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Kommentar zu Kepler-452B Warum wir keine zweite Erde finden

Es wäre doch so schön, wenn wir endlich eine zweite Erde fänden! Doch so gut entsprechend (übertriebene) Schlagzeilen auch klingen: Wir können es nicht. Noch nicht.
  • Florian Freistetter
24.07.2015 - 09:56 Uhr 1 Kommentar
Der von der Nasa gefundene Planet ist rund 60 Prozent größer als die Erde – und hat wahrscheinlich eine steinerne Oberfläche. Quelle: ap
Großer Cousin

Der von der Nasa gefundene Planet ist rund 60 Prozent größer als die Erde – und hat wahrscheinlich eine steinerne Oberfläche.

(Foto: ap)

Die Nasa verkündet die Entdeckung eines Planeten, und die Schlagzeilen sind dramatisch: "Say Hello To Earth 2.0! Historic Kepler Discovery Suggests We Are Not Alone". Oder - nicht ganz so hysterisch: "Kepler Data Reveals What Might Be Best 'Goldilocks' Planet Yet". Und: "Das sagt die Nasa zur Entdeckung der 'zweiten' Erde". Mein Favorit ist: "Zweite Erde entdeckt! Keppler186f: NASA gibt auf Pressekonferenz Sensation und Jahrtausend-Nachricht bekannt". Eine Sensation und eine Jahrtausendnachricht! Es geht um den Planeten Kepler-452b.

Die Nasa selbst ist in ihrer Pressemitteilung deutlich zurückhaltender und schreibt: "Die Kepler-Mission der Nasa hat einen größeren, älteren Cousin der Erde entdeckt." Der gefundene Planet ist um 60 Prozent größer als die Erde, und das ist schon ein ordentliches Stück mehr. Es handelt sich also um eine sogenannte Supererde und keinen erdähnlichen Planeten. Die Masse von Kepler-452b ist nicht bekannt. Man weiß nur, dass der Planet mindestens dreimal und höchstens siebenmal schwerer als die Erde ist. Daher weiß man auch nichts über die Zusammensetzung oder darüber, ob es sich um einen Himmelskörper mit fester Oberfläche handelt oder um einen kleinen, neptunähnlichen Gasplaneten.

Der Planet befindet sich in der habitablen Zone seines Sterns, was bedeutet, dass er nicht zu viel und nicht zu wenig Strahlung abbekommt und theoretisch flüssiges Wasser auf seiner Oberfläche existieren könnte. Was nicht heißt, dass dort auch flüssiges Wasser existieren muss.

Der Stern, den Kepler-452b umkreist, ist 1.400 Lichtjahre entfernt, (vermutlich) um 20 Prozent heller als unsere Sonne, um 10 Prozent größer und 1,5 Milliarden Jahre älter. Mehr kann ich dazu nicht sagen, da der entsprechende Fachartikel nicht mit der Pressemitteilung veröffentlicht wurde und derzeit auch nicht anderweitig frei verfügbar ist.

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    Jede Menge interessante Entdeckungen

    Das Weltraumteleskop Kepler hat also einen Planeten entdeckt, der sich in der habitablen Zone befindet und definitiv nicht erdähnlich ist. Das mag vielleicht für die Medien langweilig sein, die dankbar auf den Ausdruck "zweite Erde"anzuspringen scheinen. Für die Astronomie ist so eine Entdeckung natürlich trotzdem interessant. Vor allem, weil es nicht die Einzige ist! In der Pressemitteilung wurde auch erwähnt, dass jede Menge neue Planetenkandidaten entdeckt wurden; der Katalog von Kepler ist nun auf 4.696 Einträge angewachsen. Nicht alle davon sind im Detail nachträglich untersucht worden, aber Kepler-452b schon. Und die Bestätigung von Kepler-452b als Planet hat die Liste der bestätigten Planeten auf 1.030 Himmelskörper erhöht.

    Nasa zeigt den Mond von hinten
    Der Mond von hinten
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    Aus einer Distanz von etwa 1,6 Millionen Kilometern hat der Satellit DSCOVR (Deep Space Climate Observatory) faszinierende Fotos von Erde und Mond aufgenommen. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa veröffentlichte am 6. August 2015 Bilder, die Mitte Juli gemacht wurden und die Rückseite des Mondes zeigen. Auf der Website der Nasa ist dazu eine kleine Animation zu sehen, wie der Mond an der Erde vorbeigleitet.

    Wegen seiner sogenannten gebundenen Rotation wendet der Mond der Erde immer die gleiche Seite zu. Erstmals wurde seine Rückseite 1959 von der sowjetischen Sonde Lunik 3 erkundet.

    (Foto: Reuters)
    Der ältere Cousin der Erde
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    Wissenschaftler der US-Raumfahrtbehörde Nasa haben im Juli 2015 einen erdähnlichen Planeten entdeckt. Der „Kepler-452b“ (hier eine Illustration der Nasa) getaufte Himmelskörper sei eine Art „größerer und älterer Cousin“ der Erde, teilten die Forscher bei einer Pressekonferenz mit. Der mit dem Weltraumteleskop „Kepler“ entdeckte Planet befinde sich in der bewohnbaren Zone nahe eines anderen sonnenartigen Sterns.

