hitchBOT Roboterfigur zurück nach München getrampt

Er ist am Ziel: Nach einer guten Woche quer durch die Republik hat „hitchBOT“ den Zielort München erreicht. Und das ist keineswegs das Ende. Das bunte, blinkende Kunstwerk am Straßenrand soll der Welt erhalten bleiben.
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Der Roboter "hitchBOT" sitzt in München am Straßenrand und lächelt in die Kamera. Quelle: dpa
Roboter hitchBOT

Der Roboter "hitchBOT" sitzt in München am Straßenrand und lächelt in die Kamera.

(Foto: dpa)

MünchenDas Roboterkunstwerk „hitchBOT“ hat seine gut einwöchige Reise per Anhalter durch Deutschland erfolgreich beendet. Am Sonntagabend kam das Konstrukt aus Eimer, Schwimmnudeln, Kinder-Gummistiefeln und einem Tablet-Computer als Hirn wie geplant und wohlbehalten in München in der ProSieben-Wissenssendung „Galileo“ an. Nachdem sein Vorgänger im vergangenen Sommer durch Kanada trampte, hatte der Sender das Projekt nach Deutschland geholt.

Die gelben Gummihandschuhe waren nach der Reise quer durch die Republik mit Botschaften von Fans bemalt. Das Projekt „hitchBOT“ sei damit nicht beendet, sagte Frauke Zeller von der Ryerson Universität in Toronto, die „hitchBOT“ zusammen mit David Harris Smith von der McMaster Universität in Hamilton erfunden hat. Es gebe Anfragen aus anderen Ländern: „Es wird weitergehen.“

Die Erfinder hatten „hitchBOT“ am 13. Februar in München ausgesetzt. Sie wollen wissen: Akzeptieren Menschen die Maschine und bauen sie eine Beziehung auf? Denn nur dann könnten Roboter in Zukunft im menschlichen Alltag integriert werden. Spezielle Frage im Fall „hitchBOT“: Helfen Menschen Robotern - zumindest, wenn sie nicht bedrohlich wirken? Gerade mal so groß wie ein sechsjähriges Kind, mit großem Kopf, Blinkherzchen und Lächeln auf dem Display, dünnen Ärmchen aus blauen Schwimmnudeln und bunten Kinder-Gummistiefeln kam „hitchBOT“ niedlich daher.

HitchBots reise durch Kanada
Anne Saulnier and her husband Brian carry the anthropomorphic robot named hitchBOT to their truck on Highway 102 outside of Halifax
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hitchBot soll ein Leichtgewicht sein. Mit dem Kindersitz lässt sich der unkomplizierte Mitfahrer problemlos im Auto montieren – im Bild von Anne Saulnier und ihrem Mann auf dem Highway 102 außerhalb des kanadischen Halifax.

Anne Saulnier watches as her husband Brian buckles up the anthropomorphic robot named hitchBOT near Halifax
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Das Ehepaar positioniert ihren kleinen Mitfahrer auf dem mittleren Sitz auf der Rückbank. HitchBot ist etwa so groß wie ein Kind und auch die bunten Gummistiefel geben dem Gesellen eine kindliche Anmutung. Die putzige Entscheidung dürfte ihm helfen, seine 6.000 Kilometer lange Reise per Anhalter tatsächlich zu beenden.

Hitchbot
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Das Modell: Ein Dummy durfte an einem kanadischen Highway schon mal Modell stehen, bevor HitchBot fertig gestellt war.

HitchBOT
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Daumen hoch: Das typische Tramper-Zeichen steht ebenso für Zustimmung. Zusammen mit dem pixeligen Smiley-Gesicht gibt es HitchBot seine freundliche Ausstrahlung. Kein Wunder, dass sich der unkomplizierte Geselle in Kanada großer Beliebtheit erfreut.

HitchBOT
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Der runde Bauch von hitchBot erinnert an die Erscheinung von R2D2. Seinem Kollegen aus Star Wars hat der kanadische Tramper aber die längeren Beine und dunklen Gummistiefel voraus.

HitchBOT
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Zuhause ist hitchBOT bei dem Forscher-Team in Port Credit im kanadischen Ontario. Am 27. Juli ist der Roboter von Halifax aufgebrochen. Bis zu seinem Ziel in Victoria stehen ihm 6.000 Kilometer Weg bevor.

huGO-BildID: 38548288 This photo obtained on July 31, 2014 shows creators Dr. Frauke Zeller of Ryerson University and Dr. David Harris Smith of McMas
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Familienfoto: Die Forscher Dr. Frauke Zeller von der Ryerson University und ihr Kollege Dr. David Harris Smith von der McMaster University posieren mit ihrem Versuchsroboter. Ein Ehepaar würde nicht anders mit seinem Kind posieren.

Autofahrer brachten ihn zum Schloss Neuschwanstein, zum Kölner Rosenmontagsumzug und nach Berlin. Fußballfans nahmen ihn mit, ein Briefträger auf dem Fahrrad und ein Lkw-Fahrer, der - bombardiert von „hitchBOT“ einprogrammierten Fragen - leicht entnervt reagierte: „Warum fragst du soviel?“ Er wolle jetzt auch mal etwas wissen.

Aber echte Kommunikation war nicht möglich. Alle Dialoge waren vorprogrammiert. Auf die Frage „Hast du eine Familie?“ antwortete „hitchBOT“ mal: „Mein Lieblingsessen ist Spaghetti.“ Ein Autofahrer fand: „Er quasselt manchmal ein bisschen schräges Zeug.“ Und: „Er könnt ein bisschen redseliger sein. Eine Frau ersetzt er noch nicht.“

Jedenfalls nach dem, was am Sonntagabend bei „Galileo“ zu sehen war, haben die Menschen den Roboter trotz der arg eingeschränkten Kommunikation ins Herz geschlossen. Das sozialwissenschaftliche Experiment scheint geglückt. Repräsentativ ist es nicht. Aber „hitchBOT“ weckt Neugier auf die Roboterwelt von morgen, die „Galileo“ auch schilderte: Von Doppelgängern, die Professoren schon heute nach ihrem Vorbild geschaffen haben, bis zur Roboterkuschelrobbe, die im Seniorenheim Bewohnern Zuwendung spendet.

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  • dpa
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