Insight Innovation: Die „Klappt eh nicht“-Mentalität: Wie Deutschland den Anschluss verliert
Der international erfahrene Gründer und Investor sorgt sich um seine deutsche Heimat.
Foto: Getty Images, Privat [M]Palo Alto. Es ist Februar 2038. Der erste Fusionsreaktor produziert Strom für ganz Berlin – gewonnen aus Wasser und Helium-3, ohne Abgase und mit minimaler Radioaktivität. Bei einer 36-jährigen Frau aus Mainz wird Lungenkrebs im Frühstadium diagnostiziert. Ihr wird das erste synthetische Medikament injiziert, das Krebszellen genetisch zwingt, sich selbst zu zerstören. Die Patientin führt bald wieder ein normales Leben.
Quantencomputer in München errechnen, dass es am 12. Februar mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Springflut in Bingen am Rhein gibt. Evakuierungen retten Hunderte Menschenleben. Künstliche Intelligenz (KI) identifiziert in einem Forschungsinstitut in Heidelberg am 27. Februar den Auslöser von Alzheimer. Am Abend des 28. Februar hat sie ein Molekül entwickelt, das die Ursache abschalten könnte.
Eine schöne Vision: Der Fusionsreaktor, das synthetische Medikament, die Quantencomputer und die KI wurden nicht aus den USA, China oder Israel importiert. Wir haben sie entwickelt – in Deutschland. Die Realität sieht derzeit aber anders aus.
Es ist Februar 2023. Ich reise mit meiner Frau und unseren drei kleinen Kindern aus dem Silicon Valley nach Deutschland. Der Anschlussflug wird von der Lufthansa gestrichen – Personalmangel. Alle sieben Koffer sind verschwunden. Die Airline versucht mit ihrer Buchungssoftware, fünf Bahntickets als Ersatz bereitzustellen, und bricht dabei zusammen.