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Japanische Raumsonde Sonde Hayabusa 2 landet auf Asteroiden Ryugu

Erleichterung im Kontrollzentrum der japanischen Raumfahrtbehörde: Der Raumsonde Hayabusa 2 ist die Landung auf einem fernen Asteroiden gelungen.
Update: 22.02.2019 - 11:56 Uhr Kommentieren
Die Illustration der japanischen Raumfahrtbehörde zeigt Hayabusa 2 bei der Landung auf dem Asteroiden. Quelle: Reuters
Hayabusa 2

Die Illustration der japanischen Raumfahrtbehörde zeigt Hayabusa 2 bei der Landung auf dem Asteroiden.

(Foto: Reuters)

TokioRund 340 Millionen Kilometer von der Erde entfernt ist die japanische Raumsonde Hayabusa 2 erfolgreich auf dem Asteroiden Ryugu gelandet. Als am Freitag Signale der Sonde im Kontrollzentrum in Sagamihara nahe der Hauptstadt Tokio eintrafen und die Landung bestätigten, jubelten die anwesenden Forscher und Mitarbeiter, rissen ihre Fäuste in die Luft und umarmten sich.

Die unbemannte Sonde soll Material von der Oberfläche sammeln und nach mehrmaligem Aufsetzen auf Ryugu Ende 2020 zur Erde zurückkehren. Die Forscher wollen mit der Mission, an der sich auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beteiligt, den Ursprüngen des Sonnensystems auf die Spur kommen.

„Heute hat eine Hand der Menschheit ein neues Sternchen erreicht“, beschrieb Projektmanager Yuichi Tsuda Reportern in blumigen Worten die geglückte Landung der Sonde. Sie sei unter besten Bedingungen und genau wie erwünscht abgelaufen.

Japan schickt Roboter auf Asteroiden
Raumsonde Hayabusa 2
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Ein unbemanntes japanisches Raumschiff hat zwei Landungsroboter auf einen Asteroiden geschickt. Die Sonde Hayabusa 2 habe die zwei Minerva-II-Roboter auf den Asteroiden Ryugu hinabgelassen, teilte die japanische Raumfahrtbehörde Jaxa am Freitag mit.

(Foto: AP)
Hayabusas Schatten auf der Asteroiden-Oberfläche
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Eine Bestätigung der Landung kann erst am Samstag erfolgen, sobald Jaxa Daten von den Robotern empfange. Die zwei Roboter sollen Bilder von dem Asteroiden aufnehmen und Temperaturmessungen durchführen, bevor Anfang Oktober ein größerer Roboter auf Ryugu platziert wird.

(Foto: AP)
Die beiden Minerva-II-Landungsroboter
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Die beiden Roboter bewegen sich hüpfend fort, weil eine Fortbewegung durch Rollen aufgrund der schwachen Schwerkraft des Asteroiden schwierig ist.

(Foto: AP)
Asteroid Ryugu
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Bereits im Juni war das Raumschiff in der Nähe des Asteroiden in 280 Millionen Kilometer Entfernung der Erde angekommen. Die Asteroidenmission soll Aufschlüsse über die Entstehung unseres Sonnensystems liefern.

(Foto: AFP)

Die Raumfahrtbehörde konnte zudem vermelden, dass „Hayabusa2“ einen kleinen Sprengsatz abgefeuert hat, um einen künstlichen Krater zu formen. Auf diese Weise soll die Sonde Material von dem fernen Himmelskörper aufnehmen. Es werde jedoch noch einige Tage dauern, bis bestätigt werden könne, ob die ersten Proben wie geplant eingesammelt werden konnten, hieß es weiter.

Der Asteroid Ryugu ist besonders kohlenstoffhaltig und gehört damit zu einer häufig vorkommenden Klasse von erdnahen Asteroiden. Frühere Teleskopmessungen hatten vermuten lassen, dass er Wasser enthält. Es besteht die Möglichkeit, dass solche Asteroiden einst mit Einschlägen auf der Erde auch Wasser zu unserem Planeten gebracht haben.

Als ungewöhnlich bezeichnen Forscher die eckige Form des Asteroiden. Zudem wurden Krater und große Brocken auf der Oberfläche gesichtet.

Schwierige Suche nach Landeplatz

Damit gestaltete sich das Navigieren der Raumsonde schwieriger als die Wissenschaftler anfangs gedacht hatten. Um einen Zusammenstoß von Hayabusa 2 mit den großen Brocken auf Ryugu zu vermeiden, wählten die Forscher einen Landeplatz von rund sechs Metern Durchmesser statt eines ursprünglich geplanten Gebietes von 100 Metern Durchmesser.

Ursprünglich sollte Hayabusa 2 bereits im vergangenen Oktober auf Ryugu landen, doch weil sich die Suche nach einem geeigneten Landeplatz so schwierig gestaltete, wurde das Manöver verschoben. Ein Vorgänger-Modell der Sonde hatte bereits 2010 weltweit erstmals Bodenproben eines Asteroiden zur Erde gebracht.

Hayabusa2 startete im Dezember 2014 in Japan und erreichte nach fast vier Jahren im All Ende Juni vergangenen Jahres ihr Ziel. Ein vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der französischen Raumfahrtagentur CNES entwickelter Lander namens Mascot war im Oktober auf Ryugu gelandet und hatte diesen mehrere Stunden lang erkundet – bis seine Batterie erlosch.

Die von Mascot gesammelten Daten könnten wichtige Erkenntnisse über die Entstehung unserer Erde und zur Abwehr von Asteroiden-Einschlägen liefern. Während Mascot auf Ryugu bleibt, geht die Mission der Sonde Hayabusa 2 nun weiter. Ende nächsten Jahres soll die Sonde dann zur Erde zurückkehren.

Mehr: Die Mission von Hayabus2 und Mascot im Überblick.

  • dpa
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