Insight Innovation: Gut für Tierwohl und Klima: Künftig gibt es Steak und Burger aus dem Labor
In der Ökobilanz schneidet In-vitro-Fleisch deutlich besser ab als Schlachtfleisch.
Foto: HandelsblattMaastricht. Der „Kuhstall der Zukunft“ befindet sich in einem Labor im Gewerbegebiet von Maastricht. Statt Rindviechern gibt es Wärmeschränke mit einer konstanten Temperatur von 37 Grad. Darin liegen durchsichtige kleine Plastikgefäße mit Zellhaufen in einer trüben Nährlösung. Die wird permanent vorsichtig umgerührt. „Muskelzellen vom Rind sind sehr sensibel und wählerisch, was Nahrung und Umgebung angeht“, erklärt Peter Verstrate, Mitgründer und COO von Mosa Meat. Das Food-Tech gehört zu den Pionieren für Fleisch aus dem Labor.
Dafür braucht es statt Bauern in Gummistiefeln Wissenschaftler in weißen Kitteln. Im Labor nebenan vermehren sie in Petrischalen Fettzellen, die aussehen wie dünne weiße Fadenwürmer. In zwei bis drei Monaten wachsen die Zellhaufen vom Rind – Muskeln und Fett – zu einem veritablen Burger heran – biologisch identisch mit Rindfleisch.
Hier in den Laboren von Mosa Meat wird an der Zukunft der Ernährung geforscht. Das Fleisch wächst außerhalb des Tiers heran, kein Rind muss mehr dafür sterben. Bereits 2013 präsentierte Mosa-Meat-Gründer Mark Post, Professor für Biomedizintechnologie der Uni Maastricht, in London den weltersten Burger aus der Petrischale. Herstellungskosten damals: satte 250.000 Euro.