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Kampf gegen Corona Facebook bietet den Gesundheitsbehörden Unterstützung an

Karten sollen Aufschluss über Bewegungen von Nutzern, soziale Kontakte und regionale Herde der Epidemie bieten – aber in anonymisierter Form.
06.04.2020 - 21:41 Uhr Kommentieren
Das soziale Netzwerk will einen Beitrag im Kampf gegen das Coronavirus leisten. Quelle: AFP
Facebook

Das soziale Netzwerk will einen Beitrag im Kampf gegen das Coronavirus leisten.

(Foto: AFP)

Paris Das soziale Netzwerk Facebook unterstützt die Bekämpfung der Corona-Epidemie. Das am Montag erweiterte Angebot, das auf die Daten eigener Nutzer Bezug nimmt, könnte vor allem in der Phase nach den Ausgangssperren hilfreich sein. Dann benötigen die Behörden genaue Angaben über das Verhalten der Bürger, mit möglichst feiner Auflösung. Die können dabei helfen, eventuell neu auftretende Herde der Infektion rasch zu erkennen, um dann Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Die Debatte über eine „Exit-Strategie“ wird in vielen Ländern geführt – in Europa und darüber hinaus. Zumal überall die Wirtschaft leidet und die Arbeitslosigkeit zunimmt. Voraussetzung für eine Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen sind viele Tests, Schutzmasken, aber auch eine möglichst genaue Kenntnis darüber, wer mit wem in Berührung kommt – ohne dass dabei ein Überwachungsstaat entsteht.

Facebook kann da möglicherweise hilfreich sein. Schon heute seien eigene Daten, die zu so genannten Disease Prevention Maps zusammengefasst werden, eine wertvolle Hilfe für die Wissenschaftler, schreibt das Netzwerk in einer Mitteilung. „Sie helfen den Gesundheitsexperten dabei, besser zu verstehen, wie die Bevölkerungsdynamik auf die Verbreitung der Seuche wirkt“, erläutert Kang-Xing Jin, Leiter der Gesundheitsabteilung des Netzwerkes.

Nun sollen drei neue Werkzeuge hinzukommen. Sie können Instrumente wie die Bewegungs-Apps ergänzen, die verschiedene Länder als freiwillige Angebote planen. So genannte „Co-Location Maps“ ließen erkennen, welche Wahrscheinlichkeit dafür besteht, dass Bewohner einer bestimmten Region mit denen einer anderen in Kontakt kommen, beschreibt Jin. Damit lässt sich die Verbreitung der Seuche zumindest teilweise vorhersagen.

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Standort erkennen

    Das zweite Instrument gibt Trends für die Reichweite von Bewegungen der Menschen in einzelnen Städten an. Damit lässt sich nachvollziehen, ob die Bürger eher zu Hause bleiben oder sich fortbewegen, und in welchem Umkreis, über welche Entfernungen hin das geschieht. Facebook sagt, damit könne man erkennen, in welchem Maße Auflagen für die Bevölkerung tatsächlich wirken oder nicht.

    Zusammenarbeit mit vielen Institutionen

    Drittens bietet Facebook einen Index für das Maß sozialer Kontakte an. Der bilde ab, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass Menschen aus einem bestimmten Großraum mit denen in einem anderen – oder sogar in einem anderen Land – verbunden oder befreundet sind. Zudem bildet er die Wahrscheinlichkeit dafür ab, dass sie versuchen, sich dort hinzubewegen oder um Hilfe nachzusuchen.

    Ein viertes Element kommt hinzu, das allerdings auf die USA begrenzt ist. Facebook-Nutzer dort werden darauf hingewiesen, dass sie an einer Umfrage der Carnegie-Mellon-University teilnehmen können. Deren Ziel ist es, die Seuche besser zu verstehen. Die Befragung könne etwa dazu beitragen, neue Symptome schneller zu erkennen.

    Zu Beginn des Corona-Ausbruchs war lediglich von Fieber, Schmerzen in den oberen Atemwegen, trockenem Husten und Atembeschwerden als Symptomen die Rede. Heute dagegen weiß man, dass sehr viele Menschen unter dem Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns als Folge einer Corona-Infektion leiden, ohne dies unbedingt mit dem Virus in Verbindung zu bringen.

    Facebook weist darauf hin, dass die verwendeten Daten keine Rückschlüsse auf das Verhalten eigener Nutzer zulassen. Das Netzwerk arbeite bereits mit Institutionen wie der Harvard School of Public Health, der Tsinghua Universität in Taiwan, der Universität von Padua in Italien oder der Bill und Melinda Gates-Stiftung zusammen. Gemeinsam hätten die das „Covid-19 Mobility Data Network“ auf die Beine gestellt, das Erkenntnisse in Echtzeit zulasse.

    Mehr: Was Mark Zuckerberg über Regulierung sagt – und was er nicht erwähnt.

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