden Farmtiere und machten sich über Feldfrüchte her. In den Gewässern von Südost-Alaska führte der Rückgang von Seeottern zu einem starken Anstieg der Zahl von Seeigeln, die dann die Kelpwälder abweideten, schreiben die Forscher.

Ähnliches lässt sich beim Verschwinden von Wölfen in vielen Erdregionen beobachten: Die Zahl von Elchen und anderen Hirschen, die viele Pflanzen fressen, steigt infolgedessen an. Der Rückzug der Vegetation wirkt sich wiederum auf Vögel oder kleinere Säugetiere in dem Ökosystem aus.

So bedeutsam wie der Klimawandel

Selbst auf den Klimawandel haben große Raubtiere in einigen Ökosystemen positiven Einfluss: Sie halten Pflanzenfresser in Schach, so dass die Vegetation besser gedeihen und Kohlendioxid einlagern kann. Quelle: dpa

Selbst auf den Klimawandel haben große Raubtiere in einigen Ökosystemen positiven Einfluss: Sie halten Pflanzenfresser in Schach, so dass die Vegetation besser gedeihen und Kohlendioxid einlagern kann.

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Zumindest in einigen Fällen seien die Veränderungen umkehrbar, berichten die Forscher. Im Yellowstone-Nationalpark erholten sich einige Bereiche nach der Wiedereinführung der Wölfe rasch. „Ich bin beeindruckt, wie widerstandsfähig das Yellowstone-Ökosystem ist“, kommentiert Ripple. „Es passiert nicht überall schnell, aber an einigen Stellen hat der Erholungsprozesse begonnen.“

Neben dem Klimawandel sei das Verschwinden der großen Raubtiere einer der bedeutendsten Einflüsse des Menschen auf die Natur - allerdings ohne vergleichbare Beachtung der Öffentlichkeit zu finden. Daher schlagen die Forscher eine globale Initiative zum Schutz der Tiere vor. Ein Ziel davon sei, Akzeptanz und Toleranz der Menschen für die großen Raubtiere zu gewinnen.

„Wir sagen, dass diese Tiere ein Recht haben zu leben, aber sie haben auch einen ökonomischen und ökologischen Wert, den Menschen schätzen“, betont Ripple. Allein dem Yellowstone-Nationalpark bringe der Wolf-Tourismus jährlich 22 bis 48 Millionen US-Dollar, betonen die Wissenschaftler.

Selbst auf den Klimawandel hätten große Raubtiere in einigen Ökosystemen positiven Einfluss: Sie halten Pflanzenfresser in Schach, so dass die Vegetation besser gedeihen und Kohlendioxid einlagern kann.

Erst kürzlich hatte der WWF den afrikanischen Löwen zu den Verlierern des Jahres 2013 gezählt. Demnach leben derzeit in freier Wildbahn etwa 32.000 Tiere, rund 30 Prozent weniger als vor 20 Jahren und auf nur einem Fünftel des ursprünglichen Verbreitungsgebiets.

  • dpa
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1 Kommentar zu "Gefährdete Raubtiere: Nichts los ohne Löwe"

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  • Das liegt daran, das sich der Mensch immer weiter ausbreitet. Und wenn dann mal einer von einem Löwen oder Tiger gefressen wird, dann ist das Geschrei gross und der Löwe wird getötet.

    Versuch doch mal einem Menschen zu sagen: Das ist Löwen Gebiet und du hast da nichts verloren. Wenn dich da ein Löwe frisst, dann ist das gut für die Natur.

    Der sagt jaja, oder zeigt dir gleich einen Vogel.
    Sobald du ausser sichtweite bist, holt der sein Gewehr raus...

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