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Kommunikation in der Gesellschaft Lügen in Zeiten des Internets

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Gilt das auch künftig, wenn sich die Public Relations endgültig in einem hochgradig vernetzten und interaktiven Umfeld (vor allem im Internet) bewegen müssen und wenn die Medien ihre klassische Funktion als Informationsfilter zumindest teilweise einbüßen? Werner Bogula, früher Redaktionsleiter bei einem großen Online-Unternehmen und jetzt Dozent am Internationalen Institut für Journalismus in Berlin, beschreibt die künftige Situation in seinem jüngsten Buch als das „1000-Augen-Prinzip“: Mit der zunehmenden Verbreitung des Web 2.0 müsse die Meinungsbildung zu bestimmten Themen nicht mehr notwendigerweise von den klassischen Massenmedien ausgehen; sie könne vielmehr von jedem Punkt der Peripherie aus angestoßen werden. Falsche oder auch nur unaufrichtige Informationen hätten da keine Chance. Und auch jede verdeckte oder verschleierte Information wecke das Misstrauen der über Blogs und Social Networks kommunizierenden Online-Gemeinde.

Diese Erfahrung musste beispielsweise 2004 ein Unternehmen machen, das Handyklingeltöne produziert. Dessen Praktiken kritisierte seinerzeit ein Blogger aus Berlin – worauf er verschiedene Kommentare erhielt, die ebenjenes Unternehmen verteidigten. Was die Kommentatoren offenbar nicht wussten: Im Internet hinterlässt jeder eine Datenspur. Die IP-Adressen zeigten, dass sie Mitarbeiter ebenjener Firma waren. Ob sie auf Anweisung oder freiwillig handelten, ist bis heute nicht geklärt. Der Imageschaden war jedenfalls beträchtlich.

Ein Kosmetikhersteller ließ 2007 fiktive Personen in viel besuchten Blogs dezent für eine neue Produktlinie werben. Dies fiel schnell auf. Die Betreiber der Blogs schickten dem Unternehmen hohe Rechnungen für die unerbetene PR auf ihren Seiten.

„Die Einschätzung einer Information beruht auf dem Vertrauen in den Autor oder den Überbringer der Botschaft.“ Diese alte Formel erfolgreicher Öffentlichkeitsarbeit gilt für Bogula deshalb in besonderem Maße für die Online-PR. Oder, wie es Avenarius in Münster formulierte: „Transparenz heißt, dass wir sagen, wofür wir stehen.“

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