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Globale Klimakatastrophe Als die Welt zum Schneeball wurde

Vor 700 Millionen Jahren wurde die Erde von ihrer schlimmsten Klimakatastrophe heimgesucht: Ein Eispanzer überzog für Äonen die gesamte Erdoberfläche. Jetzt präsentieren Forscher eine Erklärung für den „Schneeball Erde“.
11.05.2017 - 09:46 Uhr 9 Kommentare
Für Äonen gab es nur Eis, Himmel und Kälte auf der Erde. Quelle: dpa
Schneeball Erde

Für Äonen gab es nur Eis, Himmel und Kälte auf der Erde.

(Foto: dpa)

Heidelberg Um ein Haar wäre das irdische Leben nie über das Stadium der Bakterienmatten hinausgekommen. Vor etwa 700 Millionen Jahren suchte eine kaum vorstellbare Klimakatastrophe den Planeten heim: ein Eispanzer, der praktisch die gesamte Erdoberfläche überzog.

„Schneeball Erde“ nennen Fachleute diese Episode in der Geschichte unseres Planeten. 60 Millionen Jahre lang war die Erde eine eisige Wüste. Wolken gab es vermutlich kaum, und nur wenige Bereiche der Kontinente und Ozeane waren wohl nicht vergletschert. Für Äonen gab es nur Eis, Himmel und Kälte.

Wetterextreme der Erde
Höchste je gemessene Temperatur
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Die bislang höchste Temperatur, die seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erfasst und offiziell anerkannt wurde, erreichte das kalifornische Death Valley (Bild) am 10. Juli 1913: Heiße 56,7 Grad Celsius zeigte das Thermometer in Furnace Creek im Zentrum der Senke an.

Diesen Wert bestätigte die World Meteorological Organization vor wenigen Jahren und legte damit einen langen Streit bei. Denn um diesen Titel konkurrierte auch der libysche Ort El Azizia, an dem am 13. September 1922 sogar 58 Grad Celsius erreicht worden sein sollen. Doch sprach eine Kontrolle der Daten und Fakten der Örtlichkeit letztlich dagegen, dass dieser Höchststand tatsächlich erreicht worden ist.

(Foto: dapd)
Tiefste je gemessene Temperatur
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Minus 45,9 Grad Celsius wurden am 24. Dezember 2001 am Funtensee in den Berchtesgadener Alpen gemessen. Das ist Negativrekord für Deutschland, verglichen mit der russischen Antarktisstation Vostok aber fast noch lauschig: Minus 89,2 Grad Celsius am 21. Juli 1983 bilden momentan den Negativpunkt auf dem für extreme Tiefstwerte ohnehin bekannten ostantarktischen Eisschild (Bild).

Schuld an der extremen Kälte ist auch die hohe Lage der Station, die sich auf knapp 3500 Meter Höhe über dem Meer befindet – die dünne Luft begünstigt die winterliche Auskühlung während der Polarnacht zusätzlich.

(Foto: dpa)
Der stärkste Regen innerhalb eines Tages
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Inseln in der Passatzone der Erde sind durch zum Teil extreme Niederschlagsgegensätze geprägt – so auch das französische Überseeterritorium La Réunion im Indischen Ozean. Während auf der Westseite im Regenschatten der örtlichen Berge an mindestens 300 Tagen im Jahr die Sonne scheint, ist es im Südosten klatschnass. Beständig trägt der Südostwind feuchte Luftmassen heran, die sich an den Vulkanen Réunions stauen, abkühlen und abregnen, so dass allein sie schon jährlich rund 8000 Millimeter Regen bringen.

Ins Extrem kann dies aber noch gesteigert werden, wenn die Regenwolken eines Wirbelsturms auf das Eiland 670 Kilometer östlich von Madagaskar treffen: vom 7. auf den 8. Januar 1966 passierte der tropische Zyklon Denise die Insel und lud innerhalb von 24 Stunden 1825 Millimeter Regen auf dem Foc-Foc-Hochplateau der Insel ab – in Hamburg regnet es im ganzen Jahr im Schnitt 770 Millimeter.

