Marsrover Curiosity Milliardenspiel am Roten Planeten

Die Nasa fiebert der Landung ihres Marsrovers Curiosity entgegen. Zwei Milliarden Euro kostet die Mission, für die kräftig die Werbetrommel gerührt wurde. Doch als Vorspiel für einen bemannten Marsflug taugt sie kaum.
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Bremsdüsen, ein Fallschirm und ein On-Board-Kran sind nötig, um Curiosity sicher auf den Marsboden zu bringen. Quelle: dpa

Bremsdüsen, ein Fallschirm und ein On-Board-Kran sind nötig, um Curiosity sicher auf den Marsboden zu bringen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfAm Montag wird der Mars um knapp zwei Milliarden Euro reicher sein. Dann rollt – wenn alles gut geht – das neuste Hightech-Spielzeug der US-Weltraumbehörde Nasa über den Roten Planeten. Der Marsrover Curiosity soll die Erfolgsgeschichte der mobilen Marslabors der Nasa fortschreiben. Zuvor muss er allerdings in einem technisch hoch komplizierten Manöver sicher auf die Marsoberfläche gebracht werden.

Für die US-Raumfahrtbehörde steht dabei  einiges auf dem Spiel: Nach starken Budgetkürzungen ist die mit etwa 1,9 Milliarden Euro teuerste Mats-Mission aller Zeiten „das letzte Hurra im Planetenprogramm der Nasa für einige Jahre“, wie es die „New York Times“ formulierte.

Geht auch nur eine Kleinigkeit schief beim Landemanöver am frühen Montagmorgen , würde Curiosity wohl als teuerster Schrotthaufen aller Zeiten in die Geschichte eingehen. Und da zum Abbremsen des derzeit noch mehr als 20.000 km/h schnellen Weltraumgefährts neben den obligatorischen Bremsdüsen auch ein Fallschirm und sogar ein On-Board-Kran notwendig sind, bleibt viel Raum für Fehler.

Kein Wunder, das Nasa-Manager wie John Grunsfeld dem Ereignis mit großer Nervosität entgegenblicken . „Ich sitze schon seit Wochen unruhig auf meiner Stuhlkante“, gestand er im Vorfeld der Landung ein. „Erst wenn der Rover sicher auf dem Mars ist, werde ich mich zurücklehnen können.“

Für die Nasa wäre ein Fehlschlag besonders blamabel, hat sie die spektakuläre Mission doch zum medialen Großereignis aufgebaut. Überall in den USA wurden öffentliche Veranstaltungen organisiert, sogar auf einer Großleinwand am New Yorker Times Square wird das – nach Ortszeit – nächtliche Spektakel  übertragen. Nasa-TV begleitet den erwünschten Niedergang von Curiosity live, auch über Twitter und Facebook soll live von der Landung berichtet werden.

Die am wenigsten verrückte Landemethode

Marsrover Spirit, einer der erfolgreichen Vorgänger von Curiosity. Quelle: dpa

Marsrover Spirit, einer der erfolgreichen Vorgänger von Curiosity.

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Wer allerdings mit Bildern nach Art etwa der ersten Mondlandung rechnet, dürfte eine Enttäuschung erleben:  Viel zu sehen werden die Schaulustigen zunächst nicht bekommen. Zwar hat die Nasa eigens den Kurs ihrer Raumsonde „Odyssey“, die den Mars umkreist, geändert. Sie dient nun als Relaisstation, um Curiosity-Signale zur Erde weiterzuleiten. Doch in der dichten Mars-Atmosphäre kann der Rover zunächst nur wenige Informationen aussenden.

Frühestens 15 Stunden nach der Landung werden die ersten von Curiosity geknipsten Fotos auf der Erde erwartet. Auf  Videobilder von der Landung, aufgezeichnet von einer Kamera am Boden des Rovers, müssen Curiosity-Fans wahrscheinlich sogar ein paar Tagen warten. Immerhin: Die Information, ob das rund 900 Kilogramm schwere Selbstfahr-Forschungslabor sicher auf dem Planeten aufgesetzt hat, wird die Nasa pünktlich um 7.31 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit vorliegen haben – vorausgesetzt, alles klappt wie geplant.

Bei der Nasa gibt man sich in dieser Hinsicht optimistisch. Das aufwendige Landemanöver möge ein wenig „verrückt“ wirken, so Nasa-Ingenieur Adam Steltzner. „Aber ich versichere Ihnen, dass es die am wenigsten verrückte Methode ist, mit der man einen Rover, der so groß ist wie Curiosity, auf dem Mars landen kann.“ Außerdem sei das Manöver jahrelang geprobt worden, ergänzte sein Kollege Steven Lee. „In der Welt der Simulation sind wir schon Millionen Mal auf dem Mars gelandet.“

Die Nasa-Verantwortlichen hoffen, dass Curiosity die Erfolgsgeschichte der 2003 gestarteten Marsrover Spirit und Opportunity fortschreibt. Ursprünglich nur für einen Mars-Einsatz von 90 Tagen vorgesehen, rollten beide Hightech-Gefährte noch nach Jahren munter durch die Geröllfelder des Roten Planeten. Erst 2010 verstummte Spirit, Oportunity sendet noch heute Daten zur Erde. Wenn Curiosity mit seinen leistungsstärkeren Instrumenten eine vergleichbare Zähigkeit an den Tag legt, dürfen sich Marsforscher auf einige arbeitsreiche Jahre freuen.

