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Künstliche Intelligenz Bosch baut KI-Campus in Tübingen für 35 Millionen Euro

Bis zu 700 KI-Experten sollen künftig in dem Forschungskomplex arbeiten. Für Bosch ist das Thema künstliche Intelligenz eine Überlebensfrage.
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Bis Mitte des kommenden Jahrzehnts sollen alle Produkte von Bosch über KI verfügen, mit ihr entwickelt oder produziert worden sein. Quelle: dpa
Bosch

Bis Mitte des kommenden Jahrzehnts sollen alle Produkte von Bosch über KI verfügen, mit ihr entwickelt oder produziert worden sein.

(Foto: dpa)

StuttgartBosch treibt seine angekündigte Strategie für künstliche Intelligenz (KI) voran. Der Stiftungskonzern investiert 35 Millionen Euro in den Bau des „Bosch AI Campus“ in Tübingen. Der neue Forschungskomplex soll Ende 2022 bezogen werden. Die Verhandlungen zum Kauf eines 12000 Quadratmeter großen Grundstücks laufen noch. Rund 700 Experten sollen dort künftig an anwendungsbezogener KI arbeiten.

„Bosch hat das Ziel, bei der Forschung an industrieller KI zur Weltspitze zu gehören“, sagte Bosch-Geschäftsführer Michael Bolle. „Mit dem neuen Bosch AI Campus werden wir diesem Ziel einen weiteren Schritt näherkommen.“

Für Bosch ist das Thema künstliche Intelligenz eine Überlebensfrage. Das Internet der Dinge (IoT) und vor allem das autonom fahrende Auto sind nur mit Hilfe Künstlicher Intelligenz realisierbar.

Beim ambitioniertesten Projekt der gesamten Branche blies Bosch-Chef Volkmar Denner Anfang des Jahres bereits zur großen Offensive: „Bis 2021 werden wir die Zahl der 1000 KI-Experten im Unternehmen vervierfachen.“ Tübingen ist damit eine zentraler Baustein der Strategie, um das Ziel von 4000 KI-Experten zu erreichen

Aus Sicht des Bosch-Chefs ist künstliche Intelligenz der Schlüssel für die Zukunft. Das Feld soll nicht Amerikanern und Chinesen überlassen werden. KI ermöglicht selbstlernende Systeme, die mit riesigen Datenmengen umgehen können. Nur mit solchen Verfahren ist das autonome Fahren wirklich beherrschbar. Hochkomplexe Algorithmen versetzen Autos in Zukunft in die Lage, die Daten aus Kameras, Lasern und Radaranlagen zu erkennen, zu bewerten und am Ende Entscheidungen zu treffen.

Die Schwaben begannen bereits vor zehn Jahren, Kompetenz aufzubauen. Die Dynamik hat sich enorm verstärkt. Bis Mitte des kommenden Jahrzehnts sollen alle Produkte von Bosch über KI verfügen, mit ihr entwickelt oder produziert worden sein.

In der Nähe zur Wissenschaft

Schon heute hat kein Autozulieferer und wohl auch kein Hersteller der Autoindustrie mehr der begehrten KI-Experten an Bord als Bosch. Der größte Rivale Continental zählt nach eigenen Angaben erst 400 KI-Experten im Haus und möchte die Anzahl bis 2021 auf 700 ausbauen. ZF hat noch gar keine größere eigenständige KI-Einheit.

Der „Bosch AI Campus“ soll in Tübingen in räumlicher Nähe zu den Forschungsgebäuden des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme und des AI Research Building der Universität Tübingen entstehen. Neben Laboren und Büroräumen wird er auch Flächen enthalten, auf denen sich Start-ups und externe Forschungsgruppen im Bereich der künstlichen Intelligenz temporär ansiedeln können.

Auch der Öffentlichkeit sollen Teilbereiche des Campus zugänglich sein. „Die Campusstruktur wird den Austausch erheblich verstärken“, so Michael Bolle.

Bosch ist Gründungsmitglied des 2016 ins Leben gerufenen Cyber Valley. In dieser Forschungskooperation bündeln Partner aus Industrie, Wissenschaft und Politik die Kräfte, um die KI-Forschung in Baden-Württemberg voranzutreiben. Ziel ist es, Erkenntnisse der Grundlagenforschung rasch in konkrete industrielle Anwendungen zu überführen.

Mehr: Der Hausgeräte-Hersteller Bosch Siemens Hausgeräte will den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in seinen Angeboten weiter ausbauen. Bosch selbst bezeichnet das als Testballon.

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