(Foto: dpa)
Die größten Hagelkörner der Erde
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Erst wenn die Eiskörnchen einen Durchmesser von 0,5 Zentimeter überschreiten, sprechen Meteorologen von Hagel – alles darunter gilt als Graupel. Und während man in Deutschland vor allem die wirtschaftlichen Schäden von Hagel fürchtet, treten in anderen Teilen der Welt bisweilen auch lebensbedrohliche Brocken auf.

Der absolute und anerkannte Rekordhalter ist ein Unwetter vom 14. April 1986 im Bezirk Gopalganj in Bangladesch – damals prasselten bis zu ein Kilogramm schwere Geschosse auf die Erde; insgesamt zählten die Behörden 92 Todesopfer durch das Ereignis. Und während hierzulande meist Hagelkörner mit Durchmessern von nur wenigen Zentimetern vorkommen, maßen Beobachter am 23. Juli 2010 in Vivian, South Dakota, Brocken mit 20 Zentimeter Durchmesser und mehr als 47 Zentimeter Umfang.

(Foto: dpa)
Stärkste UV-Einstrahlung
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Wer sich im Mittelmeerraum an den Strand legt, muss mit einem UV-Index von 8 bis 9 rechnen – die Sonnenstrahlung ist dann so intensiv, dass man sich schützen sollte, um Hautschäden zu vermeiden. Verglichen mit den Werten, die Geowissenschaftler in den Anden Boliviens gemessen haben, erscheinen diese Werte wie Kleinkram: Während ihrer Beobachtungen in den Jahren 2003 und 2004 registrierten ihre Sensoren am 29. Dezember einen Indexspitzenwert von 43,3 – mehr hat man zuvor noch nie auf der Erde aufgezeichnet.

Mehrere Faktoren trugen zu diesem Rekordwert bei. So installierten die Forscher ihre Dosimeter am Gipfel des Vulkans Licancabur (Bild) in knapp 6000 Meter Höhe sowie an der Laguna Blance in 4340 Meter Höhe über dem Meer: Die dünne Höhenluft begünstigt hohe Werte für die Einstrahlung, da hier in der Stratosphäre darüber weniger Ozon vorhanden ist, das die UV-B-Strahlung normalerweise herausfiltert. Gleichzeitig stand die Sonne beim Rekord nahe ihrem Zenit. Zudem hatten Aerosole aus saisonalen Waldbränden sowie Unwetter zuvor ebenso zum Ozonabbau beigetragen wie eine starke Sonneneruption zwei Wochen vor dem 29. Dezember.

(Foto: dpa)
Stärkste Böen in einem Sturm
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Tornados gehören zu den gefährlichsten Wetterphänomenen der Erde: Es lässt sich kaum voraussagen, wo und wann genau sie entstehen, wohin sie ziehen und welche Gebiete sie treffen. 1200 der manchmal verharmlosend Windhosen genannten Ereignisse treffen allein die US-amerikanische Tornado Alley, eine besonders für ihre Bildung geeignete Region im Mittleren Westen.

Welche Wucht sie entfalten können, zeigen die mit einem fahrbaren Dopplerradar erfassten Windböen eines Tornados, der am 3. Mai 1999 eine Schneise der Verwüstung zwischen Oklahoma City und Moore zog: Eine seiner Böen erreichte die Spitzengeschwindigkeit von 484 Kilometer pro Stunde. Wenn es um mehr als nur eine Windböe geht, ist der Zyklon Olivia Rekordhalter. Er fegte am 4. April 1996 über die australische Insel Barrow mit einer Windgeschwindigkeit von 407 Kilometer pro Stunde.

(Foto: ap)
Stärkster Sturm, der bislang registriert wurde
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Zu den gewaltigsten Wettererscheinungen der Erde gehören die Wirbelstürme der Tropen und Subtropen: Mit Dauerregen und Starkwinden sowie heftiger Brandung an der Küste können sie komplette Landstriche verwüsten.

Der bislang stärkste dieser Extremstürme war der Taifun Tip im Jahr 1979, er erreichte einen maximalen Durchmesser von 2200 Kilometern – und einen Luftdruck von nur 870 Millibar in seinem Auge, der tiefste Wert, der je außerhalb eines (sehr viel kleineren) Tornados gemessen wurde. Da von Taifun Tip keine guten Bilder existieren, hier ein Bild des kleineren Sturms Hagupit, der im Dezember 2014 im westlichen Pazifik wütete.

