Insight Innovation: Der Spieler als digitaler Zwilling – wie Technologie den Fußball verändert
Fußballspieler werden immer mehr vermessen. Die Daten eröffnen Trainern, Spielern und Talenten neue Möglichkeiten.
Foto: HandelsblattSinsheim. Die Mannschaften stehen auf dem Rasen, die eine in Blau, die andere in Rot. Der Anpfiff erfolgt, die Spieler laufen los. Mittendrin: eine Testperson, die das Geschehen auf den 360-Grad-Bildschirmen ringsum verfolgt. Sie muss zwei Kicker im Auge behalten. Keine leichte Sache, obwohl die Figuren lebensgroß sind. Aber sie verschwinden schnell aus dem Blickfeld, tauchen wieder auf, laufen durcheinander. Dann friert das Bild ein, das Licht geht an. Wo stehen nun die beiden?
Es ist ein Test in der Akademie des Fußball-Bundesligisten TSG Hoffenheim. Die Nachwuchsspieler werden in einer Art Sport-Metaversum durchleuchtet, das sich Helix nennt und mithilfe des Softwareriesen SAP gebaut wurde. Konzentration. Reaktion oder Gedächtnisleistung werden in Simulationen gemessen, festgehalten und ausgewertet.
„Studien bestätigen unsere Diagnostik: Die besseren Talente sind in der Regel schneller im Kopf“, sagt Jan Mayer, in der TSG-Geschäftsführung zuständig für Innovation und Unternehmensentwicklung. Der Sportwissenschaftler hat die Akademie in den vergangenen 14 Jahren zu einem der fortschrittlichsten Fußballförderzentren Deutschlands und vielleicht der Welt aufgebaut.