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Lebensmittelqualität Elektronische Spürnase für Gammelfisch

Boris Oberheitmann will den Handel mit Meerestieren revolutionieren – mit einem Gerät, das den Frischegrad exakt bestimmen kann. Ob Fischers Fritz wirklich frische Fische gefangen hat, sieht man dann auf Knopfdruck. Bisher bewerteten die Händler die Ware nach Gefühl - doch auf die Sinne allein kann man sich hier nicht verlassen.
  • Lars Reppesgaard
1 Kommentar
Sequid-Geschäftsführer Boris Oberheitmann: Der Scanner erkennt schlechten Fisch, schon bevor er übel riecht. Quelle: Thorsten Jochim für Handelsblatt

Sequid-Geschäftsführer Boris Oberheitmann: Der Scanner erkennt schlechten Fisch, schon bevor er übel riecht.

BREMEN. Qualität kommt von quälen – das bekommt Boris Oberheitmann gerade deutlich zu spüren. In den vergangenen Tagen hetzte er quer durch Europa: Vom Firmensitz in Bremen reiste er nach Stavanger in Norwegen, wo er sich mit Fischzüchtern und Fischereiunternehmen traf. An der nächsten Station, in München, knüpfte er Kontakte zu Lebensmittelgroßhändlern. Ende April geht es weiter nach Brüssel zu einer Fachmesse für die Verarbeitung von Meerestieren.

Boris Oberheitmann ist auf großer Promotiontour, um seiner Erfindung zum Durchbruch zu verhelfen. Sie soll dazu beitragen, dass Fischliebhaber ihr Essen künftig noch mehr genießen können. Oberheitmann ist Geschäftsführer des Technologieunternehmens Sequid. Der Name steht für Seafood Quality Identification. Die Firma hat ein Messgerät entwickelt, das die Frische und die Qualität von Fischen exakt bestimmen kann.

Auf den ersten Blick sieht es lediglich aus wie ein futuristischer Föhn. Wer sich länger mit dem kleinen Metallkasten beschäftigt, erkennt aber schnell: Dieses Gerät könnte den Lebensmittelhandel erheblich verändern – ganz zur Freude der Konsumenten.

Fischhändler und die Einkäufer großer Lebensmittelbetriebe wie Frosta waren bislang bei der Analyse der Meerestiere vor allem auf Augen und Nase angewiesen. Faktoren wie der Geruch des Fisches oder das Aussehen der Kiemen gaben den Ausschlag, wenn sie darüber entschieden, ob ein Fisch gekauft wird und zu welchem Preis er in den Handel kommt.

„Mit den alten sensorischen Methoden kann man zwar erkennen, welche Qualität ein Fisch heute hat – nicht aber, ob er morgen anfängt zu riechen“, sagt Oberheitmann. „Man weiß nicht, ob der Fisch noch ein paar Tage oder mehr als eine Woche Standzeit hat. Das merkt man erst, wenn es schon zu spät ist.“

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1 Kommentar zu "Lebensmittelqualität: Elektronische Spürnase für Gammelfisch"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Solche Erfinder braucht das Land, aber nicht jeder wird 500000€ zum Verprassen bekommen, denn viele Erfindungen versanden im Nichts.

    Leider hat Herr Oberheitmann nicht verstanden, daß es vor allem die Endverbraucher sind, die Fisch mit elektronischer Hilfe beurteilen müssen, weil ihnen das Fachwissen fehlt und soweiso nicht der komplette Fisch vorliegt sondern nur noch das Filet, und der Endkunde derjenige ist, der beim Fischverkauf am dreistesten über's Ohr gehauen wird. Aber dafür daf das Gerät nur 25€ kosten.

    Die Chinesen werden also das benötigte Gerät liefern, und damit Millionenumsätze erzielen.