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Geschichte Die Hanse des Ostens

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Kulke erhofft sich von der alten Fracht Aufklärung über eine zentrale Frage: Was begründete die Macht dieser Handelskultur? Srivijaya bestand aus Dutzenden von Küstenstädten, zunächst nur in Ost-Sumatra, dann auch auf West-Java und auf der malayischen Halbinsel, die über Flüsse mit dem Hinterland verbunden waren. Aus diesen Regionen konnten sie alle Schätze der malayischen Welt zusammentragen: Kampfer, Pfeffer, Zimt und andere Gewürze, Gold, Edelhölzer, wertvolle Baumharze. "Srivijaya versorgte zu seiner Blütezeit den gesamten Mittelmeerraum und ganz China mit Gewürzen", sagt Kulke.

Die moderne historische Wissenschaft weiß erst seit 1918 von der Existenz dieses Staates. Damals fiel dem französischen Südostasienforscher George Coedès auf, dass es sich bei dem prächtigen Land, das in den Warenbüchern arabischer Seefahrer "Sribuza" und in den Reiseberichten eines chinesischen Mönches "Sanfozi" genannt wird, um ein und dasselbe Land handeln könnte. Nämlich um das, das in den Geschichten auf Sumatra allgegenwärtig ist und das im klassischen Sanskrit Srivijaya genannt wird: der "herrliche Sieg".

Kulke glaubt, dass Srivijaya kein Reich mit einer zentralen Regierung und einer straffen, hierarchisch organisierten Verwaltung war, sondern dass seine Könige als religiös legitimierte Herrscher einem Städtebund vorstanden, dessen politische Verfassung man am besten mit den Städten der deutschen Hanse vom 13. bis 17. Jahrhundert vergleichen könnte.

Für Kulke ist Srivijaya die Hanse des Ostens: "Das waren Menschen, die sich sehr klug und sehr überlegt, vor allem durch ihren Geschäftssinn, für die ganze ihnen bekannte Welt unentbehrlich machten", meint er. Mit ihrer Überzeugungskraft schafften es die Srivijayer sogar, die grimmigen Piraten Borneos zu befrieden, die die Handelswege rund um ihre Häfen unsicher machten.

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