Hawking und Milner Auf der Suche nach Leben im All

Stephen Hawking und Juri Milner suchen nach intelligentem Leben im All. Das Projekt „Breakthrough Starshot“ soll den nächsten großen Sprung der Menschheit ermöglichen. Mit an Bord ist auch Facebook-Gründer Zuckerberg.
Der russische Milliardär Juri Milner und Stephen Hawking haben das Projekt „Breakthrough Starshot“ ins Leben gerufen. Quelle: dpa
Weltall-Erkundung

Der russische Milliardär Juri Milner und Stephen Hawking haben das Projekt „Breakthrough Starshot“ ins Leben gerufen.

(Foto: dpa)

New YorkDer britische Kosmologe Stephen Hawking (74) und der russische Milliardär Juri Milner (54) sind entschlossen, tiefer ins All vorzustoßen und dort nach intelligentem Leben zu forschen. Ihr Projekt „Breakthrough Starshot“ stellten sie am Dienstag in New York vor. Mit an Bord sind Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und ein internationales Team von Wissenschaftlern, Ingenieuren und Astronauten.

Es sei an der Zeit, dass die Menschheit den nächsten großen Sprung in ihrer Geschichte wage, sagte Physiker und Investor Milner vor Journalisten. Neue Technologien bieten seiner Einschätzung nach die Chance. In der ersten Phase will die Gruppe ein superleichtes Raumfahrzeug bauen, das mit 20 Prozent der Lichtgeschwindigkeit in den Weltraum reisen soll.

Wie Stephen Hawking zu den Sternen reisen möchte
Raumschiffe zu anderen Sternen
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Mit Schützenhilfe des berühmten Physikers Stephen Hawking will Internetinvestor Juri Milner (l.) ein futuristisches Projekt zur Erforschung der Weiten des Alls starten. Ziel des Projekts Breakthrough Starshot sei es, Raumschiffe zum Sternensystem Alpha Centauri zu schicken, kündigte Milner am Dienstag an.

Sternsystem Alpha Centauri
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Alpha Centauri besteht aus drei Sternen und ist das der Sonne am nächsten gelegene Sternensystem – gut vier Lichtjahre entfernt. Die Distanz, die die Raumschiffe überwinden müssen, ist mehr als 2000 Mal so groß wie bei bisherigen Raumfahrtmissionen.

Raumschiff in Miniaturform
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Herzstück des geplanten Raumschifftyps ist der sogenannte Starchip, der alle wesentlichen Instrumente in Miniaturform enthält.

Sonnensegel als Antrieb
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Für den Antrieb soll ein großes Sonnensegel sorgen, das seine Energie...

Laser liefern die Energie
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...von Lasern auf der Erde erhält. Die Energie soll groß genug sein, um die Raumschiffe auf rund ein Fünftel der Lichtgeschwindigkeit zu beschleunigen.

Nach 20 Jahren am Ziel
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Ihr Ziel erreichen sollen die Raumschiffe in 20 Jahren, sagte Milner. Im Sternsystem Alpha Centauri könnten sie auf Planeten stoßen – und möglicherweise sogar auf Anzeichen von Leben. Zugleich würde das Projekt zeigen, dass Reisen zu anderen Sternen prinzipiell möglich sind. Bislang ist die Menschheit mit Raumschiffen nur bis an die Grenzen des eigenen Sonnensystems vorgestoßen.

Stephen Hawking
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„Wir verschreiben uns dem nächsten großen Sprung in den Kosmos“, sagte Hawking bei der Vorstellung des Projekts. „Denn wir sind menschlich und unserer Natur entspricht es zu fliegen.“

Daten und Erkenntnisse des Projekts sollen für jedermann offen zugänglich sein. Nach Angaben des Teams wurde bereits Kontakt mit der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa aufgenommen. Auch mit den Europäern will es zusammenarbeiten. Milner finanziert auch den „Breakthrough Prize“, einen der höchstdotierten Preise für Wissenschaftler, der jährlich in drei Kategorien verliehen wird. 2015 startete der Russe außerdem das 100-Millionen-Dollar-Projekt „Breakthrough Listen“, das mit Teleskopen nach Signalen von intelligentem Leben außerhalb unseres Sonnensystems fahndet.

  • dpa
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