Ein bemanntes Mars-Mobil wird Curiosity so bald nicht überholen

Bemannte Konkurrenz von der Erde braucht Curiosity so bald nicht zu fürchten. Quelle: dpa

Bemannte Konkurrenz von der Erde braucht Curiosity so bald nicht zu fürchten.

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Für die US-Weltraumbehörde sind Erfolge am Roten Planeten umso wichtiger, als ihnen sowohl der aktuelle US-Präsident als auch sein Vorgänger eine bemannte Mission zu dem Erdnachbarn verordnet haben Zwar kappte Barack Obama das auf Initiative von George W. Bush initiierte Nasa-Programm „Constellation“, das unter anderem die Entwicklung eines eigenen Raumschiffs für bemannte Marsflüge vorsah. Für ein in Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft entwickeltes Raumschiff kann sich Obama aber durchaus erwärmen: Bis 2015 darf die chronisch unterfinanzierte Nasa sechs Milliarden jährlich zusätzlich für ein entsprechendes Projekt ausgeben.

Dafür soll sie nach dem Willen des Präsidenten nicht nur Menschen zu einem Asteroiden befördern, sondern bis 2035 auch die erste bemannte Mars-Umrundung perfekt machen. Allerdings dürfte selbst dieser großzügige Zeitrahmen angesichts der bekannten Probleme bemannter Marsmissionen ambitioniert sein.

Bis heute haben Weltraummediziner keine Antwort darauf, wie Gesundheitsgefahren durch die lange Schwerelosigkeit oder die außerhalb des schützenden Erdmagnetfelds besonders aggressive kosmische Strahlung begegnet werden kann. Von technischen Problemen wie der bei Langzeitflügen wachsenden Gefahr durch Mikrometeoriten ganz zu schweigen.

Angesichts solcher Probleme dürften  die Chancen, dass Curiosity auf seiner Fahrt über den Roten Planeten in absehbarer Zeit  einmal von einem bemannten Mars-Mobil überholt wird, eher schlecht stehen.

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7 Kommentare zu "Marsrover Curiosity: Milliardenspiel am Roten Planeten"

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  • @ Stubi Pah, das konsequenzlose Gelddrucken ist doch der Hauptvorteil daran derjenige zu sein der die Weltleitwaehrung als FIAT Waehrung herausgibt. Weil man dann nahezu unbegrenzt Geld drucken kann, ohne das sich irgendwo auffaellige Papiergeldberge bilden.

    Nur wenn man's dann irgendwann uebertreibt, kommt man bei alten Volksweisheiten an wie "der Krug geht solange zum Brunnen..."

    Aber damit hat ja auch keiner ein Problem. Es gab in der gesamten Geschichte der Menschheit noch keine ungedeckte Waehrung die laenger bestehen blieb als 60-80 Jahre. Die kriminelle Energie die bei Geld freigesetzt wird ist eben Gewaltig und sorgt immer fuer das gleiche Ergebniss: ein Schneeball system.

  • Dass es UFOs gibt, weiß ich selbst aus eigener Erfahrung.

    Aber soweit ich informiert bin, is es den sog. Alliierten untersagt, den irdischen Raum wirklich zu verlassen. Interstellarer Raumflug darf wohl nur von Nationen durchgeführt werden, die ohne Völkermord klarkommen.

  • Interessant. Nennen Sie uns doch bitte Ihre Quellen - oder sind die geheim ?

  • Es ist wirklich beeindruckend was beispielsweise China und Japan fuer die USA alles finanzieren. Stimmt ja nicht mehr ganz. Mittlerweile haben Bernanke und Obama ja herausgefunden, dass man Geld auch drucken kann ;-)

  • False Flag in Form von den negativen ET´s in Verbindung mit dem Projekt "Blue Beam"...
    Die Zionisten lassen grüßen....

  • Nicht zu vergessen die Reichsdeutschen....
    Die haben sie auch schon lange...
    Bald wird der Bevölkerung der Kontakt mit den "Ausserirdischen" schmackhaft gemacht und gesagt.
    Oder werden sie "gebraucht" um eine Invasion a la False Flag abzuziehen ??

  • Die USA und Russland haben längst Raumfahrzeuge mit denen sie locker zum Mars und sonstwohin kommen.
    Das hier ist Opium fürs tumbe Volk, sonst nichts....

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