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Lithium-Ionen-Akkus Gezähmte Kraftbolzen für unterwegs

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Damals kamen während der vierjährigen Entwicklungszeit – sowohl von Sony als auch von Konkurrenten – Akkus auf Nickel-Basis auf den Markt, die sich bereits für viele tragbare Elektrogeräte eigneten. Doch was das Lithium-Entwicklungsteam bis 1990 erfand, ließ die Nickelbatterien weit hinter sich: Auf gleichem Raum viermal mehr Strom, anderthalb Mal so viele Ladezyklen und kein Gedächtniseffekt, der ein komplettes Ent- und Aufladen erfordert. Erste Sony-Anwendung für die neue Batterie war 1991 ein Handy. Durch die Neuentwicklung wurden Produkte wie der handliche Camcorder mit farbiger Anzeige erst möglich.

Die knackigen Eigenschaften der Kraftpakete sind positiv für die Batteriebranche. Zugleich wächst aber die Notwendigkeit, sehr präzise zu arbeiten. Fast alle großen Hersteller von Lithium-Ionen-Akkus mussten in den vergangenen Jahren Millionen von Batterien zurückrufen, weil deren Inneres bei der Produktion mit Metallstaub verunreinigt war. Das kann einen Kurzschluss zwischen Plus- und Minuspol verursachen. Die wenigen Dutzend Fälle, in denen tatsächlich Flammen aus Handys oder Notebooks schlugen, ist statistisch angesichts der Milliarden problemlos funktionierender Batterien zu vernachlässigen. Die Industrie liefert 2,5 Mrd. Lithium-Akkus pro Jahr aus, bis 2010 sollen es drei Mrd. sein.

Zugleich intensivieren alle Hersteller die Suche nach noch besseren Materialien. Durch die Branche schwirren Erfolgsmeldungen für Anoden aus Zinn, Titan oder Kobaltverbindungen, für Kathoden aus Kohlenstoffverbindungen, für Elektrolyte in Gelform, für die Nutzung von Nanotechnik. Wer mit der Autoindustrie kooperiert, will auf kräftige Ströme bei gleichbleibender Sicherheit hinaus. Für immer kleinere Musikspieler steht dagegen Platzersparnis im Vordergrund – hier könnten superflache Akkus eingesetzt werden.

Sony forsche auch an Alternativtechniken, sagt Nagamine. Doch noch habe sich kein Ansatz so bewährt, dass er als Favorit für die Ablösung der Lithium-Ionen-Akkus gilt. Heißer Kandidat ist die miniaturisierte Brennstoffzelle. „Vor vier Jahren hieß es schon, wir haben 2007 die Brennstoffzelle als Batterieersatz, doch wir sind heute noch ziemlich weit davon entfernt“, sagt Nagamine. Ein ungelöstes Problem für die Anwendung in kleinen Geräten sei die Abführung des Reaktionsproduktes Wasser. Das ist freilich im Vergleich zu Lithium eine harmlose Substanz. Es würde aber stören, wenn Wasser aus Handys oder Kameras liefe.

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