Luftfahrt Boeing darf Klappflügel einsetzen

Um die Flughäfen nicht zu Umbauten zu zwingen, hat sich Boeing für seine 777x etwas einfallen lassen: Die Spannweite kann für das Anfahren an das Gate verringert werden.
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Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat die klappbaren Spitzen an den Tragflächen des Verkehrsflugzeuges zugelassen. (Foto: dpa)
Boeing 777 im Landeanflug

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat die klappbaren Spitzen an den Tragflächen des Verkehrsflugzeuges zugelassen. (Foto: dpa)

BerlinStarterlaubnis für Boeings Innovation bei den Tragflächen: Die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) hat die klappbaren Spitzen an den Tragflächen des Verkehrsflugzeuges Boeing 777x zugelassen. Sie verringern am Boden die Spannweite des Flugzeugs.

Die 2014 vorgestellte Boeing 777x ist derzeit das größte zweistrahlige Verkehrsflugzeug. Es hat eine Spannweite von 72 Metern. Das ist mehr als das Verkehrsflugzeug Boeing 747 – und zu breit für die Standard-Gates auf den Flughäfen. Boeing hat deshalb Flügel aus einem Leichtbau-Verbundwerkstoff entwickelt, deren Spitzen hochgeklappt werden können. Damit reduziert sich die Spannweite auf 65 Meter.

Ein solcher Mechanismus ist etwas vollkommen Neues in der zivilen Luftfahrt. Beim Militär werden solche Flügel schon lange eingesetzt, damit mehr Flugzeuge auf dem Hangardeck eines Flugzeugträgers Platz haben.

Mit diesem Jet greift China Boeing und Airbus an
Jungfernflug in Schanghai
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Das erste große in China gebaute Verkehrsflugzeug ist zu seinem Jungfernflug gestartet. Die C919 hob unter dem Beifall Hunderter Gäste am Freitag vom Flughafen Pudong in Schanghai ab.

Konkurrenz für Airbus und Boeing
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Anschließend wollte der Hersteller Comac bei chinesischen und internationalen Behörden die Freigabe für die C919 beantragen. Die Passagiermaschine soll den westlichen Modellen Airbus A320 und Boeing 737 Konkurrenz machen und ist ein Schlüsselprojekt in den ehrgeizigen Plänen der chinesischen Führung.

Mehr als 200 Firmen beteiligt
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Die Maschine soll 155 bis 175 Sitzplätze und eine Reichweite von 4075 Kilometern haben. An der Entwicklung waren nach Unternehmensangaben mehr als 200 chinesische Firmen und 36 Universitäten beteiligt.

Triebwerke aus dem Ausland
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Wichtige Komponenten kommen jedoch aus dem Ausland. So werden die Triebwerke von CFM International geliefert, einem Gemeinschaftsunternehmen der Luftfahrtabteilung von General Electric aus den USA und dem französischen Triebwerkshersteller Safran. In drei Jahren sollen erstmals Triebwerke eines chinesischen Herstellers geliefert werden.

Start mit Verspätung
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Der Jungfernflug der C919 war ursprünglich für 2014 vorgesehen, die Auslieferung für 2016. Für die Verspätung wurden Herstellungsprobleme verantwortlich gemacht.

Bereits viele Bestellungen
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Comac hat nach eigenen Angaben 570 Bestellungen für die C919, die meisten von staatlichen chinesischen Fluggesellschaften. Zu den Kunden im Ausland gehören GE Capital Aviation Services und die thailändische City Airways.

Von Airbus und Boeing gelernt
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Peking hatte Airbus und Boeing bereits vor Jahren verpflichtet, gemeinsam mit Comac Endmontage-Fabriken zur Auslieferung ihrer Flugzeuge in China zu betreiben. Die westlichen Hersteller können so zwar umso mehr Maschinen verkaufen - geben aber auch viel Wissen an die Chinesen preis, die schnell lernen.

Für die Boeing 777x hat die FAA eigene Standards erstellt. So muss unter anderem sichergestellt sein, dass die Tragflächenspitzen im Flug nicht hochklappen. Dafür sorgt ein Verriegelungsmechanismus. Außerdem verfügt das Flugzeug über Warnsysteme, die den Piloten darauf aufmerksam machen, wenn die Tragflächen vor dem Start nicht ausgeklappt sind.

Am Boden verringert der Pilot die Spannweite des Flugzeugs, wenn er das Gate ansteuert. So kann die Boeing 777x auf jedem Flughafen abgefertigt werden.

Das ist ein Vorteil gegenüber dem europäischen Konkurrenten Airbus: Dessen Jet A380 – das aktuell größte Verkehrsflugzeug – passt mit seiner Spannweite von knapp 80 Metern nicht an die Standard-Gates. Die Flughäfen mussten deshalb für das Großraumflugzeug eigene Gates bauen.

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