Insight Innovation: Grüne Kryptowährungen: Ethereum könnte mit einer neuen Technologie zum Vorreiter werden
So gut der Abschied vom energiefressenden alten Verfahren klingt: Fakt ist, dass das Kryptosystem mit dem Umstieg auf Proof of Stake noch weniger dezentral wird.
Foto: HandelsblattFrankfurt. Die Geschichte schlug hohe Wellen: Erst überraschte Tesla-Chef Elon Musk vor wenigen Monaten, als er Bitcoin als Zahlungsmittel für den Elektroautohersteller akzeptierte. Der Kurs der Kryptowährung schoss nach oben, um wenig später wieder abzustürzen. Musk hatte es sich anders überlegt, aus Umweltschutzgründen.
Denn Bitcoin werden durch einen Prozess namens Mining geschöpft. Statt mit Bohrern und Baggern das Erdreich aufzuwühlen, lösen Computernetzwerke aufwendige kryptografische Aufgaben, um als Belohnung neue Bitcoin zu erhalten – das sogenannte „Proof of Work“-Verfahren. Es ist sicher, verhindert Inflation – und braucht viel Energie.
Für Musk war der letzte Punkt ausschlaggebend. Schließlich will er mit Elektroautos und Solardächern der Erderwärmung entgegenwirken. „Die Mission von Tesla ist es, den Wechsel zu nachhaltigem Strom zu beschleunigen“, begründete Musk den Sinneswandel.
Die Kritik von Musk ist nicht neu. Schon lange beschäftigt sich die Kryptobranche mit dem Thema – als Lösung gilt das „Proof of Stake“-Verfahren. Dabei entfällt das Mining.
Einige wenige Kryptonetzwerke setzen bereits auf den Ansatz, unter anderem arbeitet das zweitgrößte Kryptonetzwerk Ethereum daran. „Der Energieverbrauch dieser Kryptowerte ist viel geringer“, sagt Katharina Gehra, Unternehmerin und Kryptoexpertin.