Kollision simuliert Drohnen-Crash in Zeitlupe

Die Zahl der Hobbydrohnen wächst rasant – es ist nur eine Frage der Zeit, bis eine davon ein Flugzeug trifft. Was dabei passieren könnte, zeigt ein Video aus einem Testlabor.
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Im Labor ließen die Forscher eine Drohne in eine Flugzeug-Tragfläche einschlagen. (Foto: Univ. of Dayton/Screenshot)
Drohnen-Crashtest

Im Labor ließen die Forscher eine Drohne in eine Flugzeug-Tragfläche einschlagen. (Foto: Univ. of Dayton/Screenshot)

HeidelbergIm Jahr 2017 rammte ein kleiner Quadcopter einen Helikopter der US-Armee – glücklicherweise ging das Aufeinandertreffen glimpflich aus, zumindest für den Hubschrauber. Der erlitt nur einen leichten Schaden an einem Rotor, die Drohne aber wurde bei dem Aufprall in ihre Einzelteile zerlegt.

Was unter weniger günstigen Umständen passieren könnte, haben nun Wissenschaftler der University of Dayton im Labor simuliert. Der Crashtest zeigt: Schlimmstenfalls könnte eine solche Kollision zum Absturz des Flugzeugs führen.

Die Experten für Vogelschlag nutzten dazu ihre Testanlage, in der sie sonst die Auswirkungen von Unfällen zwischen Flugzeugen und Federvieh simulieren. Eine Kanone schießt dazu das Objekt – beispielsweise einen Vogel-Dummy – mit hoher Geschwindigkeit auf ein Flugzeugbauteil.

Um die Auswirkungen eines Drohnencrashs zu ermitteln, nutzten sie eine verbreitete Amateurdrohne, die rund ein Kilogramm schwere DJI Phantom 2, und feuerten sie mit rund 380 Stundenkilometern auf die Tragfläche eines Mooney M20. Der Viersitzer ist ein typisches Leichtflugzeug, wie es von Privatleuten geflogen wird.

Der Aufprall verwandelte die Drohne in Sekundenbruchteilen in eine Schrapnell-Wolke, die tief in die Struktur der Tragfläche eindrang und dabei den Holm beschädigte. Diese Querstrebe ist entscheidend dafür, die beim Flug auftretenden Belastungen abzufangen. Ist der Holm beschädigt, kann das fatale Folgen für die Stabilität des Flugzeugs haben.

Zum Vergleich schossen die Forscher um Kevin Poormon noch einen Vogel-Dummy auf eine unbeschädigte Stelle derselben Tragfläche. Auch hier wurde das Blech aufgerissen, Schäden am Holm wollen die Forscher jedoch nicht beobachtet haben.

Es sei nur eine Frage der Zeit, bis es zu einem ersten Zusammenstoß zwischen Drohne und Flugzeug komme, meint Poormon in einer Mitteilung seiner Universität. Darum sei es dringend geboten, die Gefahr durch die unbemannten Fluggeräte genauer zu erforschen und den Drohnenverkehr den Ergebnissen entsprechend zu regulieren.

In nächster Zeit will das Team vom University of Dayton Research Institute weitere Drohnenmodelle auf seinen Teststand bringen.

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