Interview „Die Zahl der Experimente wird steigen“

Hartmut Ripken ist Forschungs-Experte am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Im Interview mit dem Handelsblatt spricht er über die Forschung an Bord der ISS, das Engagement der Privatwirtschaft und den Wert von Experimenten in Schwerelosigkeit.
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Wartungsarbeiten an der internationalen Raumstation. Erstmals stehen genug Kapazitäten für Experimente zur Verfügung. Quelle: Reuters

Wartungsarbeiten an der internationalen Raumstation. Erstmals stehen genug Kapazitäten für Experimente zur Verfügung.

(Foto: Reuters)

Ende Mai wurde die ständige Besatzung der ISS auf sechs Astronauten aufgestockt. Was bedeutet das für die Forschung auf der Weltraumstation?

Bisher waren drei Astronauten auf vor Ort. Die waren die meiste Zeit mit Servicearbeiten und mit dem Aufbau der Station beschäftigt, zur Forschung stand maximal eine halbe Arbeitskraft zur Verfügung. Das wird sich jetzt massiv ändern: Wir können erstmals alle geplanten Experimente ohne größere Einschränkungen durchführen.

Von knapp 100 geplanten Experimenten sind nur zwei von der Industrie gefördert. Wie wollen Sie Unternehmen zur Forschung im All motivieren?

Vorerst gehen wir gezielt auf einzelne Unternehmen zu und versuchen ihnen aufzuzeigen, dass sie bestimmte Forschungsprobleme mit Hilfe von Experimenten in Schwerelosigkeit lösen können. Nur wenn es uns gelingt, eine kritische Masse erfolgreicher Projekte vorzuweisen, kann die industrielle Forschung in der Schwerelosigkeit zum Selbstläufer werden.

Ist denn eine Zunahme der industriellen Nutzung absehbar?

Momentan haben wir bei jeder DLR-Parabelflug-Kampagne mindestens ein Experiment aus der industriellen Forschung dabei. Zwei neue Industrie-Projekte auf der ISS sind in Vorbereitung. Bereits jetzt mobilisiert jeder in Gospace investierte Euro einen Euro in der Wirtschaft. Die Zahl der Experimente wird im laufenden Jahr weiter zunehmen. Damit steigt auch die Hebelwirkung unseres Engagements.

Die Fragen stellte Dietrich von Richthofen.

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