Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Instrumentenbau Stradivari-Geigen fallen im Blindtest durch

Ein guter Geiger erkennt eine echte Stradivari an ihrem einzigartigen Klang – so dachte man bisher. Französische Wissenschaftler haben den Mythos der legendären Meister-Geigen jetzt allerdings entzaubert.
Kommentieren
Viele Geigen-Virtuosen schwören auf eine echte Stradivari. Im Blindtest schneiden die Instrumenten-Klassiker allerdings weniger gut ab. Quelle: dpa

Viele Geigen-Virtuosen schwören auf eine echte Stradivari. Im Blindtest schneiden die Instrumenten-Klassiker allerdings weniger gut ab.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Eine Stradivari zählt unter Profimusikern zu den unbeliebtesten Geigen – zumindest, wenn die Musiker nicht wissen, dass sie gerade darauf spielen. Sie bevorzugten im Blindversuch meist neuere Geigen, berichten Wissenschaftler in den „Proceedings“ der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften.

Die Instrumente italienischer Meister wie Antonio Stradivari oder Guarneri del Gesù schnitten in der Bewertung der Musiker keineswegs besser ab: Die Musiker konnten anhand des Klangs nicht zwischen alten und neuen Instrumenten unterscheiden.

Die beiden Geigenbauer lebten im 18. Jahrhundert. Sie gelten als die berühmtesten Meister des „Goldenen Zeitalters des Geigenbaus“, das etwa von 1550 bis 1750 dauerte. Fast alle berühmten Geiger seit dem frühen 19. Jahrhundert spielten eine Stradivari- oder Guarneri-Geige.

Viele Musiker behaupten, am Klang des Instruments sofort erkennen zu können, ob es sich um eine neue oder eine alte Geige handelt. Es gibt zahlreiche Vermutungen zur vermeintlich überragenden Qualität alter Geigen, die von der Verwendung eines speziellen Lacks bis zu den Auswirkungen der kleinen Eiszeit auf das Holz reichen.

Claudia Fritz und ihre Mitarbeiter von der Universität Paris ließen nun 21 erfahrene Geiger auf insgesamt sechs Geigen spielen – in einem abgedunkelten Hotelzimmer und mit Schweißerbrillen vor den Augen. Drei der Geigen waren nur wenige Tage bis Jahre alt, drei waren alte Meister-Geigen: zwei Stradivari- und eine Guarneri-Geige.

Die neuen Instrumente schnitten sogar besser ab
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

0 Kommentare zu "Instrumentenbau: Stradivari-Geigen fallen im Blindtest durch"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote