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Küstenschutz Deutsches Tsunamiwarnsystem vor dem Start

Fast vier Jahre nach dem verheerenden Tsunami geht in Indonesien das in Deutschland entwickelte Tsunamifrühwarnsystem an den Start. Künftig können Behörden innerhalb von Minuten nach einem Seebeben vor den zerstörerischen Flutwellen warnen.
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Insgesamt 23 Frühwarnbojen gehören zum dem neuen Schutzsystem. Foto: dpa Quelle: dpa

Insgesamt 23 Frühwarnbojen gehören zum dem neuen Schutzsystem. Foto: dpa

(Foto: dpa)

HB JAKARTA. Ein in Deutschland entwickeltes Frühwarnsystem soll die Menschen an Indonesiens Küsten vor zerstörerischen Flutwellen schützen. Künftig senden Bojen, Seismometer und Sensoren am Meeresboden Daten in ein Lagezentrum in der Hauptstadt Jakarta, von wo aus binnen Minuten Alarm gegeben werden kann. Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono will die Leitzentrale an diesem Dienstag persönlich einweihen.

Weihnachten 2004 riss eine gewaltige Welle nach einem Seebeben 230 000 Menschen in den Anrainerstaaten des Indischen Ozeans in den Tod, die Hälfte von ihnen auf den Inseln Indonesiens. Für sie gab es keinerlei Warnung. Die Bundesregierung beschloss daraufhin, im Rahmen der Tsunami-Hilfe den Aufbau eines Warnsystems (GITEWS) mit 45 Mio. Euro zu finanzieren.

Das System, an dessen Entwicklung unter anderem das Geoforschungszentrum Potsdam und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt beteiligt waren, gilt als modernste und leistungsfähigste seiner Art weltweit. Es hat im vergangenen Jahr bereits Erdbeben vor Sumatra zielsicher und schneller als das Tsunami-Warnzentrum auf Hawaii lokalisiert.

Neben Seismometern und GPS-Stationen sammeln insgesamt 23 Bojen sowie Pegelmessinstrumente und Ozeanboden-Sensoren Daten, die via Satellit in Sekundenschnelle an die Leitzentrale geschickt. Dort gleichen Computer die Daten mit tausenden Risiko-Szenarien ab. Medien und Katastrophenbehörden können dann im Fall eines drohenden Tsunamis innerhalb von Minuten alarmiert werden.

Deutschland liefert insgesamt zehn der 200 000 Euro teuren Bojen. Die anderen kommen aus den USA und Indonesien. Zwei der deutschen Fabrikate sind bereits im Einsatz, vier kurz vor der Aussetzung im Seegebiet vor der Küste, zwei auf dem Seeweg nach Indonesien und zwei sollen Anfang nächsten Jahres geliefert werden.

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