Kosmonautin Valentina Tereschkowa Russlands First Lady im All

70 Stunden im All machten sie berühmt: Die russische Kosmonautin Valentina Tereschkowa ist als erste Frau im Weltraum ein Vorbild für Generationen. Aber warum flogen bis heute nur so wenige russische Frauen ins All?
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Trotz ihrer Pionierleistung spielen Frauen in der russischen Raumfahrt bis heute eine Nebenrolle. (Foto: dpa)
Kosmonautin Valentina Tereschkowa

Trotz ihrer Pionierleistung spielen Frauen in der russischen Raumfahrt bis heute eine Nebenrolle. (Foto: dpa)

Moskau„First Lady des Kosmos“ und Raumfahrtikone Russlands: Valentina Tereschkowa, die erste Frau im Weltraum, wird am heutigen Montag 80 Jahre alt. Mehr als 50 Jahre nach ihrem historischen Flug gilt sie als lebende Legende.

Sie hat in der Sowjetunion eine kommunistische Vorzeigekarriere hingelegt, heute sitzt sie für die Kremlpartei Geeintes Russland im Parlament. Doch trotz ihrer Pionierleistung spielen Frauen in der russischen Raumfahrt bis heute eine Nebenrolle.

Meilensteine bemannter Raumfahrt
Juri Gagarin
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Der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin umkreiste am 12.04.1961 in der Raumkapsel Wostok als erster Mensch die Erde. In Russland wird Gagarins historischer Weltraum-Flug jedes Jahr am 12. April groß gefeiert. Am 7. April 2011 erklärte auch die Generalversammlung der UN den 12. April zum Internationalen Tag der bemannten Raumfahrt.

Sputnik
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Dem ersten benannten Raumflug gingen eine Reihe von Ereignissen voraus. Am 4. Oktober 1957 umrundete der Sputnik 1, der erste künstliche Satellit der damaligen Sowjetunion, die Erde. Der kugelförmige Satellit hatte einen Durchmesser von 58 cm und wog 83,6 Kilogramm. Sputnik 1 markierte aber nicht nur den Beginn des Raumfahrtzeitalters. Der Schock im Westen saß tief, als die Pieptöne von Sputnik 1 aus dem All weltweit mit einfachen Radios zu empfangen waren. Der Schock führt in den USA zur Gründung der National Aeronautics and Space Administration (Nasa) im Juli 1958.

Mit der Hündin "Laika"
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Mit der Hündin "Laika" fliegt in Sputnik 2 das erste Lebewesen in eine Erdumlaufbahn. Sie stirbt nach wenigen Tagen.

Erste Umrundung
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Am 20. Februar 1962 umrundet Astronaut John Glenn im Mercury-Atlas 6 als erster Amerikaner die Erde.

Alexei Leonow
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Der Generalmajor der sowjetischen Luftwaffe Alexej Leonow, Kosmonaut und Held der Sowjetunion, hat als erster Mensch im Weltraum am 18. März 1965 für 20 Minuten die schützende Kabine seines Raumschiffes verlassen und schwebte als erster Mensch im Weltraum. Foto: Nasa Images

Neil Armstrong
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Neil Armstrong war Kommandant von Apollo 11, die mit Buzz Aldrin und Michael Collins zum Mond flog. Am 21. Juli 1969 betrat Armstrong als erster Mensch den Mond. Vater des Mondprojekts war der deutsche Wernher von Braun.

Moonwalk
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Am 19. Dezember 1972 fand mit der Apollo 17 die sechste und bis heute letzte bemannte Mondlandung statt. Wenn Neil Armstrong der erste Mann auf dem Mond war, war Eugene Cernan bislang der letzte.

Als die damals 26-Jährige am 16. Juni 1963 mit „Wostok 6“ zu knapp 49 Erdumrundungen aufbricht, feiert die Sowjetunion sie als Heldin. Auf ihrem etwa dreitägigen Flug nähert sie sich auf wenige Kilometer an die Kapsel „Wostok 5“ an, in der ihr Kollege Waleri Bykowski sitzt.

Es ist die Zeit, als die UdSSR im kosmischen Wettlauf gegen die USA Triumph an Triumph reiht: 1957 schickt sie den ersten Satelliten ins All, 1961 kreist Juri Gagarin als erster Mensch um die Erde. Die Erfolge beflügeln den Wettstreit der Supermächte im Kalten Krieg.

Doch was die Sowjet-Führung als „Beweis für die Gleichberechtigung der Geschlechter im Sozialismus“ preist, bleibt lange Zeit eine Eintagsfliege. Zwar sind seit 1963 rund 60 Frauen ins All geflogen, aber nur vier davon waren Russinnen. Auch die Europäer steckten bislang nur drei Frauen in Raumanzüge, 46 Astronautinnen kommen aus den USA. Eine deutsche Astronautin gibt es bislang nicht.

Bis zum Flug von Swetlana Sawizkaja 1982 bleibt Tereschkowa sogar die einzige Frau, die je die Erde verlassen hat. „Natürlich bin ich enttäuscht“, sagte Tereschkowa 2015 bei einer Weltraumausstellung in London darüber, dass Russland viel weniger Frauen ins All geschickt hat als die USA. „Aber ich denke, das Verhältnis zu spezialisierten Frauen wird sich ändern.“

Zwar flog zuletzt 2014 die Russin Jelena Serowa zur Internationalen Raumstation ISS, aber Moskauer Experten kritisieren, dass die Arbeit im All noch immer Männerdomäne ist. „Es ist eine Sache, Frauen die Sterne zu versprechen, aber eine völlig andere, ihnen zu erlauben, die Sterne zu erobern“, kommentiert der Journalist Sergej Leskow.

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