(Foto: ap)

Und Vulkane, denn tektonische Prozesse liefen auch unter dem Eis weiter. So reicherte sich langsam Kohlendioxid in der Atmosphäre an. Schließlich war die entscheidende Schwelle überschritten: Das Treibhausgas wärmte die Erde genug, um die Gletscher schmelzen zu lassen, und anschließend kippte das Klima ins andere Extrem: Im heißen Supertreibhausklima tobten gigantische Stürme, die das Meer bis in hunderte Meter Tiefe aufwühlten.

Erst als sich das Kohlendioxid in bis zu 30 Meter dicken Sedimentlagen ablagerte, beruhigte sich das Klima. So endete die vermutlich größte globale Katastrophe in der Geschichte der Erde.

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    Doch wie sie begann, ist weiter rätselhaft. Bisherige Erklärungen scheitern meist daran, dass sie in der Erdgeschichte nicht einzigartig genug sind: Warum vereiste der Effekt einst die Welt, bei seinem mehrfachen Auftreten davor oder danach jedoch nicht mehr?

    Nun stellen Francis Macdonald und Robin Wordsworth von der Harvard University eine Hypothese auf, nach der vor exakt 717 Millionen Jahren zum Unglück auch noch zweimal Pech dazu kam. Zu jener Zeit, exakt am Beginn der großen Vereisung, entstanden Teile des so genannten Franklin-Flutbasalts, eine vulkanische Eruption, die große Mengen Lava förderte.

    Flutbasalte sind in der Erdgeschichte nicht selten und bekanntermaßen katastrophal. So werden die Flutbasalte der Sibirischen Trapps mit dem schlimmsten Massenaussterben der Erdgeschichte an der Perm-Trias-Grenze in Verbindung gebracht. Die Franklin-Flutbasalte waren kleiner, dafür aber geschahen sie nach Angaben der beiden Harvard-Forscher in einer Region, in der verdampfendes Meerwasser dicke Salzlagen zurückgelassen hatte – darunter das schwefelhaltige Mineral Gips.

    Feuer und Schwefel
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    9 Kommentare zu "Globale Klimakatastrophe: Als die Welt zum Schneeball wurde"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Warum ?
      Weil ; Erstens gäbe es in der gesamten Programmierabteilung *„hk“
      ( eine Unterabteilung von Green Pease ) keinen einzigen Mathematiker, der den Umfang einer Kugel berechnen könne.
      Als Berechnungsgrundlage sei die deutsch-spanische pi x pulgar Methode nach Prof. Dr, Raul Grobschätzer genommen worden.

    • Erderwärmung und Klimakathastrophe sind abgesagt.
      Das Hauptquartier für Erderwärmung und Kimakatasthrophe „Al Guru USA „ teilt mit.
      Der Chefideologe von El Guru, Salomon Brainspin hat anlässlich des Datenklaus beim IPPC-London gestanden, daß die Programme zur Berechnung der Erderwärmung von falschen Voraussetzungen ausgehen. Der Einfacheit wegen sei man davon ausgegangen, daß die Erde eine Scheibe ist und habe dafür die lange unter Verschluss gehaltene, geheime Erdscheiben-Theorie - Lizenz vom Vatikan angemietet.

    • Hallo Herr Nampf...

      Aktuell liegen die CO2 Gesamtemissionen der Erde gem. IPCC bei 810 Mrd. to/Jahr, davon 35 Mrd. to aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe. Zu den CO2 Emissionen aus Vulkanen habe ich die Zahl von 70 Mio. to/Jahr gelesen. Angesichts der Dynamik des Kreislaufs schätze ich dass es im heutigen Kreislauf einer zusätzlichen CO2 Emission von 100 - 200 Mrd. to/Jahr bedürfte um den CO2 Gehalt der Atmosphäre massgeblich zu beeinflussen.

