Insight Innovation: Wie TSMC und andere Hersteller immer kleinere Chips erfinden – und damit wichtige Innovation anstoßen
Der Regel des legendären Intel-Managers Gordon Moore eifern Halbleiter-Hersteller bis heute nach.
Foto: Julius Brauckmann, Getty Images, Intel, Trumpf, GraphcoreMünchen. Das „Moore’sche Gesetz“ ist uralt und topaktuell zugleich. 1965 formulierte Ingenieur Gordon Moore in einem Artikel für die Zeitschrift „Electronics“ die Regel, die bis heute ein Grundpfeiler der Informationsgesellschaft ist. Die Anzahl der Transistoren auf einem Chip verdoppelt sich etwa alle zwei Jahre.
Er sollte recht behalten: Ingenieure jagen dem Moore’schen Gesetz mit erstaunlichen Kniffen hinterher. Der Effekt ist gewaltig. Kleinere Transistoren verbrauchen weniger Strom, rechnen schneller und ermöglichen kompaktere Chipgrößen. Sie waren die Grundlage für den Siegeszug des Computers und der Smartphones.
Doch Moores Gedanke scheint an das physikalisch Machbare zu stoßen. Nur noch wenige große Konzerne sind in der Lage, die kleinen Chips zu produzieren, wie TSMC, der größte Auftragsfertiger der Welt, mit Sitz in Taiwan. Zu dem elitären Club gehören außerdem Intel – gegründet von Moore 1968 – und Samsung.
Auf den bislang modernsten Chips von TSMC finden fünf Nanometer große Transistoren Platz. Ein Transistor ist ein Bauelement der Chips und wird zum Schalten oder Verstärken von Strom verwendet. Fünf Nanometer sind bereits unvorstellbar klein. Vor wenigen Wochen ging TSMC noch einen Schritt weiter und präsentierte das anspruchsvollste Produktionsverfahren der Welt: die Ein-Nanometer-Technologie. Ein Nanometer entspricht dem millionsten Teil eines Zentimeters.