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Killerwale jagen Weiße Haie Kampf an der Spitze der Nahrungskette

Weiße Haie gehören zu den mächtigsten Raubfischen des Ozeans. Doch auch dieser große Jäger findet mitunter seinen Meister: Vor Südafrika wurden in diesem Monat schon mehrere der Riesenhaie von Killerwalen getötet.
22.05.2017 - 14:19 Uhr Kommentieren
Auch der mächtige Raubfisch ist vor Fressfeinden nicht sicher. Quelle: dpa
Weißer Hai

Auch der mächtige Raubfisch ist vor Fressfeinden nicht sicher.

(Foto: dpa)

Johannesburg Der Weiße Hai hat von jeher ein grausames Image, das zum Teil auf den gleichnamigen Spielfilm von Steven Spielberg aus dem Jahr 1975 zurückgeht. Doch dieses Bild täuscht hinweg über die Verwundbarkeit des Riesenhais durch Fangnetze, Fischerei, Wilderei, Umweltverschmutzung – und offenbar auch durch den Orca, auch bekannt als Killer- oder Schwertwal.

Der Orca ist zwar auch vom Menschen bedroht, hat aber wegen seiner Intelligenz und seiner Zugänglichkeit in Aquaparks einen viel sanfteren Ruf. Dazu trug wiederum der Hollywood-Film „Free Willy“ von 1993 bei. Doch Autopsien von Haikadavern, die an der Küste Südafrikas angespült wurden, zeigen jetzt, dass Orcas die marine Nahrungskette auf Kosten des Weißen Hais dominieren.

Begehrte Räuber
Jäger als Gejagter
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Der Jäger der Meere ist längst zum Gejagten geworden. Das Geschäft mit dem Hai ist derart lukrativ, dass mehrere Haiarten bereits akut gefährdet sind. Doch wirkungsvolle Maßnahmen zum Schutz der Tiere scheitern immer wieder am Einspruch der internationalen Fischereilobby. Foto: ap

Spuren einer Hai-Attacke
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Haie sind gefährliche Raubtiere, immer wieder kommt zu Attacken auf Surfer, Schwimmer oder Taucher. Das Risiko, von einem Hai angegriffen zu werden, ist allerdings deutlich geringer als etwa die Gefahr, durch Blitzschlag zu Schaden zu kommen. So verzeichnete die ISAF ( International Shark Attack File) für 2007 insgesamt 71 Hai-Attacken, ein Mensch wurde dabei getötet. Foto: rtr

100 Millionen getötete Haie pro Jahr
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Dem stehen rund 100 Millionen durch den Menschen getötete Haie pro Jahr gegenüber. Ob Fleisch, Flossen, Haut, Knorpel, Leber oder Zähne - es gibt kaum ein Körperteil des Raubfischs, das sich nicht vermarkten lässt. Und die Gewinnspannen sind verlockend: Je nach Art des Materials steigt der Preis auf dem Weg vom Fisch zum fertigen Endprodukt um bis zu 7500 Prozent. Foto:

Haifischflossen
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Die Flossen sind vor allem auf dem chinesischen Markt gefragt. Die als gesundheitsfördernd angesehene Haifischflossensuppe hat sich nach Aufhebung eines unter Mao verhängten Verbots zu einem Statussymbol für reiche Chinesen entwickelt. In Hongkong, dem wichtigsten Umschlagplatz für Haifischflossen, werden bis zu 1500 Dollar für ein "Set" aus vier getrockneten Flossen bezahlt. Foto: rtr

Ein Milliardengeschäft
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Auf dem Flossenmarkt mischen auch die Europäer kräftig mit: Laut Untersuchungen der Meeresschutzorganisation Oceana für das Jahr 2005 war Spanien mit 2,2 Millionen Tonnen getrockneter Flossen nach China zweitgrößter Lieferant für den Markt in Hongkong. Nach Schätzungen werden mit Haifischflossen weltweit pro Jahr 16 Milliarden Euro verdient. Foto: rtr

Unter Pseudonym in den Topf
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In europäischen Küchen wird dagegen eher das Fleisch der Räuber geschätzt. Auf rund 100.000 Tonnen jährlich belaufen sich die Haifänge in der EU. Was nicht in den außereuropäischen Export geht, landet meist unter Pseudonym im heimischen Kochtopf: "Schillerlocke", "Kalbsfisch", "Seeaal" oder "Seestör" sind nur einige der Namen, unter denen Haifischfleisch angeboten wird. Foto: rtr

Zähne sind begehrt
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Trophäe, Schmuckstück oder traditionelle Waffe: Auch die Zähne der Raubfische sind begehrte Handelsware. Foto: ap

Nach Angaben von Naturschützern wurden an den Tierkörpern Bisswunden festgestellt, die den Haien von Schwertwalen zugefügt wurden. Diese waren kürzlich vor Kapstadt gesichtet worden. Bei allen drei untersuchten Haien fehlte die Leber, was darauf hindeutet, dass die Killerwale auf das nährstoff- und fettreiche Organ aus waren und den Rest ihrer Beute verwarfen.

Alle drei Haie hatten eine große Wunde an der Unterseite: ein Zeichen für die Geschicklichkeit der Orcas, deren größte Männchen mehr als neun Meter lang und damit deutlich größer als Weiße Haie werden können. „Es ist ein klassisches Beispiel für das, wozu Orcas in der Lage sind“, sagt die Meeresbiologin Alison Towner von der Umweltstiftung Dyer Island Conservation Trust, die sich für den Schutz des gefährdeten Ökosystems vor der Südspitze Afrikas einsetzt. Towner war an den Autopsien beteiligt, die einen der seltenen Beweise für die Tötung von Weißen Haien durch Orcas in der Region lieferten.

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    Doch selbst wenn Orcas im Vorteil sind, dürften sie es nicht regelmäßig auf Weiße Haie abgesehen haben, so George Burgess, Direktor des Florida-Programms für Haiforschung. Kleine Haiarten dagegen könnten üblicherweise auf dem Speiseplan von Schwertwalen stehen. Studien zeigten laut Burgess, dass die raue Konsistenz von Haifleisch auf Dauer den Zahnschmelz von Orcas abschleift.

    Von den nun obduzierten Haien in Südafrika wurden zwei nahe der Küstenstadt Gansbaai gefunden und ein weiterer in Struisbaai. Weiter in Richtung Kapstadt wurden nach Angaben der südafrikanischen Umweltbehörde mehrere Kammzähnerhaie ohne Leber gefunden. In dem Gebiet in der False-Bucht seien zuvor Orcas gesichtet worden.

    „Killerwale sind Spitzenprädatoren“, erklärte die Behörde. „Während wir daran gewöhnt sind, Weiße Haie als Spitze der Nahrungskette in unseren Gewässern zu sehen, sind Orcas viel spezialisiertere Jäger und sehen fast alles im Ozean als potenzielle Beute an.“ Die Säuger lebten in hochentwickelten sozialen Gruppen und verfügten über ein großes Gehirn, die Fähigkeit zu lernen und mit Hilfe von Schallwellen Objekte zu lokalisieren.

    Eine schwierige Beute
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