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Institut definiert Bewertungskriterien neu Hersteller von Asthma-Medikament hoffen auf zweite Chance

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Werden Kortison und beta-Mimetikum einzeln inhaliert, verspürt der Patient beim beta-Mimetikum nach kurzer Zeit eine Wirkung: Es erweitert die Bronchien und verschafft den Geplagten wieder Luft. Das Kortison-Spray hemmt langfristig die Entzündung der Atemwege, ohne dass der Patient dies unmittelbar spürt. Daher verzichten Asthmatiker schon mal auf das Kortison. Wird das Mittel aber weggelassen, häufen und verstärken sich die Asthmaanfälle.

Die Hersteller Glaxo-Smithkline, AstraZeneca und Schwarz Pharma hoffen nach dem negativen Votum im Vorbericht nun auf eine zweite Chance in der nächsten Bewertungsrunde. AstraZeneca setzt darauf, dass die Therapietreue den Kombinationen als Plus angerechnet wird.

Das Iqwig überarbeitet derzeit seine Methoden und hat angekündigt, künftig Register- und Bevölkerungsstudien zu berücksichtigen. In einer Stellungnahme haben 21 deutsche Gesundheitsökonomen dazu aufgerufen, diese Ankündigung ohne Wenn und Aber in die Tat umzusetzen.

Bis die Methoden des Institutes „den internationalen Standards entsprechen“, wie in der Gesundheitsreform gefordert, wird der gemeinsame Bundesausschuss seine Arbeit ruhen lassen. Nach der Gesundheitsreform wird die Kompetenz des Institutes sogar erweitert. Es soll nicht nur den Nutzen, sondern auch die Kosten der Arzneien beurteilen.

Dies ist in Ländern wie Großbritannien und Frankreich bereits üblich. Geld gegen Nutzen, genauer gesagt Euro gegen Lebensqualität, gilt es dann abzuwägen. Eine Abwägung, die noch mehr Zündstoff birgt als die reine Nutzenanalyse. Iqwig-Institutsleiter Sawicki fordert deshalb eine Diskussion, wie viel jeder Tag zusätzlichen Lebens der Gesellschaft Wert sei. Großbritannien hat sich bereits entschieden. 44 751 Euro darf dort ein Lebenstag kosten.

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