Luftfahrt Gekrümmte Landungen sollen Fluglärm vermindern

Mit einer Boeing 737-700 testen Wissenschaftler seit Montag auf dem Flughafen Braunschweig leisere Landeanflüge. Bei insgesamt 23 Versuchen geht es unter anderem um spezielle Anflugverfahren, bei denen die Maschine bewohnte Siedlungsgebiete gezielt umfliegt.
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Das neue Verfahren soll dicht besiedelte Gebiete entlasten. Quelle: ap

Das neue Verfahren soll dicht besiedelte Gebiete entlasten.

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HB BRAUNSCHWEIG. Ein neues Verfahren zur Reduzierung von Fluglärm in Wohngebieten haben das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Fluggesellschaft Air Berlin getestet. Bei 15 Landungen auf dem Braunschweiger Forschungsflughafen wurde erstmals der gekrümmte Anflug mit Hilfe der Satellitennavigation erprobt.

„Mit Hilfe der Satellitennavigation können wir bei der Landung Wohngebiete umfliegen“, sagte der Direktor DLR-Institus für Flugführung, Dirk Kügler. Zudem würden steilere Anflüge möglich, bei dem sich die Maschinen später dem Boden näherten.

Bei den Test in Braunschweig flog eine Maschine der Air Berlin genau die gekrümmten Anflüge nach, die bald am Frankfurter Flughafen nachts zu einer Reduzierung der Zahl der stark von Fluglärm betroffenen Bürger sorgen sollen. Dabei wurden am Boden Lärmmessungen durchgeführt, die in den nächsten Monaten noch ausgewertet werden müssen.

Der Geschäftsführer der Deutschen Flugsicherung, Ralph Riedle sagte, die neuen Anflugverfahren seien aus seiner Sicht genauso sicher wie der bislang übliche gerade Anflug über einen Leitstrahl. Er rechne noch dieses Jahr mit der Genehmigung des Bundesverkehrsministeriums und mit der Einführung gekrümmter Anflüge im Nachtbetrieb des Frankfurter Flughafens.

Bei der ersten praktischen Erprobung in Frankfurt sollen dicht besiedelte Gebiete, etwa in Offenbach, gezielt umflogen werden. Der krumme und steilere Anflug und weitere Maßnahmen sollten die Höchstbelastungen durch nächtlichen Fluglärm unter dem Strich um rund 40 Prozent reduzieren. Allerdings werden auch beim gekrümmten Landeanflug künftig keine menschenleeren, sondern nur dünner besiedelte Gebiete überflogen.

Möglich wurden die gekrümmten Landeanflüge erst durch das neue satellitengestützte GLS-Navigationssystem. Derzeit gibt es dieses System europaweit erst an den Flughäfen in Bremen und in Malaga.

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