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Gesundheit Biotechnologie statt Endoprothese: Hilfe für geschädigte Gelenke

Patienten mit geschädigten Gelenken können hoffen, künftig nicht mehr so schnell ein Kunstgelenk zu benötigen. Besonders bei jungen und sportlich aktiven Patienten könnten bereits heute durch Unfall oder Verschleiß (Arthrose) geschädigte Gelenkknorpel rekonstruiert werden.

dpa HAMBURG. Patienten mit geschädigten Gelenken können hoffen, künftig nicht mehr so schnell ein Kunstgelenk zu benötigen. Besonders bei jungen und sportlich aktiven Patienten könnten bereits heute durch Unfall oder Verschleiß (Arthrose) geschädigte Gelenkknorpel rekonstruiert werden.

Das sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (Dgooc), Prof. Joachim Grifka, am Donnerstag in Hamburg. Zurzeit werden in Deutschland jährlich rund 300 000 künstliche Gelenke (Endoprothesen) eingesetzt, überwiegend Hüft- und Kniegelenke. Erwartungen zufolge wird die Zahl solcher Eingriffe in den kommenden Jahren deutlich zunehmen.

Zur Reparatur von geschädigten oder teilweise zerstörten Knorpeln können nach Grifkas Angaben körpereigene Knochenmarkstammzellen genutzt werden. Aus den Stammzellen bildet sich neue Knorpelsubstanz. Dabei werden bessere Ergebnisse erzielt, wenn eine mit Wachstumsfaktoren versehene Membran auf den Knochen aufgebracht wird. Im Idealfall regeneriert sich auf diese Weise ein Gelenk soweit, dass es wieder voll funktionsfähig und belastbar ist.

Grifka, der Direktor der Orthopädischen Klinik der Universität Regensburg ist, berichtete von Untersuchungen, nach denen 28 Prozent der Erwachsenen zwischen 18 und 79 Jahren an Arthrose mindestens eines Gelenkes leiden. Arthrose sei mit Kosten von 7,2 Mrd. Euro pro Jahr inzwischen die zweitteuerste Erkrankung in Deutschland.

Bisher würden die biotechnologischen Verfahren nur Patienten unter 55 Jahren angeboten, berichtete Prof. Wiltrud Richter von der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg. Eine Aufgabe der Forschung sei es, diese Altersspanne künftig nach oben auszudehnen. „Dies ist deshalb besonders wünschenswert, weil künstliche Implantate bei aktivem Lebensstil verstärkt zur Lockerung führen können und wiederholter künstlicher Gelenkersatz im alternden Knochen problematisch ist“, sagte die Leiterin der Sektion Grundlagenforschung in der Dgooc. 20 Prozent der künstlichen Hüftimplantate werden Patienten im Alter von 60 Jahren und jünger eingesetzt. „Ein Prozentsatz, den es mit Sicht auf die Lebensqualität bei steigender Lebenserwartung zu senken gilt.“

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