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Geschichte Die Hanse des Ostens

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"Vielleicht machten sie auch den fremden Händlern aus Arabien, die ihre Gewässer nur passieren wollten, klar, dass ihnen etwas zustoßen könnte, wenn sie nicht auch mit Srivijaya Geschäfte machen", spekuliert Kulke. "Die Piraten waren für Srivijaya vielleicht das, was Störtebeker für die Wismarer war - ein böser Geist, den man für den eigenen Schutz einspannen konnte."

Heute würde man wohl sagen, dass gute Kontaktpflege den Kern der srivijayischen Geschäftspolitik ausmachte. Es gibt ein Modell, das die Handelsströme in Srivijaya selbst beschreibt; es hat die Struktur kleiner Bäumchen. An zahlreichen Punkten irgendwo in den Dschungeln Indonesiens liegen kleine Dörfer, deren Bewohner den Wald ihr Zuhause nennen. Sie wissen, wo es die würzigste Zimtrinde zu schälen gibt, sie kennen die harzenden Bäume und wissen, wie man heimische Tiere fängt und aufzieht.

Diese Dörfer geben ihre Waren an größere Ortschaften, die wiederum versorgen die nächstgrößere Ortschaft, und ganz am Ende steht die Küstenstadt, die alle Welt zu sich einlädt, um sich die Dschungelschätze versilbern zu lassen. "So etwas funktioniert nicht durch Autorität und Staatsgewalt", argumentiert Kulke. "Dafür muss man Leute kennen, die Leute kennen. Und der eigene Handschlag muss etwas gelten. Da sind Kaufleute von einem Schlag gefragt, wie sie auch in Lübecks Bürgerschaft zu finden waren."

Auch nach außen hin scheint Srivijaya eher listige Beziehungspflege als rasselnde Säbel angewandt zu haben: Die Stadtgründer steckten viel Mühe in ihre Bibliotheken und sammelten sorgfältig alle möglichen hinduistischen und buddhistischen Schriften. So wurde die Hauptstadt Palembang zu einem international anerkannten Gelehrtenzentrum. Dann beschenkten sie die Nachbarländer mit Stiftungstempeln. "Das macht gute Stimmung - und ist das ideale Terrain, um seine eigenen Agenten unter den Augen der Nachbarn unterzubringen", meint Kulke.

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