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Kommentar Mit seinem Besuch verneigt sich Elon Musk vor dem deutschen Forschergeist

Der Besuch von Tesla-Chef Elon Musk ist ein verstecktes Lob: Deutschland hat mehr interessante Innovationen zu bieten, als es selbst glaubt.
02.09.2020 - 13:08 Uhr 2 Kommentare
Elon Musk in Berlin: Deutschland hat interessante Innovationen zu bieten Quelle: dpa
Tesla-Chef Elon Musk

Der Visionär besucht Deutschland.

(Foto: dpa)

Ohne Frage ist Elon Musk einer der interessantesten Unternehmer der Gegenwart. Wie von Zauberhand scheinen ihm unmögliche Dinge zu gelingen. Seine Raketen kann man nach dem Gebrauch wiederverwenden, seine Elektroautos fahren weiter als die der Konkurrenz – alle seine Erfolge aufzuzählen führt zu weit.

Dass Musk jetzt mehrere Tage durch Deutschland reist, um sich in der Eifel eine Maschinenbaufirma oder in Tübingen einen Impfstoffhersteller anzusehen – das sagt viel aus. Mit Tesla baut er seine Gigafactory für Europa in der Nähe von Berlin. All das ist ein unausgesprochenes Lob an die hiesige Ingenieurskunst.

Musk liebt Science-Fiction. Und der mRNA-Drucker der Tesla-Tochterfirma Grohmann aus der Eifel könnte direkt aus einem SciFi-Roman entspringen. Die Maschine stellt „messenger RNA“ her, den Botenstoff der Zellen. Mit Druckern kann das deutsche Biotechunternehmen Curevac überall in der Welt seinen auf mRNA basierenden Impfstoff gegen Covid-19 herstellen. Eine wichtige Entwicklung in der Bekämpfung des Coronavirus: Infektionsherde können so rascher eingegrenzt werden.

Die Ironie der Geschichte ist, dass Tesla das mRNA-Projekt eigentlich einstellen wollte, als man Grohmann im Jahr 2017 übernahm. Aber die Auftraggeber, die deutsche Biotechfirma Curevac, reisten eigens nach Kalifornien. Und Musk ließ sich umstimmen, weil er im Grunde seines Herzens Physiker und Ingenieur ist und das Potenzial von synthetischer mRNA erkannte.

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    Aber er ist auch Geschäftsmann. Gelingt es mit manipulierter RNA Medikamente oder Impfstoffe herzustellen, dann ähnelt Krankheitsbekämpfung einem „Software-Problem“, wie er vor einigen Tagen sagte. Man kann RNA programmieren und mit Skaleneffekten herstellen – ähnlich lukrativ wie Software.

    Der derzeit drittreichste Mann der Welt setzt sich nicht ohne Grund zehn Stunden ins Flugzeug und nimmt einen Jetlag in Kauf. Normalerweise ist Musk schon die Flugzeit zwischen Los Angeles, wo Space X angesiedelt ist, und San Francisco, in der Nähe von Teslas Heimat Palo Alto, zu lang – obwohl diese Strecke in einer Stunde zu schaffen ist.

    Die Reise nach Deutschland dient vielleicht dem Geschäft. Aber sie ist auch ein Lob, eine Verneigung vor dem deutschen Forschergeist. Hierzulande gibt es sicherlich viel zu kritisieren, beispielsweise hapert es an der Softwareentwicklung. Hier ist das Silicon Valley weit voraus. Aber Software allein reicht nicht aus, um den Klimawandel oder Covid-19 zu bekämpfen. Das hat Musk erkannt. Sein Besuch sollte uns zuversichtlich stimmen. Deutschland verändert die Welt, auch wenn wir das nicht immer bemerken.

    Mehr: Tesla-Chef Musk treibt ein Projekt mit der deutschen Biotechfirma Curevac voran. Ein Impfstoff gegen Covid-19 könnte damit schneller und flexibler hergestellt werden.

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    2 Kommentare zu "Kommentar : Mit seinem Besuch verneigt sich Elon Musk vor dem deutschen Forschergeist"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Deutschland?
      Mag schon sein, dass wir kluge Leute haben, doch wir machen nichts daraus.
      E-Autos herzustellen ist wirklich keine Kunst. Es hört sich so an, als würden wir gelobt werden Tee kochen zu können. Gewisse oberflächlichen Nettigkeiten gehören eben dazu, wenn man in der nächsten Zeit eine Fabrik eröffnen will.
      @Herr Helmut Oser:
      Corona-Test: Musk ist nicht allen Bürgern gleich, er ist gleicher, wie auch unsere Politiker, DDR 2.0 lässt grüßen.

    • Bei wem hat Elon Musk einen negativen Corona-Test vorgelegt? Bisher gibt es weder aussagen noch bastbaren Nachweise hierzu.
      Wenn keiner vorlag warum ist Herr Musk dann nicht in Quarantäne?
      Gilt der zwingende Coronatest für einreisende aus einem Risikogebiet nur fürs gemeine Volk?
      Hat dann die Querdenker-Demo von Berlin am Ende doch recht?

      Wenn hier nicht sehr schnell eindeutige Beweise vorgelegt werden das alle Corona-Regeln eingehalten wurden, wäre das nur ein Zeichen, dafür dass Corona seitens der Regierenden für andere Zwecke missbraucht wird.
      Da dies sicher niemand will, wäre allein schon deshalb Transparenz und öffentliche Aufklärung norwendig, aber auch das Schweifgen der Presse muß hier aufhören, sonst geht das letzte bischen Glaubwürdigkeit auch noch verloren.
      Bin gespannt ob wir je dazu was hören. Nur die Aussage es handelt sich ja nur um eine einzige Person, was ja nicht stimmt da Musk mit einem Tross reist, kann nicht akzeptiert werden.

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