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Koma Körper im Überlebensmodus

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Zwangsruhestand fürs Hirn
Ein Patient auf der Intensivstation: Koma-Patienten werden rund um die Uhr überwacht. Quelle: picture-alliance

Ein Patient auf der Intensivstation: Koma-Patienten werden rund um die Uhr überwacht.

(Foto: picture-alliance)

Häufigste Auslöser eines Komas sind Kopfverletzungen und Schlaganfälle. Aber auch ein Herzinfarkt, Herzstillstand, Über- oder Unterzuckerung bei Zuckerkranken, allergischer Schock, Überhitzung oder Unterkühlung und sogar Alkoholvergiftungen kommen in Frage – das „Komasaufen“ ist also nicht nur ein Spruch.

Forscher vermuten, dass das Koma einen natürlichen „Überlebenssicherungsmodus“ darstellt. Der Körper flüchtet sich in diesen bewusstlosen Zustand, um großen Schmerzen oder auch Ängsten auszuweichen, Gehirn und Körper zu entlasten oder ihm nach schweren Verletzungen Zeit zur Regeneration zu verschaffen.

So wie das natürliche Koma eine Schutzfunktion hat, soll auch das künstliche Koma das Gehirn vor zusätzlichem Stress schützen. Künstliches Koma hat mit der natürlichen Bewusstlosigkeit allerdings nur wenig zu tun. Denn das künstliche Koma, in das Ärzte etwa Michael Schumacher nach dessen Skiunfall versetzten, wird mit Hilfe von Narkose-Medikamenten herbeigeführt und kann – sofern es keine Komplikationen gibt – jederzeit abgebrochen werden.

Wie bei echten Komapatienten erlaubt auch die Langzeitnarkose dem Gehirn gewissermaßen auf Sparflamme zu laufen, so dass bereits geschädigte Hirnareale geschont werden. Und dabei zielt die Behandlung nicht nur auf das Gehirn. Im Fall von Schumacher ist das künstliche Koma und damit Ruhigstellen des Patienten allein schon aufgrund der schweren Schädelverletzungen hilfreich für eine Genesung, wie auch für Patienten mit Lungenversagen, Verbrennungen oder nach schweren Operationen, denen auf diese Weise starke Schmerzmittel erspart bleiben. Bis zu einem Monat können Patienten im künstlichen Koma gehalten werden. Um sie aufzuwecken, wird die Konzentration der Narkotika langsam reduziert.

Ob ein echter Koma-Patient aus seinem Koma aufwachen kann, hängt vor allem von der ursprünglichen Verletzung und Beeinträchtigung der Hirnfunktion ab. Bei Schädelverletzungen ist die Wahrscheinlichkeit eines Aufwachens nach einem Jahr im Koma nur noch sehr gering. Wurde das Koma durch Sauerstoffmangel des Gehirns verursacht, besteht schon nach drei Monaten nur noch wenig Hoffnung auf Besserung. Zwar ist seit 1998 bekannt, dass auch das Gehirn von Erwachsenen neue Nervenzellen bilden kann. Doch das reicht nicht, wenn wichtige Bereiche des Gehirns nicht mehr funktionsfähig sind.

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