Kurioses Experiment Eine Seifenblase platzt rückwärts

Irgendwann findet jede Seifenblase ihr Ende: Sie zerplatzt und regnet in feinen Tröpfchen zu Boden. Forscher haben den Prozess jetzt umgekehrt – und im Video festgehalten.
  • Robert Gast
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Forscher haben die Physik der fragilen Gebilde genauer untersucht. (Foto: dpa)
Seifenblasen

Forscher haben die Physik der fragilen Gebilde genauer untersucht. (Foto: dpa)

HeidelbergNormalerweise funktionieren eine Seifenblase so: Berührt man sie mit dem Finger, zerplatzt sie und rieselt in feinen Tröpfchen zu Boden. Dass sich dieser Prozess auch umkehren lässt, haben nun Wissenschaftler in einem kuriosen Experiment gezeigt – und per Video dokumentiert.

Die Forscher hielten zunächst Tröpfchen mit hochfrequenten Ultraschallwellen in der Schwebe – Experten nennen das „akustische Leviation“. Anschließend veränderten sie geschickt die Intensität und räumliche Verteilung dieser Schallpulse, wodurch sich die Tröpfchen binnen einer Sekunde zu einer wenige Millimeter großen Blase zusammenfügten.

Von den Details des Experiments berichten die Forscher um Duyang Zang von der Northwestern Polytechnical University in China im Fachmagazin Nature Communications. Darin verraten sie beispielsweise, dass sie Wasser mit der Waschsubstanz Natriumlaurylsulfat verwendeten.

Auch habe man die Tröpfchen zwischen einem Minilautsprecher, aus dem die maßgeschneiderten Ultraschallpulse drangen, und einem speziell geformten Reflektor platziert. Durch dessen genaue Form und den Abstand zum Lautsprecher konnten die Forscher sehr präzise die Form des Ultraschall-Wellenfelds steuern.

Konkret rückten die Forscher den Lautsprecher über eine kleine Hebevorrichtung nach und nach näher an die Tröpfchen heran, wodurch die Flüssigkeit zunächst die Form einer Schale annahm. Ab einem gewissen Luftvolumen in der Schale schlossen sich die Tröpfchen plötzlich zu einer Blase, die sich augenblicklich stark ausdehnte.

Verantwortlich seien stehende Wellen, die sich in der geschlossenen Blase ausbilden könnten und diese rasant auseinanderdrückten, so die Wissenschaftler. Ab einer gewissen Ausdehnung findet das Volumen aber ins Gleichgewicht: Der Expansion wirkt schließlich die Oberflächenspannung entgegen, welche die Blase klein halten will.

Auf diese Weise lässt sich die Blase für viele Minuten intakt halten, heißt es in dem Fachaufsatz. Erst wenn ein Teil der Flüssigkeit verdampft ist, platzt die Blase schließlich.

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