      Üblicherweise werden Vulkane von den Wissenschaftlern inkl. IPCC mit einer Abkühlung der Atmosphäre in Verbindung gebracht. Aschewolken und SO2 absorbieren und reflektieren das Sonnenlicht und führen so zu einer Abkühlung.

    • Hallo Herr Schmidt...

      ich denke dass Putin* die beste Antwort zum Umgang mit dem natürlichen Klimawandel hat: Er sagte, dass wir Menschen das Klima nicht beeinflussen können sondern uns eben anpassen müssen.

      In diesem Sinne macht es Sinn die menschliche Gesellschaft industriell und nachhaltig weiter zu entwickeln. Mehr Wohlstand für Alle, bessere Gesundheitsversorgung, mehr Energieverbrauch, intensivere Rohstoffnutzung...und die destruktive Ökoreligion zu überwinden.



      *Russland hat mit die stärkste naturwissenschaftliche Grundlagenforschung. Die russische Akademie der Wissenschaft hat mehrfach den IPCC Klimaschwindel als abwegig bezeichnet.

    • @Spiegel

      mehr so als Carbonat...

    • Erst als sich das Kohlendioxid in bis zu 30 Meter dicken Sedimentlagen ablagerte, beruhigte sich das Klima.
      Ich dachte CO2 wäre ein Gas, na ja, damals hat es halt rumgelegen, so als Spurengas im Sediment.

    • Eine weitere Hypothese für das Einfrieren der Erde ist, das chemise Verwitterung von Mineralien so große Mengen an CO2 gebunden hat, daß der natürliche Treibhauseffekt zum Erliegen kam.

      @ Holger Narrog11.05.2017, 10:23 Uhr

      "Sachlich gesehen sind die CO2 Emissionen aus Vulkanen gering "

      Die Vulkanausbrüche, die nachweislich in früheren Zeiten stattfanden, hatten flächenmäßig kontinentale Ausmaße über Zehntausende von Jahren , gegen die die heutigen Vulkanausbrüche nicht einmal laue Lüftchen sind:

      ZB: der sibirische Flutbasalt (https://de.wikipedia.org/wiki/Sibirischer_Trapp) bedeckte fast ganz Sibirien oder das Auseinanderbrechen der Superkontinente Gondwana und Pangäa


      Und da Vulkane heutzutage einen geringen Einfluß haben, kann man sie nicht für den jetzigen Klimawandel verantwortlich machen.

    • @Narrog:

      Und der Tag war wesentlich kürzer!

      Wobei heute unbestritten ist, das der "nasse" Treibhauseffekt im Vergleich zum CO2-Effekt der wesentliche ist, er ist aber noch nicht verstanden. Unterm Strich, es gibt kein valides Klimamodell. Vergleicht man die Planeten stellt man z.B. gerade auch eine Erwärmung auf Mars fest...

      Unterm Strich: wir haben keine Ahnung warum es wärmer wird... die Frage ist jetzt aber, was machen wir draus und wie reagieren wir darauf?

    • Traurig ist das man dieses wissenschaftliche Ereignis mit der ökoreligiösen Weltuntergangstheorie vom CO2 induzierten "Klimawandel" verbindet.

      Bislang hat man sich nicht die wissenschaftliche Mühe gemacht den Treibhauseffekt und den Einfluss der Klimagase H2O, CO2, CH4 für die heutige Erde, beispielsweise über eine Monte Carlo Simualtion, zu quantifizieren. Für die Erde vor 700 Mio. Jahren liegen noch viel weniger Daten vor.

      Sachlich gesehen sind die CO2 Emissionen aus Vulkanen gering und werden in den Berichten des IPCC (Klimaschwindlerorganisation) für den heutigen Kohlenstoffkreislauf deshalb soweit mir bekannt nicht quantitativ erwähnt. Die Löslichkeit von CO2 in den Ozeanen nimmt mit abnehmender Wassertemperatur zu. Dies bedeuted das emittiertes CO2 in Eiszeiten von den Ozeanen absorbiert wird wie dies in späteren Eiszeiten geschehen ist.

      Ein interessanter Aspekt ist, dass die Sonne seinerzeit noch schwächer gestrahlt hat, die Erde etwas kleiner war, der Anteil der Landoberfläche grösser war.



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