    Wasser könnte dort flüssig sein - eine der Grundvoraussetzungen für Leben. Von allen bislang entdeckten Planeten ähnele „Kepler-452b“ bislang am meisten der Erde, sagte Nasa-Manager John Grunsfeld. „Dieses aufregende Ergebnis bringt uns einen Schritt näher zur Entdeckung einer Erde 2.0.“

    (Foto: AP)
    Kepler-452b
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    Sein Durchmesser ist 60 Prozent größer als der der Erde. Gewicht und Zusammensetzung des Planeten haben die Forscher noch nicht genau bestimmen können, die Wahrscheinlichkeit sei aber hoch, dass er felsig sei. Der neu entdeckte Planet ist fünf Prozent weiter von seinem sonnenartigen Stern „Kepler-452“ entfernt, als die Erde von der Sonne. Er braucht 385 Tage, um den Stern einmal zu umrunden. Der Stern „Kepler-452“ ist sechs Milliarden Jahre alt - 1,5 Milliarden Jahre älter als unsere Sonne - und 20 Prozent heller.

    Das „Kepler-452“-Sonnensystem liegt im Sternbild Schwan rund 1400 Lichtjahre von unserer Erde entfernt. „Es ist beeindruckend, wenn man sich vorstellt, dass dieser Planet sechs Milliarden Jahre in der bewohnbaren Zone eines Sterns verbracht hat, länger als die Erde“, sagte Nasa-Wissenschaftler Jon Jenkins. „Das ist eine wesentliche Möglichkeit für die Entstehung von Leben – wenn denn alle wesentlichen Voraussetzungen und Konditionen dafür auf diesem Planeten existieren.“

    (Foto: dpa)
    Die Erde voll im Blick
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    Dieses Bild hat Seltenheitswert. Denn so vollkommen von der Sonne erleuchtet, kann die Erde nur ganz selten eingefangen werden. Das letzte Mal gelang das den Apollo-17-Astronauten 1972. Das Foto - "Blue Marble" genannt - ist legendär. Die neue Aufnahme wurde jetzt vom Satelliten Deep Space Climate Observatory (DSCOVR) aus einer Entfernung von über eine Million Kilometer gemacht. Die Kamera EPIC schoss dieses Farbfoto. Das ist die Abkürzung für "Earth Polychromatic Imaging Camera" - eine Kombination aus 4-Megapixel-Kamera und Teleskop. Das Bild ist zusammengesetzt aus drei Einzel-Aufnahmen mit unterschiedlichen Filtern (von Ultraviolett bis Nah-Infrarot).

    (Foto: )
    Die Sonne in Ultraviolett
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    Dieses beeindruckende Bild der Sonne vom 15. Juli 2015 wurde von Nasas Raumsonde Solar TErrestrial RElations Observatory Ahead (STEREO-A) mit einem Ultraviolet-Imager aufgenommen. Die Mission des Projekts ist genau das: Bilder von den Lichtwellen der Sonne einzufangen, die wir mit dem menschlichen Auge nicht erkennen können.

    (Foto: )
    Pluto hat ein Herz
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    Der Besuch der Raumsonde New Horizons beim Zwergplaneten am Rande unseres Sonnensystems war am 14. Juli 2015 ein Großereignis für Planetenforscher weltweit. Das erste Bild, das die Nasa der Welt dann von Pluto zeigte, beeindruckte und weckte Emotionen. Aus rund 12.000 Kilometer entstand das erste richtig nahe und scharfe Bild, auf dem auch Oberflächenstrukturen des einstigen neunten Planeten zu erkennen sind.

    >>Hier sehen Sie weitere Pluto-Bilder

    (Foto: )
    Skurrile Mars-Landschaft
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    Aureum Chaos Region heißt das Gebiet auf dem Mars, das hier von einer Kamera des HiRISE, dem High Resolution Imaging Science Experiment, aufgenommen wurde. Diese faszinierende Aufnahme des hell-getönten Bodensatzes, das auf dem Mars ein Gebiet von 368 Kilometern ausmacht, wurde von Nasas Mars Reconnaissance Orbiter im Januar 2015 zur Erde geschickt.

    (Foto: )

    Das aus meiner Sicht eigentlich interessante Ergebnis wird vom Astronomen Jeff Coughlin in der Pressemitteilung so zusammengefasst: "Wir konnten unseren Prozess, um Planetenkandidaten zu identifizieren, voll automatisieren, was bedeutet, dass wir endlich auf jedes Durchgangssignal des gesamten Kepler-Datensatzes schnell und einheitlich zugreifen können", sagt Coughlin, Wissenschaftler am SETI-Institut in Mountain View in Kalifornien. Er hat die Analyse eines neuen Kandidatenkatalogs geleitet. "Das gibt Astronomen einen statistisch einwandfreien Bestand an Planetenkandidaten, um exakt die Zahl der kleinen, möglicherweise felsigen Planeten wie die Erde in unserer Milchstraßengalaxie zu bestimmen."

    Statistik ist nicht aufregend, aber wichtig!
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    1 Kommentar zu "Kommentar zu Kepler-452B: Warum wir keine zweite Erde finden"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Eine zweite Erde? Lieber nicht. Die Menschheit ist ja bereits überfordert mit den Problemen auf dieser Erde.

      Und wer weiß, ob sich die Bewohner einer zweiten Erde streicheln lassen, oder ob das Kannibalen sind auf der Suche nach Protein, das sie dann an Menschenknochen reichlich finden ;-)

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